Bulgarien-Anleihe: überdurchschnittliche Rendite bei vertretbaren Risiken


15.10.12 12:08
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN XS0802005289 / WKN A1G64Q) von Bulgarien für eine interessante Alternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor.

Die Staatsanleihe, emittiert von der Republik Bulgarien, sei mit einem attraktiven Kupon von 4,25% ausgestattet, laufe noch bis zum 09.07.2017 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 EUR auf. Bei einem aktuellen Kurs von 108,08% biete das Papier eine jährliche Rendite von 2,42%. Der Emittent und die Anleihe würden von der Ratingagentur Moody's mit der Note von "Baa2" bewertet, was im unteren Investment-Grade-Bereich liege. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten nur ein minimales Kreditrisiko.

Die Euro-Schuldenkrise beherrsche weiterhin das Marktgeschehen in Europa. Zwar habe sich nach den angekündigten weiteren fiskalischen Lockerungsmaßnahmen der FED und EZB die Lage an den Kapitalmärkten spürbar entspannt, doch damit sei nur wieder etwas Zeit gewonnen worden. Denn nur, wenn die eingeleiteten Reformen in den hochverschuldeten Ländern greifen würden, könnte die Schuldenproblematik mittelfristig gelöst werden. Dies sei gegenwärtig aber nicht absehbar, zumal sich viele Länder in der Euro-Zone in der Rezession befänden.

Bulgarien, welches seit 2007 der EU angehöre, sei relativ gut durch die jüngsten Krisen gekommen. Die Wachstumsprognose für dieses Jahr liege zwischen 2% und 3% und Experten würden dem Land für 2013 ein BIP-Wachstum von bis zu 3,5% zutrauen. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Euro-Schuldenkrise seien diese Prognosen aber mit Vorsicht zu genießen. Dennoch dürfte sich Bulgarien weitaus besser als der europäische Durchschnitt entwickeln.

Der Importboom nach dem EU-Beitritt habe besonders in den Jahren 2007 und 2008 in Bulgarien zu einem hohen Leistungsbilanzdefizit und zu steigender Inflation geführt. Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise habe die Inflation in Bulgarien 2009 auf 0,6% gedrückt. Für 2011 sehe man die Inflationsrate bei 2,4%.

Das mit dem EU-Beitritt verfolgte Ziel, der Beitritt zum Wechselkursmechanismus II, sei zurückgestellt worden. Wenngleich Bulgarien die Voraussetzungen ("Maastricht-Kriterien") inzwischen erfüllen dürfte, wolle die Regierung zunächst abwarten, bis die Krise der Eurozone überwunden sei.

Wie derzeit in vielen Staaten Europas, werde auch in Bulgarien der Sparkurs nochmals verschärft. So habe man zu Beginn des Jahres das Renteneintrittsalter um ein Jahr angehoben. Beobachter seien der Meinung, dass sich in Bulgarien, anders als bei seinem südlichen Nachbarn Griechenland, Proteste und Demonstrationen gegen die Sparpolitik bisher in Grenzen halten würden.

Mit Bulgarien könnten Anleger auf einen für europäische Verhältnisse noch recht stabilen Schuldner setzen und dabei eine überdurchschnittliche Rendite erzielen. Dies hätten aber inzwischen viele Marktteilnehmer erkannt und daher würden die Anleihekurse weiter steigen.

Insgesamt sehen die Analysten von Anleihencheck Research in der o.a. Staatsanleihe von Bulgarien dennoch eine durchaus attraktive Alternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor mit vertretbarer Bonität. (Analyse vom 15.10.2012) (15.10.2012/alc/a/a)


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