Bund-Future: Verluste lassen nicht lange auf sich warten


13.04.17 10:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Nach dem gut behaupteten Start in den gestrigen Handelstag ließen die Verluste beim Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) nicht lange auf sich warten: Die Emissionsflut aus dem Euroraum brachte ihn am Vormittag erwartungsgemäß unter Abgabedruck, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Nachdem die Anleihen aus Deutschland, Irland, Italien und Portugal platziert gewesen seien, hätten sich die Notierungen erholen können. Das habe jedoch nur bedingt für die französischen OATs gegolten: Die Aussicht darauf, dass es zu einer Stichwahl am 7. Mai zwischen zwei politischen Extremen kommen könne, habe die Anleger verschreckt. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass eine französische Präsidentin/ein Präsident das Parlament benötige, um Vorhaben umzusetzen. Und hier seien starke Zweifel angebracht, dass es nach der Parlamentswahl Ende Juni entsprechende Mehrheitsverhältnisse geben werde.

Heute Morgen seien Daten aus China veröffentlicht worden: Die Importe und Exporte hätten im Jahresvergleich kräftig angezogen, sodass es einen erheblichen Handelsbilanzüberschuss gegeben habe. Der Anstieg der Importe dürfte teilweise auf die erheblich höheren Rohstoffpreise zurückzuführen sein. Die Exportdaten dürften vom chinesischen Neujahrsfest beeinflusst sein. Daher sollte man bei der Beurteilung dieser Daten vorsichtig sein, denn einen neuen Einblick in die wirtschaftliche Situation des Landes würden sie nicht gewähren.

Im weiteren Tagesverlauf würden die endgültigen Werte für die deutschen und französischen Verbraucherpreise im März veröffentlicht. Impulse oder Überraschungen seien ähnlich wie von den gestrigen Preisdaten nicht zu erwarten.

Der Fokus werde sich vielmehr auf die US-Daten richten. Heute würden die Erzeuger- und morgen die Konsumentenpreisdaten veröffentlicht. Die Kernrate sollte der FED erneut Munition für die Rechtfertigung eines baldigen Leitzinsschrittes geben. Die Stimmung der US-Konsumenten gemessen mit dem vorläufigen Wert des Indikators der Uni Michigan dürfte sich als Folge erster Enttäuschungen über die Politik der US-Regierung stärker eingetrübt haben, als es geschätzt werde. Die Einzelhandelsumsätze am Freitag sollten dagegen nicht enttäuschen.

Für zusätzlichen Gesprächsstoff dürfte das Interview des US-Präsidenten im "Wall Street Journal" sorgen. Er präsentiere sich dort als politisches Chamäleon. Ein paar Beispiele: Während seines Wahlkampfes habe er versprochen, China als Währungsmanipulator darzustellen. Davon wolle er jetzt nichts mehr wissen, vielleicht als Ergebnis des Treffens mit dem chinesischen Ministerpräsidenten. Er habe die niedrigen Zinsen gelobt, könnte sich vorstellen, Janet Yellen erneut für den Posten der FED-Chefin zu nominieren, sehe die NATO nicht mehr als obsolet ein, finde den US-Dollar zu stark. Wenn seine Erkenntnisse dazu führen würden, dass sich die US-Regierung allmählich auf das politisch Machbare konzentriere, könnte das durchaus für weitere Überraschungen (Mauer zu Mexiko vielleicht doch nicht) führen, die den Investoren jedoch nicht in jedem Fall schmecken würden (Steuerreform werde nur ein kleiner Wurf).

Zu Griechenland gebe es etwas Neues: Die IWF-Chefin habe deutlich gemacht, dass der IWF noch längst nicht finanziell an Bord sei. Bevor das passiere, müsse die Schuldentragfähigkeit geklärt sein. Die Geldgeber müssten also Zugeständnisse an Griechenland machen.

Es deute vieles darauf hin, dass der Bund-Future gut gestützt bleibe. Dennoch könne das lange Wochenende die Investoren dazu verleiten, Gewinne mitzunehmen, wobei hier auch der Beginn der US-Berichtssaison eine Rolle spielen könne. Nach einer behaupteten Eröffnung sollte er sich zwischen 162,65 und 164,15 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,18% und 2,38% schwanken. (13.04.2017/alc/a/a)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
125,6605 € 125,717 € -0,0565 € -0,04% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 131,95 € 124,26 €