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Capital Group veröffentlicht Investment Outlook für 2025


13.12.24 13:30
Capital Group

Los Angeles (www.anleihencheck.de) - Capital Group, einer der weltweit größten und erfahrensten aktiven Investmentmanager mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 2,8 Billionen US-Dollar, hat am gestrigen Donnerstag seinen Investment Outlook für 2025 veröffentlicht, der Einblicke in die Art und Weise bietet, wie die wichtigsten Marktkräfte - eine lebhafte US-Wirtschaft, bedeutende Chancen im Bereich der künstlichen Intelligenz und die erneute Attraktivität von festverzinslichen Wertpapieren - die Portfolios im kommenden Jahr prägen werden, so die Experten der Capital Group.

Die US-Wirtschaft zeige sich weiterhin widerstandsfähig und scheine "rückwärts zu altern", da sie von den Merkmalen eines späten Zyklus zurück zur Mitte des Zyklus übergehe. In der Zwischenzeit würden die großen Volkswirtschaften der Welt im Jahr 2025 unterschiedliche Wege einschlagen, und die Rolle Amerikas als wichtigster Motor des globalen Wachstums könnte sich weiter ausweiten.

"Anstatt in eine Rezession zu fallen, wie viele vor einem Jahr vorausgesagt haben, bleibt die US-Wirtschaft stark und führt die Welt zu einer Zeit an, in der andere straucheln", kommentiere Martin Romo, Chief Investment Officer der Capital Group. "Für Anleger, die sich auf Flexibilität und Research-getriebenes aktives Management konzentrieren, bieten sich in Zukunft bedeutende Chancen. Erfolgreiches Investieren ist ein langfristiges Unterfangen und obwohl es leicht sein kann, sich angesichts von Marktturbulenzen oder geopolitischer Ungewissheit an die Seitenlinie zurückzuziehen, besteht der beste Ansatz darin, investiert zu bleiben und sich auf die langfristigen Ziele zu konzentrieren, ohne sich vom täglichen Lärm ablenken zu lassen."

Der Anlageausblick 2025 von Capital Group beschreibe die wichtigsten Anlagethemen, die sich auf die globalen Märkte und Anlageklassen auswirken würden, sowie die globalen Inflationstrends und die Frage, wie man in einem Umfeld sinkender Zinsen möglicherweise investieren sollte. Pramod Atluri, Anleihenportfoliomanager, kommentiere: "Die Fed wird nicht mehr so im Mittelpunkt stehen. Die Zinssätze scheinen für das Wirtschaftswachstum nicht sehr restriktiv zu sein."

Equity

- KI sei vielleicht überbewertet und größer als man denke. "Die sogenannten Hyperscaler - Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft - geben etwa die Hälfte ihres Investitionsbudgets für Technologie aus und die andere Hälfte für den Kauf von Grundstücken, den Bau möglichst vieler Rechenzentren in der Nähe einer zuverlässigen Stromversorgung und den Abschluss langfristiger Verträge mit Energieversorgern. Das sollte über Jahre hinweg Investitionsmöglichkeiten bieten", kommentiere Aktienportfoliomanager Mark Casey.

- Dividendenwerte würden bei den Anlegern wieder auf Interesse stoßen. "Ich suche nach Möglichkeiten, in Dividendenzahler zu investieren, die vom Markt übersehen wurden. Dazu gehören vergessene Pharmaunternehmen oder Arzneimittelhersteller, die aufgrund der Fokussierung des Marktes auf Behandlungen zur Gewichtsreduktion ignoriert wurden, sowie Versorgungsunternehmen und ausgewählte Banken", sage Cheryl Frank, Aktienportfoliomanagerin.

- Small-Cap-Aktien: "Die Bewertungsdiskrepanz zwischen kleinen und großen Aktien ist eine der größten, die wir je gesehen haben. Es gibt viele innovative Unternehmen, die im Vergleich zu größeren Unternehmen, die mit bekannten Marktthemen verbunden sind, günstig bewertet sind. Ich glaube, dass bestimmte Small Caps für ein Comeback bereit sind", so Aktienportfoliomanager Julian Abdey.

- Ein Superzyklus bei den Investitionsausgaben werde von einer Reihe globaler Trends angetrieben, die über die Technologie hinausgehen würden. "Diese Trends bieten Investitionsmöglichkeiten für mehrere Jahrzehnte; hier befinden wir uns gerade mal am Anfang. Europa beherbergt einige industrielle Großunternehmen, die in Bereichen Fuß fassen, die für ein potenzielles langfristiges globales Wachstum reif sind", kommentiere die Aktienportfoliomanagerin Lara Pellini.

- Anleger müssten tiefer graben, um Chancen in den Schwellenländern zu entdecken. Indien und China würden unterschiedliche Anlagechancen und -risiken bieten, wobei der indische Technologieboom und der chinesische Verbrauchermarkt jeweils das Wachstum vorantreiben würden.

- Japanische Unternehmen würden überschüssige Barmittel freisetzen, um Anleger zu belohnen. Mit der Verbreitung von Unternehmensverbesserungen würden höhere Renditen für ein breiteres Spektrum von Aktien erwartet, da sich mehr Unternehmen auf Gewinnwachstum und Dividenden konzentrieren würden. Die Cash-Quoten würden sinken, da die Unternehmen überschüssige Barmittel in Form von Dividenden an die Aktionäre zurückgeben würden.

Fixed Income

- Das Ertragspotenzial von Anleihen habe möglicherweise einen langen Atem. "Im heutigen Zinsumfeld können Anleger mit hochwertigen Anleihen ein gesundes Einkommensniveau erzielen. Die Auswahl der Wertpapiere kann eine Triebfeder für die Rendite sein, mit attraktiven Möglichkeiten bei Hypothekenanleihen und verbrieften Krediten", kommentiere Vince Gonzales, Anleihenportfoliomanager.

- Anleihen würden ihre Rolle als stabilisierende Kraft erneuern. "Die US-Notenbank konzentriert sich darauf, die Arbeitsmärkte zu stützen, da die Inflation nun nahe am Zielwert liegt. Unter sonst gleichen Bedingungen sollten sich niedrigere Leitzinsen positiv auf die Risikomärkte und die Wirtschaft auswirken. Anleihen sind in der Lage, wieder Diversifizierungsvorteile zu bieten", sage Tim Ng, Anleihenportfoliomanager.

- Der wirtschaftliche Rückenwind werde Unternehmens- und High Yield-Anleihen unterstützen. "Obwohl sich Schwachstellen abzeichnen, könnten die Zinssenkungen der Fed dazu beitragen, das Tempo einer möglichen Konjunkturabschwächung abzumildern. Ich denke, dass sich das Wirtschaftswachstum in einem Jahr verlangsamen könnte, daher ist es wichtig zu erkennen, welche Unternehmen am stärksten betroffen sein könnten", sage David Daigle, Anleihenportfoliomanager.

- Schwellenländeranleihen würden sich widerstandsfähig zeigen. "Viele große Schwellenländer verfügen über ein gutes Instrumentarium - bessere Reserven, positive Realzinsen mit Spielraum für eine Lockerung, weniger Ungleichgewichte als die entwickelten Märkte und faire bis unterbewertete Wechselkurse. Die Politik ist flexibel genug, um den Sturm zu überstehen", sage Kirstie Spence, Anleihenportfoliomanagerin.

"Ich neige dazu, die Welt in Form von Rücken- und Gegenwind zu betrachten", sage Rob Lovelace, Portfoliomanager von Capital Group. "Die USA haben viel Rückenwind auf wirtschaftlicher Ebene, auf Branchenebene und auf Unternehmensebene, während Europa und China im Moment mit echtem Gegenwind zu kämpfen haben. Zu Beginn des neuen Jahres liegt es an uns, unsere jahrzehntelange Erfahrung im aktiven Investieren einzusetzen, um die Anlagechancen der Zukunft zu entdecken." (Ausgabe vom 12.12.2024) (13.12.2024/alc/a/a)