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Brasilien: Verschuldung der öffentlichen Hand steigt stark an
13.08.20 09:54
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Covid-19-Pandemie hat Lateinamerika zum neuen Epizentrum der Krankheit gemacht, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "emreport".
Vor allem in Brasilien seien die Fallzahlen hoch. Dennoch habe der brasilianische Aktienmarktindex aufgrund steigender Mobilität und sich schrittweise verbessernder Wirtschaftsindikatoren im Juli kräftig zulegen können (+8,3%). Vor allem die Sektoren Industrie und Finanz hätten sich überdurchschnittlich stark entwickelt.
Die staatliche Verschuldung sei und bleibe ein Sorgenkind Brasiliens. Das Defizit der öffentlichen Hand habe per Ende Juni den höchsten Stand seit Beginn der Datenreihe (Juli 1994) verzeichnet. Die Gründe dafür lägen zum einen in einem starken Einnahmenrückgang und der Stundung von Steuerzahlungen, zum anderen in einem signifikanten Anstieg der Ausgaben zur Abfederung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Covid-19-Pandemie und der daraus resultierenden Restriktionen. Die Nettoverschuldung der öffentlichen Hand habe einen Rekordstand von 58,1% des BIP erreicht. Es sei von einer weiteren Eintrübung und Ausweitung des Fiskaldefizits im Laufe des Jahres auszugehen, aufgrund geringerer Steuereinnahmen sowie höherer öffentlicher Ausgaben.
Obwohl der fiskalpolitische Spielraum der Regierung dadurch eingeschränkt werde, gebe es dennoch umfassende (temporäre) Unterstützungen für den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig sollten Infrastrukturprogramme angekurbelt werden, durch weitere Privatisierungen und Konzessionsvergaben. Außerdem habe der amtierende Finanzminister Guedes einen Vorschlag eingebracht, das derzeit sehr komplexe brasilianische Steuersystem zu vereinfachen. Unter anderem sehe dieser vor, eine einheitliche nationale Mehrwertsteuer von 12% auf Waren und Dienstleistungen einzuführen, anstatt der bis dato geltenden unterschiedlichen Steuersätze. (Ausgabe August 2020) (13.08.2020/alc/a/a)
Vor allem in Brasilien seien die Fallzahlen hoch. Dennoch habe der brasilianische Aktienmarktindex aufgrund steigender Mobilität und sich schrittweise verbessernder Wirtschaftsindikatoren im Juli kräftig zulegen können (+8,3%). Vor allem die Sektoren Industrie und Finanz hätten sich überdurchschnittlich stark entwickelt.
Die staatliche Verschuldung sei und bleibe ein Sorgenkind Brasiliens. Das Defizit der öffentlichen Hand habe per Ende Juni den höchsten Stand seit Beginn der Datenreihe (Juli 1994) verzeichnet. Die Gründe dafür lägen zum einen in einem starken Einnahmenrückgang und der Stundung von Steuerzahlungen, zum anderen in einem signifikanten Anstieg der Ausgaben zur Abfederung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Covid-19-Pandemie und der daraus resultierenden Restriktionen. Die Nettoverschuldung der öffentlichen Hand habe einen Rekordstand von 58,1% des BIP erreicht. Es sei von einer weiteren Eintrübung und Ausweitung des Fiskaldefizits im Laufe des Jahres auszugehen, aufgrund geringerer Steuereinnahmen sowie höherer öffentlicher Ausgaben.
Obwohl der fiskalpolitische Spielraum der Regierung dadurch eingeschränkt werde, gebe es dennoch umfassende (temporäre) Unterstützungen für den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig sollten Infrastrukturprogramme angekurbelt werden, durch weitere Privatisierungen und Konzessionsvergaben. Außerdem habe der amtierende Finanzminister Guedes einen Vorschlag eingebracht, das derzeit sehr komplexe brasilianische Steuersystem zu vereinfachen. Unter anderem sehe dieser vor, eine einheitliche nationale Mehrwertsteuer von 12% auf Waren und Dienstleistungen einzuführen, anstatt der bis dato geltenden unterschiedlichen Steuersätze. (Ausgabe August 2020) (13.08.2020/alc/a/a)


