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Bondmärkte setzen auf Fortsetzung der EZB-Geldflut


09.03.16 08:30
Alte Leipziger Trust

Oberursel (www.anleihencheck.de) - An den Rentenmärkten haben sich in den vergangenen Wochen die meisten Marktteilnehmer für eine weitere geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 10. März positioniert, dem Tag der nächsten EZB-Ratssitzung, so die Experten der Alte Leipziger Trust.

Nachdem die Inflationsrate im Februar im Euroraum auf minus 0,3% gefallen sei und einige EZB-Ratsmitglieder Handlungsbereitschaft angedeutet hätten, sei eine Ausweitung der expansiven Geldpolitik an den Finanzmärkten inzwischen eingepreist. Offen sei jedoch, welche Maßnahmen die EZB wohl ergreife. Realistische Maßnahmen seien eine weitere Senkung des negativen Einlagenzinses sowie eine Ausweitung des Anleihekaufprogramms auf Unternehmensanleihen.

An den Märkten werde nicht nur der schwindende Einfluss der Geldpolitik auf die Entwicklung der Realwirtschaft und der Finanzmarktpreise deutlich. Zugleich werde auch über die Kosten negativer Leitzinsen diskutiert. Dies geschehe im Zusammenhang mit der geführten Diskussion um die Zukunft des Bargelds und im Zusammenhang mit den Kosten der Geldpolitik für die Stabilität des Finanzsystems. Denn wenn expansive Geldpolitik nicht länger das Wirtschaftswachstum und die Finanzmarktpreise treibe, könnten die Banken ohne Ausgleich auf den Kosten der negativen Zinsen sitzen bleiben.

Oder anders ausgedrückt, die Verflachung der Renditekurve - also geringe Abstände zwischen den Renditen kurzfristiger und langfristiger Staatsanleihen - zehre die Gewinnmargen der Banken auf. So eine mögliche Verflachung werde häufig als ein Indikator für ein nachlassendes Wirtschaftswachstum bei niedriger Inflation gewertet. (Ausgabe März 2016) (09.03.2016/alc/a/a)