Erweiterte Funktionen
Bondmärkte der EU-Peripherie zeigten sich bei anhaltend hoher Nervosität sehr differenziert
27.03.13 08:57
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Allen Beteuerungen zum Trotz ist der Vertrauensverlust internationaler Investoren in die Eurozone nicht zu stoppen, so die Analysten der Helaba.
Die Aussage von EZB-Ratsmitglied Coeuré, man werde den Euro mit allen Mitteln verteidigen, klinge wie das Pfeifen im Wald. Obwohl der Euro-Gruppen-Chef Dijesselbloem die Rettung Zyperns als Einzelfall bezeichnet habe, müssten künftig Beteiligungen von hohen Bankeinlagen an Rettungsaktionen ins Kalkül gezogen werden. Viel schwerer wiege aber die Tatsache, dass bei jedem neuen Krisenfall die Regeln beliebig geändert werden könnten und der Zugriff auf das Kapital nicht mehr uneingeschränkt möglich sein könnte. Der Gemeinschaftswährung habe er damit einen Bärendienst erwiesen, der Euro habe angesichts der zunehmenden Verunsicherung nahe seines Vier-Monats-Tiefs notiert.
Zwar würden die Banken in Zypern aus Angst vor einem Ansturm bis einschließlich Mittwoch geschlossen bleiben, wer sein Geld in Sicherheit hab bringen wollen, habe dies aber bereits in den letzten Tagen tun können. So seien die Filialen der zyprischen Banken in London nie geschlossen gewesen und Transaktionen hätten ohne Kapitalbeschränkungen durchgeführt werden können. Unbestätigten Berichten zufolge seien so dem Bankensystem pro Tag zwischen 200 und 300 Mio. Euro entzogen worden.
Die Bondmärkte der EU-Peripherie hätten sich bei anhaltend hoher Nervosität sehr differenziert präsentiert. Der Zinsvorsprung zehnjähriger italienischer (4,56%) und spanischer Bonds (4,91%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 4 bzw. 3 BP ermäßigt, portugiesische (6,07%/+11 BP) und griechische Titel (11,79%/ +29 BP) hätten dagegen unter erheblichem Verkaufsdruck gestanden. Staatspapiere aus Frankreich (2,05%) und Belgien (2,24%) hätten 2 BP gegen Bunds verloren.
Die Kurse deutscher Bundesanleihen hätten auf hohem Niveau konsolidiert. Lange und mittlere Laufzeiten hätten moderate Gewinne verbucht, kurze Fälligkeiten am Ende von wieder aufkommenden Zinssenkungsfantasien profitiert.
US-Bonds hätten sich angesichts überwiegend schlechter Konjunktur- und Stimmungsdaten gut behauptet gezeigt. Die Auftragseingänge langlebiger Güter hätten zwar im Februar um 5,7% zugelegt, ohne den volatilen Transportsektor habe sich allerdings ein Minus von 0,5% ergeben. Neubauverkäufe (411K/-4,6%), das Verbrauchervertrauens des Conference Board (59,7 nach 68) sowie der Richmond-FED-Herstellerindex (3 nach 6) hätten die Prognosen enttäuscht. Nur der Anstieg des S&P CaseShiller-Hauspreisindex (8,08% nach 6,84%) habe positiv zu Buche geschlagen. Freundliche Aktiennotierungen hätten dem hohen Sicherheitsbedürfnis allerdings Grenzen gesetzt.
Der Bund-Kontrakt (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) (144,84) habe 11 Stellen zugelegt, Bobl (ISIN DE0009652651 / WKN 965265) (126,57) und Schatz (110,795) seien 10 bzw. 5,5 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe habe bei 1,34% verharrt, der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Bundesanleihen habe sich auf 135 BP ausgeweitet. Zehnjährige US-Treasuries würden einen BP niedriger bei 1,915% rentieren, der JGB-Future (145,76) verliere 3 Stellen. Der Euro verbillige sich auf 1,2850 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige auf 96,10 US-Dollar.
Stimmungsindikatoren der Eurozone im März würden heute den Datenkalender dominieren. Konjunkturklima (-0,79 nach -0,74), Industrie- (-12 nach -11,2), Wirtschafts- (90,5 nach 91,1) und Verbrauchervertrauen (-23,5) dürften unter der Italien-Wahl und Zypern-Krise mehr oder weniger deutlich gelitten haben. Daneben stünden das GfK-Verbrauchervertrauen (5,9) und deutsche Importpreise(0,2%/-1,6%), italienische Industrieaufträge (0,6%/-5%) sowie die endgültigen Wachstumszahlen des 4. Quartals aus Frankreich (-0,3%/-0,3%) und Großbritannien (-0,3%/0,3%) auf der Agenda.
In USA seien nur die Neubauverkäufe im Februar (-0,3%/8,7%) von Interesse.
Am Primärmarkt begebe Italien neue fünfjährigen BTP im Volumen von 3 bis 4 Mrd. Euro und stockt zehnjährige Titel um 2 bis 3 Mrd. Euro auf. Das amerikanische Schatzamt versteigere fünfjährige Notes im Volumen von 35 Mrd. USD.
Frankreich habe eine 30-jährige Anleihe im Volumen von 4,5 Mrd. Euro 8 BP über der im April 2041 fälligen Vergleichsanleihe syndiziert. CADES habe eine fünfjährige Anleihe im Volumen von 2,5 Mrd. Euro 17 BP über der im Mai 2018 fälligen OAT begeben. Das Land NRW habe eine siebenjährige Anleihe im Volumen von 1 Mrd. Euro 12 BP über Midswap platziert. (27.03.2013/alc/a/a)
Die Aussage von EZB-Ratsmitglied Coeuré, man werde den Euro mit allen Mitteln verteidigen, klinge wie das Pfeifen im Wald. Obwohl der Euro-Gruppen-Chef Dijesselbloem die Rettung Zyperns als Einzelfall bezeichnet habe, müssten künftig Beteiligungen von hohen Bankeinlagen an Rettungsaktionen ins Kalkül gezogen werden. Viel schwerer wiege aber die Tatsache, dass bei jedem neuen Krisenfall die Regeln beliebig geändert werden könnten und der Zugriff auf das Kapital nicht mehr uneingeschränkt möglich sein könnte. Der Gemeinschaftswährung habe er damit einen Bärendienst erwiesen, der Euro habe angesichts der zunehmenden Verunsicherung nahe seines Vier-Monats-Tiefs notiert.
Zwar würden die Banken in Zypern aus Angst vor einem Ansturm bis einschließlich Mittwoch geschlossen bleiben, wer sein Geld in Sicherheit hab bringen wollen, habe dies aber bereits in den letzten Tagen tun können. So seien die Filialen der zyprischen Banken in London nie geschlossen gewesen und Transaktionen hätten ohne Kapitalbeschränkungen durchgeführt werden können. Unbestätigten Berichten zufolge seien so dem Bankensystem pro Tag zwischen 200 und 300 Mio. Euro entzogen worden.
Die Bondmärkte der EU-Peripherie hätten sich bei anhaltend hoher Nervosität sehr differenziert präsentiert. Der Zinsvorsprung zehnjähriger italienischer (4,56%) und spanischer Bonds (4,91%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 4 bzw. 3 BP ermäßigt, portugiesische (6,07%/+11 BP) und griechische Titel (11,79%/ +29 BP) hätten dagegen unter erheblichem Verkaufsdruck gestanden. Staatspapiere aus Frankreich (2,05%) und Belgien (2,24%) hätten 2 BP gegen Bunds verloren.
Die Kurse deutscher Bundesanleihen hätten auf hohem Niveau konsolidiert. Lange und mittlere Laufzeiten hätten moderate Gewinne verbucht, kurze Fälligkeiten am Ende von wieder aufkommenden Zinssenkungsfantasien profitiert.
Der Bund-Kontrakt (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) (144,84) habe 11 Stellen zugelegt, Bobl (ISIN DE0009652651 / WKN 965265) (126,57) und Schatz (110,795) seien 10 bzw. 5,5 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe habe bei 1,34% verharrt, der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Bundesanleihen habe sich auf 135 BP ausgeweitet. Zehnjährige US-Treasuries würden einen BP niedriger bei 1,915% rentieren, der JGB-Future (145,76) verliere 3 Stellen. Der Euro verbillige sich auf 1,2850 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige auf 96,10 US-Dollar.
Stimmungsindikatoren der Eurozone im März würden heute den Datenkalender dominieren. Konjunkturklima (-0,79 nach -0,74), Industrie- (-12 nach -11,2), Wirtschafts- (90,5 nach 91,1) und Verbrauchervertrauen (-23,5) dürften unter der Italien-Wahl und Zypern-Krise mehr oder weniger deutlich gelitten haben. Daneben stünden das GfK-Verbrauchervertrauen (5,9) und deutsche Importpreise(0,2%/-1,6%), italienische Industrieaufträge (0,6%/-5%) sowie die endgültigen Wachstumszahlen des 4. Quartals aus Frankreich (-0,3%/-0,3%) und Großbritannien (-0,3%/0,3%) auf der Agenda.
In USA seien nur die Neubauverkäufe im Februar (-0,3%/8,7%) von Interesse.
Am Primärmarkt begebe Italien neue fünfjährigen BTP im Volumen von 3 bis 4 Mrd. Euro und stockt zehnjährige Titel um 2 bis 3 Mrd. Euro auf. Das amerikanische Schatzamt versteigere fünfjährige Notes im Volumen von 35 Mrd. USD.
Frankreich habe eine 30-jährige Anleihe im Volumen von 4,5 Mrd. Euro 8 BP über der im April 2041 fälligen Vergleichsanleihe syndiziert. CADES habe eine fünfjährige Anleihe im Volumen von 2,5 Mrd. Euro 17 BP über der im Mai 2018 fälligen OAT begeben. Das Land NRW habe eine siebenjährige Anleihe im Volumen von 1 Mrd. Euro 12 BP über Midswap platziert. (27.03.2013/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,3206 € | 125,717 € | -0,3964 € | -0,32% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel



