Erweiterte Funktionen

Deflation voraus?


29.11.24 10:44
Hamburg Commercial Bank

Hamburg (www.anleihencheck.de) - In der Volkswirtschaftslehre gibt es unzählige Indikatoren, die Prognosen über die Wirtschaftskennzahlen wie die Inflationsrate und das BIP treffen. Einige mit besserer, andere mit schlechterer Treffsicherheit, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.

Der Zusammenhang zwischen Inflationsrate und Geldmenge werde unter Ökonomen seit Jahrhunderten heiß diskutiert. Heutzutage gelte der Zusammenhang als allenfalls lose. In den vergangenen Jahren sei allerdings zu beobachten gewesen, dass die jährliche Wachstumsrate der Geldmenge M3, verschiebe man sie um 18 Monate in die Zukunft, eine hohe Übereinstimmung mit der tatsächlichen Inflationsrate der Eurozone aufweise. Laut diesem Indikator könnte uns also sogar eine kurze deflationäre Phase bevorstehen, wie der Rückgang des blauen Graphen im Chart-of-the-Week anzeigt, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. Jedoch sei Vorsicht geboten bei dieser eindimensionalen Betrachtung.

Die Geldmenge werde maßgeblich durch die Kreditnachfrage beeinflusst, während die Angebotsseite durch diesen Indikator nicht erfasst werde. In den letzten Jahren hätten aber Angebotsschocks, wie die Lieferkettenprobleme nach der Covid-19-Pandemie oder der Angebotsschock im Energiebereich infolge des russischen Angriffskriegs, die Inflationsrate erheblich beeinflusst. Insofern würden die Analysten erwarten, dass die durchschnittliche Inflationsrate auch im kommenden Jahr bei über 2% liegen werde. (Ausgabe vom 28.11.2024) (29.11.2024/alc/a/a)