Commerzbank-Anleihe: sehr attraktive Ausstattungsmerkmale


07.09.12 10:23
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN XS0124713784 / WKN 610686) der Commerzbank für eine interessante Alternative für den europäischen Corporate Bonds-Sektor.

Die Unternehmensanleihe sei mit einem attraktiven Kupon von 6,25% ausgestattet, laufe noch bis zum 26.02.2016 und weise eine Stückelung von 1.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 102,50% biete das Papier eine jährliche Rendite von 5,41%. Von der Ratingagentur Moody's werde das Kreditinstitut mit dem Rating "A3" eingestuft, was im unteren, mittleren Investment-Grade-Bereich liege.

Das Kreditinstitut habe jüngst relativ schwache Zahlen für das erste Halbjahr 2012 vorgelegt. Demnach habe sich der operative Gewinn von 1,20 Mrd. Euro auf 1,04 Mrd. Euro verringert. Der Rückgang sei insbesondere dem rückläufigen Marktzinsniveau und der weiter zunehmenden Kundenzurückhaltung geschuldet. Während die Segmente Mittelstandsbank und Central & Eastern Europe ein solides Ergebnis erreicht hätten, hätten die Segmente Privatkunden und Corporates & Markets unter dem Druck des herausfordernden Marktumfelds gestanden. Insgesamt sei in der Kernbank im ersten Halbjahr 2012 ein Operatives Ergebnis in Höhe von 1,4 Mrd. Euro erzielt worden, nach 2,1 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Beim Konzernergebnis nach Anteilen Dritter sei im ersten Halbjahr ein Gewinn von 644 Mio. Euro verzeichnet worden, nach 1,01 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum.

Die Konzernführung habe weiterhin den Fokus darauf gelegt, die Kapitalbasis der Bank unvermindert zu stärken und Risiken zu reduzieren. Positiv sei anzumerken, dass das EBA-Kapitalziel deutlich übertroffen worden sei. Statt des ursprünglich angestrebten Puffers von mindestens 1 Mrd. Euro habe die Bank per Ende Juni 2012 das EBA-Kapitalziel sogar um 2,8 Mrd. Euro übertreffen können. Die Core-Tier-1-Quote sei im zweiten Quartal deutlich von 11,3% per Ende März 2012 auf 12,2% per Ende Juni 2012 erhöht worden und für Januar 2013 erwarte die Geschäftsführung eine nach Basel III Core-Tier-1-Quote von mindestens 10%.

Der Ausblick für das zweite Halbjahr 2012 sei enttäuschend ausgefallen. So rechne der Vorstand der Commerzbank mit keiner kurzfristigen Stabilisierung des Marktumfelds und das Operative Ergebnis dürfte weiter unter Druck bleiben. Die Geschäftsführung der Commerzbank habe zwar die Zielvorgaben für das laufende Geschäftsjahr bekräftigt. Diese sähen u.a. eine Senkung der Verwaltungskosten auf unter 7,6 Mrd. Euro, eine Stabilisierung der Risikovorsorge auf einem Niveau von maximal 1,7 Mrd. Euro sowie ein solides operatives Ergebnis vor. Jedoch halte die Commerzbank zum Beispiel das Ziel für die Risikovorsorge für zunehmend ambitioniert. Und das Konzernergebnis solle unter dem der ersten sechs Monate liegen.

Die Halbjahreszahlen seien erneut von Maßnahmen zur Stärkung der Kapitalstruktur und des Schuldenabbaus geprägt gewesen. Positiv ist nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research das Übertreffen des Kapitalziels der EBA zu erwähnen. In diesem Zusammenhang drohe aber ein weiterer Verwässerungseffekt für die Aktionäre, sollten die Großaktionäre von ihrem Wandlungsrecht Gebrauch machen.

Das Management der Commerzbank sei weiterhin sehr bemüht, die Risikopositionen in der Bilanz zu reduzieren. Dies dürfte zwar das mittelfristige Ertragspotenzial schmälern, aber auch für mehr Ertragsstabilität sorgen. Den Analysten von Anleihencheck Research erscheint das avisierte Ergebnisziel, spätestens 2015 einen operativen Gewinn von 4 Mrd. Euro zu erzielen, nach wie vor durchaus realistisch, auch wenn die derzeitigen Rahmenbedingungen für den Bankensektor alles andere als gut sind. Denn die Commerzbank erwirtschafte mit seiner Kernbank weiterhin relativ solide Gewinne und sei im Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft gut aufgestellt. Es dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass die Commerzbank, trotz der weiterhin sehr schwierigen Rahmenbedingungen, wohl in diesem Jahr einen Operativen Gewinn zwischen 1,5 und 2,0 Mrd. Euro sowie ein Konzernergebnis von knapp 1 Mrd. Euro erwirtschaften dürfte. Sollten sich die Marktbedingungen und das Zinsumfeld wieder verbessern, könnten diese Ergebnisgrößen schnell verdoppelt werden.

Bei einem Investment in die Commerzbank-Aktie würden Anleger viel Geduld und gute Nerven brauchen. Eine Alternative gegenüber einem Direktinvestment könnte aber die o.a. Unternehmensanleihe darstellen. Sie bietet nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research mit einem Kupon von 6,25% und einer jährlichen Rendite von aktuell 5,41% für einen Corporate-Bonds aus dem Investment-Grade-Bereich attraktive Ausstattungsmerkmale. Zudem sei die Laufzeit bis 2016 überschaubar. (Analyse vom 07.09.2012) (07.09.2012/alc/a/a)


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