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Covered Bonds: Fliegen auf Sicht
07.04.26 10:21
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - "Covered Bonds sind verlässlich", "Covered Bonds sind stabil", "Covered Bonds sind schlecht-Wetter-Produkte" - oft bemühte Attribute, die der Covered Bond Markt im ersten Quartal bestätigen musste, so die Analysten der Helaba.
Der Covered Bond Markt sei zunächst mit Rückenwind ins neue Jahr gestartet. Das signifikant negative Nettoemissionsvolumen im 4. Quartal 2025 habe offenbar auf der Investorenseite für gehörigen Investitionsdruck gesorgt. Wie im 1. Quartal üblich, sei der Dealflow im Januar mit 28 Mrd EUR und im Februar mit knapp 24 Mrd. EUR stark gewesen. Unüblich dagegen seien die Überzeichnungsquoten im Primärmarkt gewesen, die bei einzelnen Transaktionen bis zu 10x betragen hätten. Ebenso unüblich seien die vielen negativen Vorzeichen vor den Neuemissionsprämien und die dennoch gute after-market performance gewesen.
Die ersten Gewitterwolken seien im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos mit der Rede von US-Präsident Trump aufgezogen. Der finale Wetterumschwung sei dann am 28. Februar mit dem Beginn des Irankriegs gekommen. Für knapp zwei Wochen hätten am Covered Bond Primärmarkt die Räder stillgestanden, bevor die Royal Bank of Canada den Markt wieder eröffnet habe. Die daraufhin im März platzierten etwas mageren 11,5 Mrd. EUR sollten vor diesem Hintergrund als Beleg für die oben bemühten Attribute verstanden werden. Tatsächlich habe sich der Wetterumschwung nur in sehr geringem Maß durch weitere Spreads materialisiert. Letzteres gehe in diesen Marktphasen eher selten vom umsatzschwachen Sekundärmarkt aus, sondern werde in der Regel durch re-pricing Wellen am Primärmarkt angestoßen. Unter Inkaufnahme niedrigerer Überzeichnungsquoten seien Ausweitungstendenzen aber bis dato weitestgehend weggepuffert worden.
Für den Moment würden die niedrigeren Emissionsvolumina auch fundingseitig kein Problem erscheinen. Die flexiblen Einsatzmöglichkeiten von Covered Bonds vor allem als retained Transaktionen seien ein weiterer Beleg für die oben genannten Attribute. Die Analysten sähen im verstärkten Einsatz von retained Covered Bonds ein mögliches "Ventil", um Druck aus dem Primärmarkt abzulassen. Dieses Vorgehen könnte - zum Preis eines geringeren Maßes an langfristiger Finanzierung - auch dazu beitragen, die Spreads im Primär- und Sekundärmarkt unter Kontrolle zu halten. Von Jahresbeginn bis zum 28. Februar - dem Tag des Beginns der US-Militäroperation - seien über alle Währungen knapp 14,5 Mrd. EUR an retained Covered Bonds begeben worden. In den vier Wochen danach seien es gut 36 Mrd. EUR gewesen.
Insgesamt lasse sich konstatieren, dass die Analysten sich angesichts der 63 Mrd. EUR an Neuemissionen im EUR Benchmark Covered Bond Markt noch im Rahmen ihrer Erwartungen bewegen würden. Aufgrund der in Intensität und Dauer verstärkten Eventrisiken würden die Analysten zwar noch von ihren ursprünglich avisierten 162,5 Mrd. EUR ausgehen, würden diese jedoch nicht mehr, wie im November, als eher zurückhaltende Schätzung bezeichnen. Emissionsseitig negativ, spreadmäßig positiv, könnte sich die sich abzeichnende verstärkte Nutzung von retained Covered Bonds auswirken. (Ausgabe vom 02.04.2026) (07.04.2026/alc/a/a)
Der Covered Bond Markt sei zunächst mit Rückenwind ins neue Jahr gestartet. Das signifikant negative Nettoemissionsvolumen im 4. Quartal 2025 habe offenbar auf der Investorenseite für gehörigen Investitionsdruck gesorgt. Wie im 1. Quartal üblich, sei der Dealflow im Januar mit 28 Mrd EUR und im Februar mit knapp 24 Mrd. EUR stark gewesen. Unüblich dagegen seien die Überzeichnungsquoten im Primärmarkt gewesen, die bei einzelnen Transaktionen bis zu 10x betragen hätten. Ebenso unüblich seien die vielen negativen Vorzeichen vor den Neuemissionsprämien und die dennoch gute after-market performance gewesen.
Für den Moment würden die niedrigeren Emissionsvolumina auch fundingseitig kein Problem erscheinen. Die flexiblen Einsatzmöglichkeiten von Covered Bonds vor allem als retained Transaktionen seien ein weiterer Beleg für die oben genannten Attribute. Die Analysten sähen im verstärkten Einsatz von retained Covered Bonds ein mögliches "Ventil", um Druck aus dem Primärmarkt abzulassen. Dieses Vorgehen könnte - zum Preis eines geringeren Maßes an langfristiger Finanzierung - auch dazu beitragen, die Spreads im Primär- und Sekundärmarkt unter Kontrolle zu halten. Von Jahresbeginn bis zum 28. Februar - dem Tag des Beginns der US-Militäroperation - seien über alle Währungen knapp 14,5 Mrd. EUR an retained Covered Bonds begeben worden. In den vier Wochen danach seien es gut 36 Mrd. EUR gewesen.
Insgesamt lasse sich konstatieren, dass die Analysten sich angesichts der 63 Mrd. EUR an Neuemissionen im EUR Benchmark Covered Bond Markt noch im Rahmen ihrer Erwartungen bewegen würden. Aufgrund der in Intensität und Dauer verstärkten Eventrisiken würden die Analysten zwar noch von ihren ursprünglich avisierten 162,5 Mrd. EUR ausgehen, würden diese jedoch nicht mehr, wie im November, als eher zurückhaltende Schätzung bezeichnen. Emissionsseitig negativ, spreadmäßig positiv, könnte sich die sich abzeichnende verstärkte Nutzung von retained Covered Bonds auswirken. (Ausgabe vom 02.04.2026) (07.04.2026/alc/a/a)


