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Die "Draghische" Zinswende und ihre Folgen
14.07.17 11:35
StarCapital
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Draghis Kurswechsel in der Zinspolitik bleibt nicht ohne Folgen für die Kapitalmärkte. Jedoch ist die von der EZB anvisierte Zinswende für die Aktienmärkte nicht tragisch, so die zentrale Aussage der Investmentexperten von StarCapital in ihrem monatlichen Ausblick StarInvest.
Nach Einschätzung des Vermögensverwalters aus Oberursel könnte die Zinswende allerdings im Zusammenspiel mit der kommenden Berichtssaison und der durch Nordkorea herbeigeführten heiklen Lage in Asien für etwas mehr Volatilität an den Finanzmärkten sorgen, aus der sich für Anleger Chancen ergeben würden. Diese wolle der Oberurseler Vermögensverwalter nutzen.
Draghis Kurswechsel habe mehrere gute Gründe, unter anderem den zunehmenden Mangel an ankauffähigen Staatsanleihen, das Verschwinden des von Draghi lange beschworenen Deflationsgespensts, das gegen alle Erwartungen gute Wachstum in der Eurozone und den Anstieg der Kreditvergabe an private Haushalte und Unternehmen in der Eurozone. Letzteres führe dazu, dass Liquidität in den realen Wirtschaftskreislauf gepumpt werde, der Finanzsektor wieder seine originäre Aufgabe übernehme und Banken bei steigenden Zinsen ihr Kreditvolumen weiter ausweiten könnten.
Der beginnende Reflationierungstrend habe laut StarCapital unterschiedliche Auswirkungen auf die liquiden Anlageklassen und die mit ihnen verbundenen Renditeerwartungen. Im Bereich der Renten seien laut StarCapital lediglich inflationsindexierte sowie ausgewählte Anleihen aus dem Hochzinsbereich und aus Schwellenländern interessant. Bei den Rohstoffwerten würden sich aufgrund massiv reduzierter Minenkapazitäten Gelegenheiten im Metallsektor bieten. Die Edelmetallpreise könnten sich dann erholen, wenn die Notenbanken mit ihren Leitzinsen der Inflationsentwicklung hinterherhinken würden. Finanzrepression sei das Schmiermittel der Edelmetallpreise.
Für die Aktienmärkte seien nach der Einschätzung von StarCapital leicht ansteigende Zinsen kein Spielverderber. Ein historisches Beispiel hierfür seien die von Greenspan von 2004 bis 2007 herbeigeführten sukzessiven Zinserhöhungen der FED von 1 auf 5,25 Prozent. Erst wenn es ab einem bestimmten Zinsniveau zu kräftigen konjunkturellen Bremsspuren begleitet von einer Gewinnrezession komme, steige die Wahrscheinlichkeit von Aktienmarkteinbrüchen. Wann dieser "point of no return" beim Zins vor der nächsten Baisse erreicht werde, wisse niemand.
Seit Ende letzten Jahres gebe es für die Gewinnentwicklung der Unternehmen Rückenwind, der angesichts steigender Einkaufsmanagerindices über 2017 hinaus anhalten sollte. Unter Berücksichtigung der Marktbewertung würden die Oberurseler Investmentexperten Anlagen in Europa, Japan und den Schwellenländern für interessant halten, da in einem Reflationierungstrend generell niedrig bewertete Unternehmen outperformen würden. Sie würden davon ausgehen, dass sich die vor einem Jahr begonnene Renaissance des Value Investings nach einer Pause im 1. Halbjahr 2017 im späteren Jahresverlauf wieder fortsetze und Unternehmen aus dem Grundstoff- und Finanzsektor sowie Zykliker davon profitieren sollten. (14.07.2017/alc/a/a)
Nach Einschätzung des Vermögensverwalters aus Oberursel könnte die Zinswende allerdings im Zusammenspiel mit der kommenden Berichtssaison und der durch Nordkorea herbeigeführten heiklen Lage in Asien für etwas mehr Volatilität an den Finanzmärkten sorgen, aus der sich für Anleger Chancen ergeben würden. Diese wolle der Oberurseler Vermögensverwalter nutzen.
Der beginnende Reflationierungstrend habe laut StarCapital unterschiedliche Auswirkungen auf die liquiden Anlageklassen und die mit ihnen verbundenen Renditeerwartungen. Im Bereich der Renten seien laut StarCapital lediglich inflationsindexierte sowie ausgewählte Anleihen aus dem Hochzinsbereich und aus Schwellenländern interessant. Bei den Rohstoffwerten würden sich aufgrund massiv reduzierter Minenkapazitäten Gelegenheiten im Metallsektor bieten. Die Edelmetallpreise könnten sich dann erholen, wenn die Notenbanken mit ihren Leitzinsen der Inflationsentwicklung hinterherhinken würden. Finanzrepression sei das Schmiermittel der Edelmetallpreise.
Für die Aktienmärkte seien nach der Einschätzung von StarCapital leicht ansteigende Zinsen kein Spielverderber. Ein historisches Beispiel hierfür seien die von Greenspan von 2004 bis 2007 herbeigeführten sukzessiven Zinserhöhungen der FED von 1 auf 5,25 Prozent. Erst wenn es ab einem bestimmten Zinsniveau zu kräftigen konjunkturellen Bremsspuren begleitet von einer Gewinnrezession komme, steige die Wahrscheinlichkeit von Aktienmarkteinbrüchen. Wann dieser "point of no return" beim Zins vor der nächsten Baisse erreicht werde, wisse niemand.
Seit Ende letzten Jahres gebe es für die Gewinnentwicklung der Unternehmen Rückenwind, der angesichts steigender Einkaufsmanagerindices über 2017 hinaus anhalten sollte. Unter Berücksichtigung der Marktbewertung würden die Oberurseler Investmentexperten Anlagen in Europa, Japan und den Schwellenländern für interessant halten, da in einem Reflationierungstrend generell niedrig bewertete Unternehmen outperformen würden. Sie würden davon ausgehen, dass sich die vor einem Jahr begonnene Renaissance des Value Investings nach einer Pause im 1. Halbjahr 2017 im späteren Jahresverlauf wieder fortsetze und Unternehmen aus dem Grundstoff- und Finanzsektor sowie Zykliker davon profitieren sollten. (14.07.2017/alc/a/a)


