CENTROSOLAR Group-Anleihe: Bleibt vor dem Hintergrund der ausbleibenden Branchenerholung ein heißes Investment


07.06.12 10:40
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1E85T1 / WKN A1E85T) der CENTROSOLAR Group nur für hartgesottene Spekulanten für interessant.

Die Anleihe, emittiert von der CENTROSOLAR Group AG, sei mit einem Kupon von 7,00% ausgestattet, laufe noch bis zum 15.02.2016 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 EUR auf. Bei einem aktuellen Kurs von 34,20% biete das Papier eine jährliche Rendite von 47,16%. Ein Rating durch die großen Ratingagenturen gebe es nicht.

Die CENTROSOLAR AG sei eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der CENTROSOLAR Group AG. Der internationale Konzern beschäftige weltweit über 1.000 Mitarbeiter und das Angebot umfasse alle Bereiche der Solartechnik. Über 60 Prozent des Umsatzes werde im Ausland erzielt. Es gebe Niederlassungen in Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien, den USA und Kanada.

Das Unternehmen habe vor Kurzem seine Zahlen für das erste Quartal 2012 veröffentlicht. Obwohl der Absatz um 6% auf 27,4 MWp zugenommen habe, sei es zu einem Umsatzrückgang um 21% auf 56,5 Mio. Euro gekommen. Dies sei vor allem auf den anhaltenden Preisverfall bei Solarmodulen und -systemen zurückzuführen. So sei der durchschnittliche Verkaufspreis eines Standardmoduls im Vergleich zum vierten Quartal um 17% gesunken, im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres sogar um 42%. Die Absatzsteigerung sei mit kurzfristigen Vorzieheffekten im März aufgrund der Einspeisevergütung zum 1. April in Deutschland zu erklären. Der deutliche Preis- und Margendruck habe auch die Ergebnisseite belastet. So sei es zu einem operativen Verlust in Höhe von 4,8 Mio. Euro gekommen, nach einem operativen Gewinn von 0,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das EPS sei mit -0,26 Euro (VJ: -0,04 Euro) ausgewiesen worden.

Der Ausblick für 2012 sei leicht angepasst worden. Habe die Geschäftsführung bisher einen Umsatz zwischen 250 und 300 Mio. Euro in Aussicht gestellt, rechne diese nun damit, dass sich dieser eher am unteren Rand der Spanne bewegen werde. Nach wie vor erwarte der Vorstand aber eine Ergebnisverbesserung gegenüber 2011.

Wie erwartet sind nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research die publizierten Quartalszahlen schwach ausgefallen. Die Vorzieheffekte hätten zwar einen positiven Effekt gehabt, doch habe sich dieser in Grenzen gehalten. Zu stark seien die Preisrückgänge für Solarmodule gewesen, so dass die Umsätze der CENTROSOLAR Group deutlich geschrumpft seien. Positiv sei hervorzuheben, dass es dem Management gelungen sei, die operativen Kosten weiter zu senken. Auch die gute Absatzentwicklung im Ausland (USA, Griechenland und Großbritannien) sei vor dem Hintergrund des anhaltenden Preisverfalls in Deutschland positiv zu erwähnen.

Doch die Rahmenbedingungen für die Solarbranche bleiben sehr hart und daher erscheint den Analysten von Anleihencheck Research die Guidance (vor allem ergebnisseitig) auf Basis der aktuellen Datenlage weiterhin sehr ambitioniert. In Deutschland und Italien seien weitere Förderkürzungen zu erwarten, so dass vermutlich das zweite Quartal ebenfalls schwach ausfallen dürfte. Positiv sei anzumerken, dass sich das Unternehmen auf das vergleichsweise etwas besser geförderte Segment der kleineren Solaranlagen für Dächer sowie Schlüsselkomponenten konzentriert habe und auch bei den immer stärker nachgefragten Eigenverbrauchslösungen eine führende Stellung einnehme. Zudem wolle das Unternehmen die Vertriebsaktivitäten steigern, um weitere Marktanteile hinzuzugewinnen.

Per 31.03.2012 hätten die liquiden Mittel und freien Kreditlinien der Gesellschaft 35,0 Mio. Euro betragen, wobei die freie Kreditlinien von 46,3 Mio. Euro auf 28,3 Mio. Euro reduziert worden seien. Die Eigenkapitalquote habe per Ende März 2012 bei 33,3% gelegen und sich damit gegenüber Ende 2011 um 6,5% reduziert. Damit stehe CENTROSOLAR Group im Branchenvergleich noch relativ gut da und könnte tatsächlich aus der zu erwartenden Branchenkonsolidierung gestärkt hervorgehen. Doch komme es auf dem Solarmarkt nicht bald zu einer Stabilisierung, dürfte sich auch die Lage für die CENTROSOLAR Group weiter eintrüben. Insofern begrüßen die Analysten von Anleihencheck Research das konsequente Liquiditätsmanagement des Vorstands.

Der Kurs der o.a. Anleihe habe zuletzt leicht zulegen können. Eine Insolvenz, wie es das aktuelle Kursniveau andeute, könne zwar nicht ausgeschlossen werden, drohe aber vorerst nicht. Es sei aber wichtig, dass bald die erhoffte Branchenkonsolidierung eintrete, da ansonsten der Cashbestand weiter sinken dürfte. Solange bleibt für die Analysten von Anleihencheck Research die o.a. Anleihe der CENTROSOLAR Group nur für sehr spekulativ veranlagte Anleger interessant. (Analyse vom 07.06.2012) (07.06.2012/alc/a/a)


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