Erweiterte Funktionen

Chilenischer Zinserhöhungszyklus gerät ins Stocken


31.05.19 10:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Eigentlich hatte die Chilenische Zentralbank geplant, den Leitzins mittelfristig auf die aus ihrer Sicht neutrale Rate von 4,00 bis 4,25 Prozent anzuheben, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Beim letzten Treffen der Währungshüter Anfang Mai sei es jedoch zu keinem weiteren Zinsschritt gekommen, der Leitzins sei bei drei Prozent belassen worden. Die Notenbank sei zunehmend besorgt, dass die ökonomischen Rahmenbedingungen eine weitere Anhebung der Zinsen nicht erlauben könnten. Besonders wichtig für die chilenische Wirtschaft sei der Kupferexport, ein großer Teil der Ausfuhren gehe nach China. Leide die chinesische Wirtschaft unter dem Handelsstreit mit den USA, belaste dies auch die chilenische Konjunktur. Im ersten Quartal sei die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr daher nur um enttäuschende 1,6 Prozent gewachsen. Dies laste auch auf dem Chilenischen Peso, der seit Monatsbeginn gegenüber dem Euro fast 4 Prozent verloren habe. Die Deutsche Bank gehe davon aus, dass der nächste Zinsschritt bis in den März 2020 verschoben werde. Weiteren Aufschluss über die aktuelle wirtschaftliche Lage in Chile würden die Produktionszahlen für das Verarbeitende Gewerbe geben, die heute veröffentlicht würden. (31.05.2019/alc/a/a)