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Bund-Rendite markiert Rekordtief


15.05.12 15:53
BayernLB

München (www.anleihencheck.de) - In Griechenland werden nach dem Scheitern aller bisherigen Bemühungen um eine Regierungsbildung Neuwahlen immer wahrscheinlicher, so die Analysten der BayernLB.

In diesem Fall sei mit einem weiteren Erstarken der radikalen Linken zu rechnen, in deren Folge Investoren einen Euro-Exit des Landes und damit verbundene Ansteckungseffekte fürchten würden. Die Rendite zehnjähriger Bunds sei vor diesem Hintergrund gestern auf ein Rekordtief von 1,43% gefallen.

Die Risiko-Spreads der Peripherieländer hätten sich am Sekundärmarkt kräftig ausgeweitet, die Rendite zehnjähriger Bonds Spaniens bzw. Italiens sei gestern um 22 bzw. 19 Basispunkte auf 6,2% bzw. 5,7% gestiegen. Die gestrigen Auktionen von spanischen Geldmarktpapieren und italienischen Staatsanleihen seien zwar problemlos verlaufen, hätten aber nicht zur Beruhigung beitragen können. Zusätzlich auf dem Sentiment habe die unerwartet schwache Industrieproduktion im Euro-Raum von März gelastet, die um 0,3% ggü. Vormonat gefallen sei (Konsens: +0,4%). In China habe die Zentralbank nach zuletzt schwächeren Konjunkturdaten den Mindestreserveanforderungen für Banken gesenkt, was die Diskussion um ein Hard-landing der dortigen Konjunktur habe aufkeimen lassen.

Bunds dürften sich heute nur leicht erholen.

Beim US-Einzelhandelsumsatz von April rechne man mit einem leichten Anstieg um 0,1% ggü. Vormonat. Der Empire State Manufacturing-Index dürfte sich im Mai von 6,56 auf 8,00 Punkte erholt haben.

Das BIP in Deutschland sei in Q1/2012 mit +0,5% deutlich stärker gestiegen als erwartet (Konsens: +0,1%), in Frankreich sei das BIP wie erwartet ggü. Vormonat unverändert geblieben. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen dürfte im Mai von 23,4 auf 19,0 Punkten gesunken sein. (15.05.2012/alc/a/a)