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Brasilien-Staatsanleihe: Weiter absolut eine Versuchung wert
24.07.12 14:59
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Henning Wagener, hält die Staatsanleihe (ISIN XS0077157575 / WKN 193052) von Brasilien weiterhin für eine interessante Alternative.
Die Anleihe, emittiert vom südamerikanischen Staat Brasilien, sei mit einem Kupon von 11 Prozent ausgestattet, laufe noch bis zum 26.06.2017 und notiere in Euro. Bei einem aktuellen Kurs von 140,32 Prozent biete das Papier eine jährliche Rendite von immerhin 2,25 Prozent. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit "Baa2" bewertet, was Investmentgrade-Status entspreche. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten moderates Kreditrisiko.
Die Lage an den internationalen Finanzmärkten habe sich zuletzt weiter zugespitzt. Zuletzt habe es sogar Medienberichte gegeben, wonach der Internationale Währungsfonds (IWF) sich nicht mehr an weiteren Hilfen für das hoch verschuldete Euro-Land Griechenland beteiligen wolle. In diesem Zusammenhang sei eine Insolvenz Griechenlands im September keinesfalls auszuschließen. Gestern Abend habe dann die Ratingagentur Moody's den Ausblick für Deutschland, die Niederlande und Luxemburg von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Dabei habe die Ratingagentur einerseits auf die zunehmende Unsicherheit hinsichtlich des Ausgangs der Euro-Schuldenkrise und die steigenden Risiken, die sich aus dem immer wahrscheinlicher werdenden Austritt Griechenlands aus der Eurozone ergeben würden, verwiesen. Zudem hätten die Experten angemerkt, dass weitere Hilfen für andere Eurostaaten nötig sein könnten, die wiederum größtenteils von Staaten mit einer sehr guten Bonität zu stemmen sein würden.
Für Anleger, die der weiteren Entwicklung in Europa gegenüber skeptisch eingestellt seien, könnten daher u.a. Staatsanleihen von stabilen Ländern außerhalb der Eurozone interessant sein. Denn es gebe sie noch: Staaten mit geringer Verschuldung, einer stabilen Wirtschaft sowie Währung und soliden Aussichten. Diese befänden sich u.a. in Skandinavien, aber auch in Südamerika, allen voran Brasilien.
Brasilien zähle zu den aussichtsreichsten Emerging Markets. Die Wirtschaft wachse überdurchschnittlich und wegen seines Reichtums an Rohstoffen profitiere Brasilien überproportional von einem Weltwirtschaftsaufschwung. Nach Angaben des Londoner Centre for Economics and Business Research (CEBR) sei Brasilien aktuell weltweit die sechstgrößte Wirtschaftsmacht.
Bis auf das Krisenjahr 2009, in dem das BIP um 0,2 Prozent geschrumpft sei, wachse Brasiliens Wirtschaft schon seit Jahren beständig. Die BIP-Wachstumsrate für 2011 habe bei 2,7 Prozent gelegen. Für 2012 sei die Wachstumsprognose vor Kurzem von +3,2 Prozent auf 3,09 Prozent gesenkt worden. Der Binnenmarkt sei stark, aber auch die Exporte würden neue Rekorde verzeichnen. Die Arbeitslosenquote bleibe auf einem niedrigen Niveau, wodurch mit einem stabilen Konsum zu rechnen sei. Neue Wachstumsimpulse könnten durch die Fußballweltmeisterschaft in 2014 und durch die Olympischen Spiele in 2016 kommen.
Die brasilianische Notenbank habe zuletzt das Leitzinsniveau reduziert. So sei die Selic Rate um 50 Basispunkte auf ein Rekordtief von 8,00 Prozent gesenkt worden. Die Maßnahme sei mit der aktuell schwachen Wirtschaftsentwicklung und einer geringen Inflationsgefahr begründet worden. Und tatsächlich sei die Inflationsrate in Brasilien zuletzt rückläufig gewesen. So sei die Jahresteuerungsrate bei den Verbraucherpreisen im Juni auf 4,92 Prozent gesunken, nach 4,99 Prozent im Mai. Unterdessen habe sich die Industrieproduktion im Mai weiter reduziert. So habe sich die Ausbringung gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,3 Prozent verringert, nach einem Minus von 2,9 Prozent im April. Auf Monatssicht sei der Output um 0,9 Prozent geschrumpft. Da der Industriesektor rund ein Drittel des brasilianischen Bruttoinlandsproduktes ausmache, sei er als wichtiges Signal für die weitere Wirtschaftsentwicklung zu werten.
Grundsätzlich dürfte sich vor dem Hintergrund der sich weltweit eintrübenden wirtschaftlichen Perspektiven auch die brasilianische Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf langsamer entwickeln. Allerdings werde sich die brasilianische Wirtschaft aller Voraussicht nach weiterhin überdurchschnittlich gut schlagen.
Für Anleger, die kein Währungsrisiko eingehen wollen, stellt nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research die oben genannte und auf Euro lautende Staatsanleihe von Brasilien eine hochinteressante Investmentalternative dar. (Analyse vom 24.07.2012) (24.07.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Die Anleihe, emittiert vom südamerikanischen Staat Brasilien, sei mit einem Kupon von 11 Prozent ausgestattet, laufe noch bis zum 26.06.2017 und notiere in Euro. Bei einem aktuellen Kurs von 140,32 Prozent biete das Papier eine jährliche Rendite von immerhin 2,25 Prozent. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit "Baa2" bewertet, was Investmentgrade-Status entspreche. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten moderates Kreditrisiko.
Die Lage an den internationalen Finanzmärkten habe sich zuletzt weiter zugespitzt. Zuletzt habe es sogar Medienberichte gegeben, wonach der Internationale Währungsfonds (IWF) sich nicht mehr an weiteren Hilfen für das hoch verschuldete Euro-Land Griechenland beteiligen wolle. In diesem Zusammenhang sei eine Insolvenz Griechenlands im September keinesfalls auszuschließen. Gestern Abend habe dann die Ratingagentur Moody's den Ausblick für Deutschland, die Niederlande und Luxemburg von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Dabei habe die Ratingagentur einerseits auf die zunehmende Unsicherheit hinsichtlich des Ausgangs der Euro-Schuldenkrise und die steigenden Risiken, die sich aus dem immer wahrscheinlicher werdenden Austritt Griechenlands aus der Eurozone ergeben würden, verwiesen. Zudem hätten die Experten angemerkt, dass weitere Hilfen für andere Eurostaaten nötig sein könnten, die wiederum größtenteils von Staaten mit einer sehr guten Bonität zu stemmen sein würden.
Für Anleger, die der weiteren Entwicklung in Europa gegenüber skeptisch eingestellt seien, könnten daher u.a. Staatsanleihen von stabilen Ländern außerhalb der Eurozone interessant sein. Denn es gebe sie noch: Staaten mit geringer Verschuldung, einer stabilen Wirtschaft sowie Währung und soliden Aussichten. Diese befänden sich u.a. in Skandinavien, aber auch in Südamerika, allen voran Brasilien.
Brasilien zähle zu den aussichtsreichsten Emerging Markets. Die Wirtschaft wachse überdurchschnittlich und wegen seines Reichtums an Rohstoffen profitiere Brasilien überproportional von einem Weltwirtschaftsaufschwung. Nach Angaben des Londoner Centre for Economics and Business Research (CEBR) sei Brasilien aktuell weltweit die sechstgrößte Wirtschaftsmacht.
Die brasilianische Notenbank habe zuletzt das Leitzinsniveau reduziert. So sei die Selic Rate um 50 Basispunkte auf ein Rekordtief von 8,00 Prozent gesenkt worden. Die Maßnahme sei mit der aktuell schwachen Wirtschaftsentwicklung und einer geringen Inflationsgefahr begründet worden. Und tatsächlich sei die Inflationsrate in Brasilien zuletzt rückläufig gewesen. So sei die Jahresteuerungsrate bei den Verbraucherpreisen im Juni auf 4,92 Prozent gesunken, nach 4,99 Prozent im Mai. Unterdessen habe sich die Industrieproduktion im Mai weiter reduziert. So habe sich die Ausbringung gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,3 Prozent verringert, nach einem Minus von 2,9 Prozent im April. Auf Monatssicht sei der Output um 0,9 Prozent geschrumpft. Da der Industriesektor rund ein Drittel des brasilianischen Bruttoinlandsproduktes ausmache, sei er als wichtiges Signal für die weitere Wirtschaftsentwicklung zu werten.
Grundsätzlich dürfte sich vor dem Hintergrund der sich weltweit eintrübenden wirtschaftlichen Perspektiven auch die brasilianische Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf langsamer entwickeln. Allerdings werde sich die brasilianische Wirtschaft aller Voraussicht nach weiterhin überdurchschnittlich gut schlagen.
Für Anleger, die kein Währungsrisiko eingehen wollen, stellt nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research die oben genannte und auf Euro lautende Staatsanleihe von Brasilien eine hochinteressante Investmentalternative dar. (Analyse vom 24.07.2012) (24.07.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.


