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Covered Bonds: Acht neue Benchmarks und eine Subbenchmark bestätigen das Bild aus den Vorwochen
20.10.22 09:30
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Wie von uns erwartet, setzte sich die rege Emissionstätigkeit auch in den vergangenen fünf Handelstagen fort und es konnten insgesamt EUR 7,0 Mrd. an EUR-Benchmarkanleihen sowie EUR 250 Mio. im EUR-Subbenchmarksegment platziert werden, so Melanie Keine, Dr. Frederik Kunze und Stefan Rahaus von der NORD/LB.
Alleine am Mittwoch letzter Woche notierten wir vier neue EUR-Benchmarkanleihen, wobei die Commonwealth Bank of Australia (Ticker: CBAAU) (ISIN XS2544645117 / WKN A3LAH6) als Nicht-EWR-Emittent trotz der mit drei Jahren kürzesten Laufzeit an diesem Tag mit ms +18 Bp den höchsten Spread bezahlt hat (Guidance: ms +20 Bp area; Volumen: EUR 1,0 Mrd.; Orderbuch: EUR 1,3 Mrd.; NIP: 6 Bp), so die Analysten der NORD/LB.
Nach drei Öffentlichen Pfandbriefen habe die Bayerische Landesbank (Ticker: BYLAN) ihren ersten Hypothekenpfandbrief in diesem Jahr begeben und erstmals auch für das Hypothekensegment ein Grünes Format gewählt (Laufzeit: 5y; Volumen: EUR 500 Mio.; Orderbuch: EUR 2,4 Mrd.; Spread: ms -3 Bp; Guidance: ms +2 Bp area; NIP: 0 Bp).
Ein zweites Mal in 2022 habe sich die Hypo Vorarlberg Bank (ISIN AT0000A30ZH4 / WKN A3LAH1) am Markt gezeigt (Laufzeit: 4,3y; Volumen: EUR 500 Mio.; Orderbuch: EUR 700 Mio.; Spread: ms +16 Bp; Guidance: ms +18 Bp area; NIP: 8 Bp) und damit das diesjährige Emissionsvolumen aus Österreich auf insgesamt EUR 13,25 Mrd. (21 Deals) erhöht.
Ebenfalls ein Volumen von EUR 500 Mio. habe die belgische Argenta Spaarbank (ISIN BE6338543786 / WKN A3LALF) (Ticker: ARGSPA) am vergangenen Mittwoch bei ihrem zweiten Marktauftritt in 2022 bei einem Orderbuch von EUR 700 Mio. mit einer Laufzeit von vier Jahren bei Investoren platzieren können (Spread: ms +14 Bp; Guidance: ms +16 Bp area; NIP: 7 Bp). Das Gesamtemissionsvolumen aus Belgien in 2022 sei mit bisher EUR 2,5 Mrd. aus vier Deals im Vergleich zu Österreich deutlich geringer.
Das EUR-Subbenchmarksegment habe vergangenen Donnerstag die Landesbank Berlin (Ticker: LBBER) mit ihrem bereits dritten Hypothekenpfandbrief in 2022 belebt. Bei dieser von der NORD/LB begleiteten Transaktion hätten EUR 250 Mio. (Orderbuch: EUR 420 Mio.) bei einem Spread vom ms -3 Bp (Guidance: ms +1 Bp area) für 4,5 Jahre bei Investoren eingesammelt werden können (NIP: 0 Bp).
Die aktuelle Woche sei von Emittenten aus Deutschland und Frankreich dominiert worden. Begleiten dürfen habe die NORD/LB dabei am Montag die französische BPCE SFH (Ticker: BPCECB) bei ihrem insgesamt sechsten Marktauftritt in diesem Jahr. Mit EUR 1,75 Mrd. Emissionsvolumen (Orderbuch: EUR 2,2 Mrd.; Laufzeit: 5,3y; Spread: ms +13 Bp; Guidance: ms +15 Bp area; NIP: 6-7 Bp) sei es die zweitgrößte EUR-Benchmarktransaktion (ISIN FR001400DGZ7 / WKN A3LAFT) seit Anfang September gewesen. Entgegen dem Großteil der Neuemissionen in diesem Jahr sei die Anleihe im Hard Bullet-Format begeben worden.
Die Deutsche Pfandbriefbank habe ebenfalls Montag ihren dritten Bond (ISIN DE000A30WF27 / WKN A30WF2) in diesem Jahr emittiert (Laufzeit: 4,3y; Volumen: EUR 500 Mio.; Orderbuch: EUR 750 Mio.; Spread: ms +3 Bp; Guidance: ms +5 Bp area; NIP 4 Bp).
Am vorgestrigen Dienstag habe die französische Société Générale SFH (Ticker: SOCSFH) (ISIN FR001400DHZ5 / WKN nicht bekannt) mit drei Jahren den kurzen Laufzeitbereich bedient und bei einem Spread von ms +2 Bp (Guidance: ms +8 Bp area; NIP: 2 Bp) ein Orderbuch von über EUR 4 Mrd. generieren können. Das Emissionsvolumen sei auf EUR 1,5 Mrd. festgelegt worden, womit die SOCSFH in 2022 verteilt über vier Transaktionen insgesamt EUR 5,75 Mrd. habe einsammeln können.
Die Berlin Hyp (Ticker: BHH) habe mit ihrem vierten Marktauftritt im laufenden Jahr ihr 2022er Gesamtvolumen auf EUR 3,0 Mrd. erhöht, wobei der Pfandbrief (ISIN DE000BHY0JW5 / WKN BHY0JW) (5y) gestern ein Volumen von EUR 750 Mio. bei einem finalen Spread vom ms -2 Bp aufgewiesen habe (Orderbuch: EUR 1,23 Mrd.; NIP: 3 Bp).
Das Neuemissionsvolumen bei EUR-Benchmarkanleihen in 2022 belaufe sich aktuell auf EUR 174,1 Mrd. Zusammenfassend bleibe dabei das Bild aus den Vorwochen bestehen. Kurze Laufzeiten aus den Kernländern Deutschland und Frankreich würden aktuell die höchste Nachfrage bei Investoren aufweisen, was sich recht eindeutig an der Orderbuchgröße, Einengung zur anfänglichen Guidance und NIP festmachen lasse. Emittenten aus Non-EWR-Ländern wie Australien würden aber selbst hier einige Zugeständnisse abverlangt, wie die Transaktion der CBAAU zeige. In Richtung des mittleren Laufzeitbereichs müssten sich speziell Emittenten aus der sogenannten "zweiten Reihe" auf die Spreaderwartungen der Investoren zubewegen.
Die Nachfrage in der vergangenen Woche habe aber gezeigt, dass sich Neuemissionen auch hier problemlos platzieren lassen würden. Lange Laufzeiten hätten die Emittenten seit Mitte September (DZHYP 9,2y; DB 10y) aufgrund der Fokussierung der Investoren auf das kurze und mittlere Segment gemieden. Kurzfristig scheine sich das allgemeine Marktumfeld ein wenig aufzuhellen und es dürfte spannend werden zu sehen, ob sich der ein oder andere Emittent auch wieder am langen Ende versuche. An entsprechend positiven Tagen können wir uns vorstellen, dass die Risikobereitschaft von Investoren gegeben sein könnte, so die Analysten der NORD/LB. Allerdings leiten wir aus den technischen Details (Überzeichnung, Oderbuchgröße, NIP) der Neuemissionen der vergangenen Wochen ab, dass die Nachfrageseite einiges an Zugeständnissen beim Preis (sprich: Neuemissionsprämie) erwarten würde, so die Analysten der NORD/LB.
Sekundärmarkt zeichne ähnliches Bild wie der Primarmarkt. Die Musik spiele auch hier am kurzen Ende, sowohl was Umsätze als auch Preisentwicklung betreffe. Die Neuemissionen würden aktuell gut aufgenommen und würden um Reoffer bzw. leicht enger notieren und speziell bei deutschen Namen gebe es wenig Verkaufsdruck, wenn neue Ware an den Markt komme. Bei APAC-Namen sehe das Bild etwas differenzierter aus, da hier bei Neuemissionen eine höhere NIP gezahlt werde. Damit erscheine Sekundärware zu teuer und werde eher im Tausch gegen die Neuemission zum Verkauf gestellt. Die Underperformance von UK-Covered Bonds sei nach dem politischen Turnaround zunächst zum Stillstand gekommen, wobei der Markt hier als extrem illiquide zu bezeichnen sei.
Ein Renditevergleich des neuen zweijährigen Öffentlichen Pfandbriefs der LBBW (Reoffer: ms -12 Bp, aktuell ca. ms -25 Bp;) mit der noch 9,1 Jahren laufenden Anleihe der DZHYP von Mitte September (aktuell ca. ms +7 Bp; Reoffer: ms +7 Bp) zeige, dass eine Laufzeitverlängerung von sieben Jahren den Investoren im Moment nur einen Renditeaufschlag von ungefähr 0,55% bringe (3,30% DZHYP 9,1y gegenüber 2,75% LBBW 2y). Auch hier sehen wir neben der allgemeinen Risikoneigung einen Grund für die Präferenz des kurzen Laufzeitsegments, so die Analysten der NORD/LB. Sollte es, wie oben beschrieben, zu Emissionen am langen Ende kommen und diese entsprechend attraktiv gepreist sein, sähen die Analysten der NORD/LB die Möglichkeit, dass sich auch das lange Ende am Sekundärmarkt verbilligen könnte und die Spreadkurven allgemein steiler würden. (Ausgabe 32 vom 19.10.2022) (20.10.2022/alc/a/a)
Alleine am Mittwoch letzter Woche notierten wir vier neue EUR-Benchmarkanleihen, wobei die Commonwealth Bank of Australia (Ticker: CBAAU) (ISIN XS2544645117 / WKN A3LAH6) als Nicht-EWR-Emittent trotz der mit drei Jahren kürzesten Laufzeit an diesem Tag mit ms +18 Bp den höchsten Spread bezahlt hat (Guidance: ms +20 Bp area; Volumen: EUR 1,0 Mrd.; Orderbuch: EUR 1,3 Mrd.; NIP: 6 Bp), so die Analysten der NORD/LB.
Nach drei Öffentlichen Pfandbriefen habe die Bayerische Landesbank (Ticker: BYLAN) ihren ersten Hypothekenpfandbrief in diesem Jahr begeben und erstmals auch für das Hypothekensegment ein Grünes Format gewählt (Laufzeit: 5y; Volumen: EUR 500 Mio.; Orderbuch: EUR 2,4 Mrd.; Spread: ms -3 Bp; Guidance: ms +2 Bp area; NIP: 0 Bp).
Ein zweites Mal in 2022 habe sich die Hypo Vorarlberg Bank (ISIN AT0000A30ZH4 / WKN A3LAH1) am Markt gezeigt (Laufzeit: 4,3y; Volumen: EUR 500 Mio.; Orderbuch: EUR 700 Mio.; Spread: ms +16 Bp; Guidance: ms +18 Bp area; NIP: 8 Bp) und damit das diesjährige Emissionsvolumen aus Österreich auf insgesamt EUR 13,25 Mrd. (21 Deals) erhöht.
Ebenfalls ein Volumen von EUR 500 Mio. habe die belgische Argenta Spaarbank (ISIN BE6338543786 / WKN A3LALF) (Ticker: ARGSPA) am vergangenen Mittwoch bei ihrem zweiten Marktauftritt in 2022 bei einem Orderbuch von EUR 700 Mio. mit einer Laufzeit von vier Jahren bei Investoren platzieren können (Spread: ms +14 Bp; Guidance: ms +16 Bp area; NIP: 7 Bp). Das Gesamtemissionsvolumen aus Belgien in 2022 sei mit bisher EUR 2,5 Mrd. aus vier Deals im Vergleich zu Österreich deutlich geringer.
Das EUR-Subbenchmarksegment habe vergangenen Donnerstag die Landesbank Berlin (Ticker: LBBER) mit ihrem bereits dritten Hypothekenpfandbrief in 2022 belebt. Bei dieser von der NORD/LB begleiteten Transaktion hätten EUR 250 Mio. (Orderbuch: EUR 420 Mio.) bei einem Spread vom ms -3 Bp (Guidance: ms +1 Bp area) für 4,5 Jahre bei Investoren eingesammelt werden können (NIP: 0 Bp).
Die Deutsche Pfandbriefbank habe ebenfalls Montag ihren dritten Bond (ISIN DE000A30WF27 / WKN A30WF2) in diesem Jahr emittiert (Laufzeit: 4,3y; Volumen: EUR 500 Mio.; Orderbuch: EUR 750 Mio.; Spread: ms +3 Bp; Guidance: ms +5 Bp area; NIP 4 Bp).
Am vorgestrigen Dienstag habe die französische Société Générale SFH (Ticker: SOCSFH) (ISIN FR001400DHZ5 / WKN nicht bekannt) mit drei Jahren den kurzen Laufzeitbereich bedient und bei einem Spread von ms +2 Bp (Guidance: ms +8 Bp area; NIP: 2 Bp) ein Orderbuch von über EUR 4 Mrd. generieren können. Das Emissionsvolumen sei auf EUR 1,5 Mrd. festgelegt worden, womit die SOCSFH in 2022 verteilt über vier Transaktionen insgesamt EUR 5,75 Mrd. habe einsammeln können.
Die Berlin Hyp (Ticker: BHH) habe mit ihrem vierten Marktauftritt im laufenden Jahr ihr 2022er Gesamtvolumen auf EUR 3,0 Mrd. erhöht, wobei der Pfandbrief (ISIN DE000BHY0JW5 / WKN BHY0JW) (5y) gestern ein Volumen von EUR 750 Mio. bei einem finalen Spread vom ms -2 Bp aufgewiesen habe (Orderbuch: EUR 1,23 Mrd.; NIP: 3 Bp).
Das Neuemissionsvolumen bei EUR-Benchmarkanleihen in 2022 belaufe sich aktuell auf EUR 174,1 Mrd. Zusammenfassend bleibe dabei das Bild aus den Vorwochen bestehen. Kurze Laufzeiten aus den Kernländern Deutschland und Frankreich würden aktuell die höchste Nachfrage bei Investoren aufweisen, was sich recht eindeutig an der Orderbuchgröße, Einengung zur anfänglichen Guidance und NIP festmachen lasse. Emittenten aus Non-EWR-Ländern wie Australien würden aber selbst hier einige Zugeständnisse abverlangt, wie die Transaktion der CBAAU zeige. In Richtung des mittleren Laufzeitbereichs müssten sich speziell Emittenten aus der sogenannten "zweiten Reihe" auf die Spreaderwartungen der Investoren zubewegen.
Die Nachfrage in der vergangenen Woche habe aber gezeigt, dass sich Neuemissionen auch hier problemlos platzieren lassen würden. Lange Laufzeiten hätten die Emittenten seit Mitte September (DZHYP 9,2y; DB 10y) aufgrund der Fokussierung der Investoren auf das kurze und mittlere Segment gemieden. Kurzfristig scheine sich das allgemeine Marktumfeld ein wenig aufzuhellen und es dürfte spannend werden zu sehen, ob sich der ein oder andere Emittent auch wieder am langen Ende versuche. An entsprechend positiven Tagen können wir uns vorstellen, dass die Risikobereitschaft von Investoren gegeben sein könnte, so die Analysten der NORD/LB. Allerdings leiten wir aus den technischen Details (Überzeichnung, Oderbuchgröße, NIP) der Neuemissionen der vergangenen Wochen ab, dass die Nachfrageseite einiges an Zugeständnissen beim Preis (sprich: Neuemissionsprämie) erwarten würde, so die Analysten der NORD/LB.
Sekundärmarkt zeichne ähnliches Bild wie der Primarmarkt. Die Musik spiele auch hier am kurzen Ende, sowohl was Umsätze als auch Preisentwicklung betreffe. Die Neuemissionen würden aktuell gut aufgenommen und würden um Reoffer bzw. leicht enger notieren und speziell bei deutschen Namen gebe es wenig Verkaufsdruck, wenn neue Ware an den Markt komme. Bei APAC-Namen sehe das Bild etwas differenzierter aus, da hier bei Neuemissionen eine höhere NIP gezahlt werde. Damit erscheine Sekundärware zu teuer und werde eher im Tausch gegen die Neuemission zum Verkauf gestellt. Die Underperformance von UK-Covered Bonds sei nach dem politischen Turnaround zunächst zum Stillstand gekommen, wobei der Markt hier als extrem illiquide zu bezeichnen sei.
Ein Renditevergleich des neuen zweijährigen Öffentlichen Pfandbriefs der LBBW (Reoffer: ms -12 Bp, aktuell ca. ms -25 Bp;) mit der noch 9,1 Jahren laufenden Anleihe der DZHYP von Mitte September (aktuell ca. ms +7 Bp; Reoffer: ms +7 Bp) zeige, dass eine Laufzeitverlängerung von sieben Jahren den Investoren im Moment nur einen Renditeaufschlag von ungefähr 0,55% bringe (3,30% DZHYP 9,1y gegenüber 2,75% LBBW 2y). Auch hier sehen wir neben der allgemeinen Risikoneigung einen Grund für die Präferenz des kurzen Laufzeitsegments, so die Analysten der NORD/LB. Sollte es, wie oben beschrieben, zu Emissionen am langen Ende kommen und diese entsprechend attraktiv gepreist sein, sähen die Analysten der NORD/LB die Möglichkeit, dass sich auch das lange Ende am Sekundärmarkt verbilligen könnte und die Spreadkurven allgemein steiler würden. (Ausgabe 32 vom 19.10.2022) (20.10.2022/alc/a/a)
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