CENTROSOLAR Group-Anleihe: Derzeit nur für hartgesottene Spekulanten interessant


20.04.12 12:18
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1E85T1 / WKN A1E85T) der CENTROSOLAR Group nur für hartgesottene Spekulanten für interessant.

Die Anleihe, emittiert von der CENTROSOLAR Group AG, sei mit einem Kupon von 7,00% ausgestattet, laufe noch bis zum 15.02.2016 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 EUR auf. Bei einem aktuellen Kurs von 31,50 EUR biete das Papier eine jährliche Rendite von 48,28%. Ein Rating durch die großen Ratingagenturen gebe es nicht.

Die CENTROSOLAR AG sei eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der CENTROSOLAR Group AG. Der internationale Konzern beschäftige weltweit über 1.000 Mitarbeiter und das Angebot umfasse alle Bereiche der Solartechnik. Über 60 Prozent des Umsatzes werde im Ausland erzielt. Es gebe Niederlassungen in Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien, den USA und Kanada.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 habe sich der Gesamtumsatz von 403 Mio. Euro auf 293 Mio. Euro verringert. Hauptgrund für den Umsatzrückgang sei vor allem der anhaltende Preisverfall im Laufe des Jahres gewesen. So seien die Preise für Standardmodule innerhalb des Berichtszeitraums um durchschnittlich 35% gesunken. Dies habe sich auch negativ auf die Ergebnisentwicklung ausgewirkt. So sei das EBITDA von +34,7 Mio. Euro auf -3,7 Mio. Euro gesunken und das EBIT habe -13,2 Mio. Euro betragen, nach +26,6 Mio. Euro in 2010. Neben dem Preisverfall hätten auch einmalige Sondereffekte, wie Anlaufverluste in den USA und die Sortimentserneuerung beim Tochterunternehmen Renusol das Ergebnis belastet. Unter dem Strich sei beim Nachsteuerergebnis ein Verlust von 16,8 Mio. Euro verzeichnet worden, nach einem Gewinn von 15,8 Mio. Euro im Vorjahr.

Überraschenderweise habe die Geschäftsführung für 2012 eine Ergebnisverbesserung in Aussicht gestellt. Je nach Ausgestaltung der Förderbedingungen in den einzelnen Märkten gehe das Unternehmen für 2012 von einem Umsatz in der Größenordnung von 250 bis 300 Mio. Euro sowie einer gegenüber dem Vorjahr verbesserten Ergebnisposition aus.

Die Zahlen für 2011 seien erwartungsgemäß schwach ausgefallen. Sie würden das derzeitige Branchenumfeld für den Solarsektor widerspiegeln, welches durch Überkapazitäten, einem enormen Preisdruck und regulatorischen Unsicherheiten geprägt sei. Vor diesem Hintergrund sorge der Ausblick der Geschäftsführung für eine positive Überraschung. Die Geschäftsführung der CENTROSOLAR Group erwarte für 2012 keine so drastischen Preisbewegungen mehr wie noch in 2011. Zudem sehe man sich in einer außerordentlich guten Ausgangsposition, um aus der jetzt anstehenden Konsolidierungsphase gestärkt hervorzugehen. Die Guidance für 2012 erscheine aber auf Basis der aktuellen Datenlage sehr ambitioniert.

Per 31.12.2011 hätten die liquiden Mittel der Gesellschaft 25,9 Mio. Euro betragen und die freien Kreditlinien hätten bei 39,1 Mio. Euro gelegen. Die Eigenkapitalquote per Ende 2011 habe sich auf 36,8% belaufen. Damit stehe CENTROSOLAR Group im Branchenvergleich noch relativ gut da und könnte tatsächlich aus der zu erwartenden Branchenkonsolidierung gestärkt hervorgehen. Dennoch könnte sich die Lage auch bei der CENTROSOLAR Group merklich verschlechtern, sollte es in diesem Jahr zu einem stärkeren Preisverfall als befürchtet kommen. Denn dann dürfte der in Aussicht gestellte Gewinn kaum zu erreichen sein.

Die CENTROSOLAR Group steht nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research im Branchenvergleich noch relativ gut da. Eine Insolvenz, wie es der aktuelle Anleihekurs von 31,50 EUR andeute, sehe man zwar vorerst nicht, doch könne aktuell niemand prognostizieren, wann die erhoffte Branchenkonsolidierung eintrete. Solange ist die o.a. Anleihe der CENTROSOLAR Group nur für sehr spekulativ veranlagte Anleger interessant. (Analyse vom 20.04.2012) (20.04.2012/alc/a/a)


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