Erweiterte Funktionen
Covered Bonds: Primärmarkttransaktionen treffen auf geringe Nachfrage
16.10.19 12:00
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - In den vergangenen fünf Handelstagen sahen wir insgesamt drei Neuemissionen am Markt, so die Analysten der Nord LB.
Während die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) und die Hypo Tirol Bank den Markt bereits vergangene Woche in Anspruch genommen hätten, sei zu Beginn der aktuellen Woche die französische La Banque Postale gefolgt. Insbesondere die beiden ersten Bonds hätten wenig Interesse des Marktes geweckt, was folglich jeweils zu einem Pricing auf dem Niveau der Guidance geführt habe. Der pbb-Bond (ISIN DE000A2YNVM8 / WKN A2YNVM) mit einer Laufzeit von sechs Jahren sei somit bei ms +5 BP gepreist worden und habe eine negative Rendite von -0,317% aufgewiesen.
Der Covered Bond (ISIN AT0000A2AYL3 / WKN A2R88L) der Hypo Tirol Bank habe hingegen bei ms +14 BP und einer ebenfalls negativen Rendite (-0,133%) gelegen. Während es für das österreichische Institut die erste Emission des Jahres gewesen sei, habe es sich bei der pbb um die zweite EUR-Benchmarkemission des laufenden Jahres gehandelt.
Ebenfalls ihre zweite EUR-Benchmarktransaktion in 2019 habe die La Banque Postale über ihr SFH-Vehikel platziert. Der Bond (ISIN FR0013454733 / WKN A2R9EF) in einem Volumen von EUR 1,0 Mrd. und einer Laufzeit von zehn Jahren habe nach anfänglicher Guidance von ms +11 BP area final drei Basispunkte enger gepreist werden können. Das finale Orderbuch habe Orders im Volumen von rund EUR 1,3 Mrd. umfasst, womit die Transaktion mit Blick auf die Handelswoche bereits vergleichsweise stark nachgefragt gewesen sei. Die Rendite habe laufzeitbedingt, wenn auch nur geringfügig, im positiven Terrain bei 0,025% gelegen. Die vergangenen Transaktionen hätten deutlich gezeigt, dass Investoren derzeit zurückhaltend am Markt agieren würden und die Analysten davon ausgehen würden, dass diese Zurückhaltung noch mindestens bis Monatsende anhalten und frühestens mit den startenden Nettoankäufen des Eurosystems enden dürfte.
Der italienische Emittent Südtiroler Volksbank (Banca Popolare dell'Alto Adige) habe ein Konsortium beauftragt zwischen dem 11. und 15. Oktober 2019 Investorenmeetings in Europa abzuhalten. Im Rahmen der jüngst veröffentlichten Investorenpräsentation stelle der Emittent eine EUR-Subbenchmark über EUR 300 Mio. in Aussicht, die außerdem voraussichtlich über eine AA-Bewertung von Fitch verfügen dürfte.
Der Covered Bond nach italienischer Gesetzgebung (Obbligazioni Bancarie Garantite, OBG) wäre außerdem mit einer Soft Bullet-Struktur ausgestattet. Per 31. August 2019 habe der Deckungsstock über 4.765 Darlehen und ein Volumen von EUR 465 Mio. verfügt. Das Volumen sei zu den größten Anteilen den Regionen Südtirol (59,8%) sowie Venetien (37,8%) zuzurechnen. Während die mögliche Debütemission aufgrund des Ratings von einer regulatorischen Bevorzugung mit Blick auf das Risikogewicht (10%) profitieren könnte, wäre aufgrund ihres Volumens im Rahmen der LCR-Berechnung eine Behandlung als Level-2A-Asset adäquat. Darüber hinaus wären Covered Bonds nach Ansicht der Analysten unter dem CBPP3 ankaufbar.
Auf den Informationsseiten des Europäischen Parlaments sei ersichtlich, dass sowohl die EU-Richtlinie als auch die EU-Verordnung als Bestandteile des Maßnahmenpakets einer europäischen Harmonisierung des Covered Bond-Marktes final gebilligt worden seien. Nachdem die entsprechenden Texte bei der ersten Zustimmung im April nicht in allen Amtssprachen vorgelegen hätten, sei nun der finale, an einigen Stellen modifizierte, Entwurf in sämtlichen Amtssprachen gefolgt. Mit der erfolgten Billigung durch das Parlament sei ein bedeutender Meilenstein erreicht worden. Im Anschluss an eine weitere Billigung durch den EU-Rat, beginne 20 Tage nach Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union die Frist zur Umsetzung der Anforderungen in nationales Recht.
Bereits zum zweiten Mal habe die Europäische Zentralbank auf ihrer Homepage aktuelle Daten zur Verteilung des CBBP3-Portfolios publiziert. Mit Start zum April 2019 hätten die Notenbanker damit begonnen, im halbjährlichen Turnus Angaben sowohl zum tatsächlichen Anteil der jeweiligen Ratingausprägungen bzw. Länder sowie zur von der EZB ermittelten Benchmark zu veröffentlichen. Grundsätzlich wären aus einer Abweichung von tatsächlichem Anteil und EZB-Benchmark Handlungsimplikationen ableitbar.
So hätte die Abweichung vom tatsächlichen Anteil italienischer Covered Bonds am CBPP3-Portfolio in Höhe von 11%, der deutlich oberhalb der Benchmark (8%) eine relative Reduzierung des Volumens impliziere. Allerdings würden die Zahlen vom 14. Oktober 2019 andeuten, dass hier zumindest im Beobachtungszeitraum von sechs Monaten keine nennenswerten Veränderungen ergeben hätten. Sowohl tatsächlicher Anteil als auch Benchmark seien unverändert geblieben.
Der Primärmarkt habe sich deutlich abgekühlt, zwar würden die Analysten noch Investoreninteresse sehen, allerdings sei die Nachfrage deutlich gesunken in den letzten zwei Wochen. Im Sekundärmarkt würden die letzten Neuemissionen von den Zentralbankkäufen gestützt, eine richtige Performance sei allerdings ausgeblieben. (16.10.2019/alc/a/a)
Während die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) und die Hypo Tirol Bank den Markt bereits vergangene Woche in Anspruch genommen hätten, sei zu Beginn der aktuellen Woche die französische La Banque Postale gefolgt. Insbesondere die beiden ersten Bonds hätten wenig Interesse des Marktes geweckt, was folglich jeweils zu einem Pricing auf dem Niveau der Guidance geführt habe. Der pbb-Bond (ISIN DE000A2YNVM8 / WKN A2YNVM) mit einer Laufzeit von sechs Jahren sei somit bei ms +5 BP gepreist worden und habe eine negative Rendite von -0,317% aufgewiesen.
Der Covered Bond (ISIN AT0000A2AYL3 / WKN A2R88L) der Hypo Tirol Bank habe hingegen bei ms +14 BP und einer ebenfalls negativen Rendite (-0,133%) gelegen. Während es für das österreichische Institut die erste Emission des Jahres gewesen sei, habe es sich bei der pbb um die zweite EUR-Benchmarkemission des laufenden Jahres gehandelt.
Ebenfalls ihre zweite EUR-Benchmarktransaktion in 2019 habe die La Banque Postale über ihr SFH-Vehikel platziert. Der Bond (ISIN FR0013454733 / WKN A2R9EF) in einem Volumen von EUR 1,0 Mrd. und einer Laufzeit von zehn Jahren habe nach anfänglicher Guidance von ms +11 BP area final drei Basispunkte enger gepreist werden können. Das finale Orderbuch habe Orders im Volumen von rund EUR 1,3 Mrd. umfasst, womit die Transaktion mit Blick auf die Handelswoche bereits vergleichsweise stark nachgefragt gewesen sei. Die Rendite habe laufzeitbedingt, wenn auch nur geringfügig, im positiven Terrain bei 0,025% gelegen. Die vergangenen Transaktionen hätten deutlich gezeigt, dass Investoren derzeit zurückhaltend am Markt agieren würden und die Analysten davon ausgehen würden, dass diese Zurückhaltung noch mindestens bis Monatsende anhalten und frühestens mit den startenden Nettoankäufen des Eurosystems enden dürfte.
Der Covered Bond nach italienischer Gesetzgebung (Obbligazioni Bancarie Garantite, OBG) wäre außerdem mit einer Soft Bullet-Struktur ausgestattet. Per 31. August 2019 habe der Deckungsstock über 4.765 Darlehen und ein Volumen von EUR 465 Mio. verfügt. Das Volumen sei zu den größten Anteilen den Regionen Südtirol (59,8%) sowie Venetien (37,8%) zuzurechnen. Während die mögliche Debütemission aufgrund des Ratings von einer regulatorischen Bevorzugung mit Blick auf das Risikogewicht (10%) profitieren könnte, wäre aufgrund ihres Volumens im Rahmen der LCR-Berechnung eine Behandlung als Level-2A-Asset adäquat. Darüber hinaus wären Covered Bonds nach Ansicht der Analysten unter dem CBPP3 ankaufbar.
Auf den Informationsseiten des Europäischen Parlaments sei ersichtlich, dass sowohl die EU-Richtlinie als auch die EU-Verordnung als Bestandteile des Maßnahmenpakets einer europäischen Harmonisierung des Covered Bond-Marktes final gebilligt worden seien. Nachdem die entsprechenden Texte bei der ersten Zustimmung im April nicht in allen Amtssprachen vorgelegen hätten, sei nun der finale, an einigen Stellen modifizierte, Entwurf in sämtlichen Amtssprachen gefolgt. Mit der erfolgten Billigung durch das Parlament sei ein bedeutender Meilenstein erreicht worden. Im Anschluss an eine weitere Billigung durch den EU-Rat, beginne 20 Tage nach Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union die Frist zur Umsetzung der Anforderungen in nationales Recht.
Bereits zum zweiten Mal habe die Europäische Zentralbank auf ihrer Homepage aktuelle Daten zur Verteilung des CBBP3-Portfolios publiziert. Mit Start zum April 2019 hätten die Notenbanker damit begonnen, im halbjährlichen Turnus Angaben sowohl zum tatsächlichen Anteil der jeweiligen Ratingausprägungen bzw. Länder sowie zur von der EZB ermittelten Benchmark zu veröffentlichen. Grundsätzlich wären aus einer Abweichung von tatsächlichem Anteil und EZB-Benchmark Handlungsimplikationen ableitbar.
So hätte die Abweichung vom tatsächlichen Anteil italienischer Covered Bonds am CBPP3-Portfolio in Höhe von 11%, der deutlich oberhalb der Benchmark (8%) eine relative Reduzierung des Volumens impliziere. Allerdings würden die Zahlen vom 14. Oktober 2019 andeuten, dass hier zumindest im Beobachtungszeitraum von sechs Monaten keine nennenswerten Veränderungen ergeben hätten. Sowohl tatsächlicher Anteil als auch Benchmark seien unverändert geblieben.
Der Primärmarkt habe sich deutlich abgekühlt, zwar würden die Analysten noch Investoreninteresse sehen, allerdings sei die Nachfrage deutlich gesunken in den letzten zwei Wochen. Im Sekundärmarkt würden die letzten Neuemissionen von den Zentralbankkäufen gestützt, eine richtige Performance sei allerdings ausgeblieben. (16.10.2019/alc/a/a)
Werte im Artikel



