Covered Bond-Markt bleibt in sehr guter Verfassung


06.02.19 11:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nachdem der bisherige Jahresverlauf von einer regen Emissionstätigkeit gekennzeichnet war, verlief der Monatswechsel deutlich ruhiger, so Henning Walten und Dr. Frederik Kunze von der Nord LB.

Mit der Sparebanken Sør aus Norwegen und der SEB aus Schweden seien nur zwei Emittenten am Markt aktiv gewesen, welche beide zudem bereits vergangene Woche und damit noch im Januar ihre Bonds platziert hätten. Insgesamt belaufe sich das im Januar emittierte Volumen an EUR-Benchmarkbonds somit auf EUR 37,25 Mrd. verteilt auf 44 Anleihen. Sowohl die EUR 500 Mio. große Emission (ISIN XS1947550403 / WKN A2RXFC) der Sparebanken Sør als auch die mit EUR 1,25 Mrd. deutlich größere Anleihe (ISIN XS1948598997 / WKN SEB0CJ) der SEB seien auf großes Investoreninteresse gestoßen und mit Bid-to-Cover Ratios von 3,8 bzw. 2,6 deutlich überzeichnet gewesen. Die Sparebanken, welche ihren sieben Jahre laufenden Bond nach einer Guidance von ms +23 Bp bei ms +19 Bp habe preisen können, habe insbesondere Kaufinteresse aus Deutschland/Österreich (63% der Zuteilung) und den Nordics (17%) generiert. Investoren seien hauptsächlich Banken (53%) gewesen, gefolgt von Asset Managern (34%).

Ein wenig anders habe sich die Nachfrage des SEB-Bonds (7y) gestaltet, der nur zu 42% an Käufer aus Deutschland und Österreich gegangen sei. Mit jeweils mehr als 10% des zugeteilten Volumens seien zudem Investoren aus den Benelux-Staaten (18%), den Nordics (14%) und UK/Ireland (12%) beteiligt gewesen. Etwas weniger als die Hälfte sei dabei an Banken (46%) gegangen, gefolgt von Funds (24%) und Zentralbanken/OI mit 18%. Der Bond, der mit einer Guidance von ms +16 Bp in die Vermarktung gegangen sei, habe sich wie bei der Emission der Sparebanken deutlich einengen können und sei final bei ms +11 Bp gepreist worden.

Ebenfalls im Benchmarksegment, allerdings in GBP, habe sich Santander UK zum Ende der vergangenen Woche am Markt gezeigt. Sie habe einen GBP 1,0 Mrd. umfassenden Bond mit einer Laufzeit von fünf Jahren begeben. Die hypothekarisch-besicherte FRN-Emission basiere dabei, wie mittlerweile üblich, auf dem SONIA und sei bei SONIA +73 Bp gepreist worden.

Vergangenen Donnerstag haben wir die aktuellste Ausgabe unserer LCR-Studie veröffentlicht, so die Analysten der Nord LB. Neben der Systematik zur Beurteilung der LCR-Einstufung von Covered Bonds enthalte die Studie die Einschätzungen der Analysten zur LCR-Fähigkeit der im Januar im iBoxx EUR Covered enthaltenen Bonds. Darüber hinaus würden die Analysten der Nord LB auch die aktuellen Übersicherungsniveaus der relevanten Deckungsstöcke sowie die gewählten Laufzeitstrukturen der im iBoxx enthaltenen Bonds ausweisen und als weiteren Service zudem die Links zu den aktuellen Cover Pool Reportings bereitstellen.

Bereits zum Jahresende 2015 seien sowohl das Bausparkassengesetz (BausparkG) als auch die Bausparkassen-Verordnung (BausparkV) umfassend überarbeitet worden. Zu den zahlreichen Anpassungen bzw. Änderungen, die durch diese Novellierung auf den Weg gebracht worden seien, zähle auch die Schaffung der grundsätzlichen Möglichkeit für Bausparkassen, Pfandbriefe zu begeben. Über eine entsprechende Pfandbrieflizenz würden mit der Bausparkasse Mainz (grundpfandrechtlich besicherte Forderungen an Kunden per 31.12.2017: EUR 1,47 Mrd.), der Wüstenrot Bausparkasse (grundpfandrechtlich besicherte Forderungen an Kunden per 31.12.2017: EUR 11,25 Mrd.), der Alter Leipziger Bauspar AG (grund-pfandrechtlich besicherte Forderungen per 31.12.2017: EUR 1,18 Mrd.) sowie der Bausparkasse Schwäbisch-Hall AG (grundpfandrechtlich besicherte Forderungen an Kunden per 31.12.2017: EUR 22,64 Mrd.) derzeit insgesamt vier Bausparkassen verfügen.

Dabei seien die beiden letztgenannten Institute seit 28. November 2018 (Alte Leipziger Bauspar AG) bzw. 2. Januar 2019 (Bausparkasse Schwäbisch-Hall) im Besitz der von der BaFin erteilten Zulassung. Bisher habe die Wüstenrot Bausparkasse als einzige deutsche Bausparkasse einen Pfandbrief im Subbenchmark-Segment (EUR 300 Mio. im November 2017) begeben. Sowohl die Alte Leipziger Bauspar AG als auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall würden für das Jahr 2019 Pfandbriefemissionen planen. Auf Basis des grundpfandrechtlich besicherten Volumens erscheine insbesondere die Bausparkasse Schwäbisch Hall als wahrscheinlichster Benchmarkemittent aus dem Kreis der Bausparkassen. Gleichwohl gelte es bei der Ableitung des Portfolios an geeigneten Deckungswerten die absoluten Zahlen dahingehend zu relativieren, dass Bausparkassen aufgrund des Geschäftsmodells zu einem hohen Anteil über zweitrangige Sicherheiten verfügen würden, was den Kreis der deckungsstockfähigen Assets verkleinere.

Der Markt für Covered Bonds bleibe in sehr guter Verfassung. Das Augenmerk richte sich nun verstärkt wieder auf den Sekundärmarkt, da sich die Neuemissionsaktivität verringere. Spreads gegenüber der Swapkurve würden behaglich und beständig enger laufen. (06.02.2019/alc/a/a)