Deutscher Bondmarkt wieder etwas beruhigt


21.01.13 09:54
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Bei der Landtagswahl in Niedersachsen bahnt sich ein Regierungswechsel an, so die Analysten der Helaba.

Nach dem vorläufigen Endergebnis könnten SPD und Grüne mit einer Mehrheit von einer Stimme trotz des überraschend guten Abschneidens der FDP künftig regieren. Damit verliere die Regierungskoalition auch ihre Mehrheit im Bundesrat.

Der deutsche Bondmarkt habe sich nach dem Ausverkauf am kurzen Ende wieder etwas beruhigt. Insgesamt bleibe aber die Risikobereitschaft hoch, was jede Erholung derzeit schwierig mache. Zudem würden sich die mahnenden Worte derer mehren, die aufgrund der expansiven Geldpolitik der Notenbanken einen deutlichen Anstieg der Inflation in Deutschland erwarten würden. Die Kurse der Bundesanleihen hätten sich begünstigt von einer Stabilisierung am kurzen Ende wieder etwas erholen können.

Anleihen der EU-Krisenländer hätten sich um das Vortagsniveau bewegt, wobei ultralange Fälligkeiten zulasten kürzerer Laufzeiten weiter gut gesucht gewesen seien. Der Zinsvorsprung zehnjähriger italienischer (4,16%) und spanischer Titel (5,04%) habe sich gegenüber deutschen Staatsanleihen im Wochenvergleich um 3 bzw. 20 BP ausgeweitet, portugiesische Papiere (6,00%) hätten dagegen 5 BP gutgemacht. Staatspapiere aus Frankreich (2,12%) und Belgien (2,23%) hätten ihren Abstand im gleichen Zeitraum um 1 bzw. 6 BP ausgeweitet.

US-Treasuries hätten nach den schwachen Umfrageergebnissen der University of Michigan zum Verbrauchervertrauen im Januar (71,3 nach 72,9) ihre Vortagsverluste wieder wettgemacht. Hoffnungen auf eine Lösung des Haushaltsstreits und positive Unternehmensnachrichten hätten allerdings auch die Aktienbörsen beflügelt. In Fernost bremse jedoch die anstehende Sitzung der BoJ die Anlegerlust.

Der Bund-Kontrakt (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) (143,25) habe 61 Stellen zugelegt, Bobl (ISIN DE0009652651 / WKN 965265) (126,27) und Schatz (110,38) seien 34 bzw. 6,5 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sei auf 1,56% gefallen, der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Bundesanleihen habe sich auf 137 BP ermäßigt. Zehnjährige US-Treasuries würden 4 BP niedriger 1,84% rentieren, der JGB-Future(144,22) verliere 3 Ticks. Der Euro verbillige sich auf 1,3310 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 95,10 US-Dollar.

In dieser Woche stünden Früh- bzw. Stimmungsindikatoren der Eurozone im Fokus der Anleger. Besonderes Augenmerk liege auf der ZEW-Umfrage, dem ifo- Geschäftsklima sowie den Umfrageergebnissen bei den Einkaufsmanagern des Verarbeitenden Gewerbes und im Servicesektor.

Der Feiertag in den Vereinigten Staaten (Martin-Luther-King-Day) spreche jedoch für einen ruhigen Wochenauftakt. Bereits morgen richte sich dann aber die Aufmerksamkeit auf die erste Sitzung der Bank of Japan in diesem Jahr. Der Druck von Premierminister Abe auf die Notenbanker sei groß, die Erwartungshaltung der Märkte fast nicht zu erfüllen.

Am Primärmarkt würden die Niederlande die im Januar 2018 fälligen DSL um 1,5 bis 2,5 Mrd. Euro aufstocken. Der Bund sei mit 1 Mrd. Euro der im April 2023 fälligen Linker am Start. Es stünden keine Tilgungen und Kuponzahlungen zur Wiederanlage zur Verfügung. Großbritannien versteigere 1,75 Mrd. GBP an zehnjährigen Gilts, das amerikanische Schatzamt 15 Mrd. USD an zehnjährigen TIPS.

Die Deutsche Kreditbank habe einen fünfjährigen Öffentlichen Pfandbrief im Volumen von 500 Mio. Euro bei Midswap +3 BP begeben. Die Kutxabank S.A. habe für einen vierjährigen Cèdulas Hipotecarias im Volumen von 750 Mio. Euro Midswap +220 BP gezahlt. Die Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen würden eine zehnjährige Ländergemeinschaftsanleihe (#42) im Volumen von 1 bis 1,5 Mrd. Euro vorbereiten. (21.01.2013/alc/a/a)





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