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Bund-Renditen vor dem Test ihrer Allzeittiefs?


02.06.16 08:50
Alte Leipziger Trust

Oberursel (www.anleihencheck.de) - Niedrige Zinsen und hohe Liquidität reichen auf Dauer alleine nicht aus, um Aufwärtsbewegungen am Aktienmarkt zu rechtfertigen, so die Experten der Alte Leipziger Trust.

Ab einem gewissen Punkt sollten auch Unternehmensgewinne die Entwicklung mittragen. Und hier bestehe also Anlass zur Hoffnung.

Weil die Kerninflation tendenziell enttäusche und der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter aufwerten dürfte, scheine eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik im Jahresverlauf nicht ausgeschlossen. Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen könnten wegen der neuen Maßnahmen der EZB wieder in Richtung alter Tiefstände fallen. Allerdings könnten die Bund-Renditen bei einer sich stabilisierenden Marktstimmung und leicht anziehenden US-Renditen im zweiten Halbjahr wieder moderat steigen. Die Risikoaufschläge von Anleihen der EU-Peripheriestaaten sollten durch die Maßnahmen der EZB mittelfristig weiter fallen, wodurch sich für dieses Anlagesegment zusätzliches Kurspotenzial ergebe.

Die US-Wirtschaft habe ihre Ungleichgewichte zwischenzeitlich abgebaut und wachse weiterhin ordentlich. Wegen des allerdings schwachen ersten Quartals und der gestiegenen Risiken könnte die FED die Zinsen gegebenenfalls erst später im Jahr anheben. Die sehr graduellen Zinserhöhungen der FED sollten die US-Renditen am langen Ende lediglich moderat steigen lassen. Die Treasury-Kurve sollte in den kommenden Quartalen etwas flacher verlaufen, weil die Renditen am kurzen Ende etwas stärker zulegen sollten als die langfristigen.

Der US-Dollar sollte vorerst nicht weiter aufwerten, da die FED ihre Zinsen nicht aggressiver erhöhe als der Markt derzeit erwarte. Die Geldpolitik der EZB fokussiere weniger auf den Wechselkurskanal. Der Euro könnte vor diesem Hintergrund etwas aufwerten. Weil die Inflation aus Sicht der EZB zu gering sei, werde sie den USD/EUR-Wechselkurs jedoch nicht dauerhaft ignorieren. Entsprechend dürfte sie ihre Geldpolitik im späteren Verlauf des Jahres abermals lockern, was den Euro dann wieder etwas belasten sollte. (Ausgabe Juni 2016) (02.06.2016/alc/a/a)