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Bondmärkte der EU-Peripherie trotz Zypern-Krise erstaunlich stabil
22.03.13 09:00
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Trotz der Turbulenzen in Zypern zeigen sich Investoren recht unbeeindruckt und leihen Spanien erneut 4,5 Mrd. Euro, so die Analysten der Helaba.
Die Zinssätze, die das Land für zwei-, fünf- und zehnjährige Anleihen habe zahlen müssen, hätten unter den Renditen der letzten Auktionen gelegen. Den größten Anteil hätten mit gut 2,3 Mrd. Euro Langläufer ausgemacht, die bei 4,90% (nach 4,92%) den Besitzer gewechselt hätten.
Unterdessen würden sich die Einkaufsmanager in Frankreich und Deutschland nicht ganz so entspannt wie die Akteure an den Märkten zeigen. Während die Stimmungsindikatoren bei unseren Nachbarn erneut enttäuscht hätten, laufe auch hierzulande die Wahrnehmung von Finanzanalysten und in der Realwirtschaft auseinander.
Die immer noch ungeklärte Situation um Zypern halte Nervosität und Volatilität an den internationalen Finanzmärkten hoch. Immer noch würden die Abgeordneten im zypriotischen Parlament um eine Lösung ringen, die für gestern geplante Abstimmung sei auf heute Morgen verschoben worden. Diskutiert werde jetzt ein Solidaritätsfonds, der aus Geldern der Rentenkasse und Kirche gespeist werden solle, Zwangsanleihen, Kapitalverkehrskontrollen, die Abwicklung der zweitgrößten Bank des Landes (Laiki Bank) und die Gründung einer "Bad-Bank" nach dem Vorbild der WestLB.
Die Durchsetzbarkeit dieses Alternativplans dürfe jedoch angezweifelt werden. Wie aus Regierungskreisen verlautet habe, sei keine Neufassung der Zwangsabgabe auf Spareinlagen geplant. Der Plan solle der Troika zur Prüfung vorgelegt werden. Während zudem die Verhandlungen mit Russland über Finanzhilfen und die Verlängerung eines Kredites über 2,5 Mrd. Euro weitergehen würden, drohe die EZB, den Banken ab Dienstag die Liquidität zu entziehen. Die Banken in Zypern würden bis dahin erst einmal geschlossen bleiben.
Die Bondmärkte der EU-Peripherie hätten sich vor diesem Hintergrund erstaunlich stabil präsentiert. Der Zinsvorsprung zehnjähriger italienischer (4,58%) und spanischer Titel (4,86%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2 bzw. 6 BP ermäßigt, der portugiesischer Bonds (5,90%) habe sich um 4 BP ausgeweitet. Staatspapiere aus Frankreich (2,00%) und Belgien (2,20%) hätten ihren Abstand zu Bunds gehalten.
Die Kurse deutscher Bundesanleihen hätten mit zunehmender Risikoaversion und nach schwachen Stimmungsindikatoren wieder zugelegt. Angeführt worden sei der Zuwachs von langen Laufzeiten, kurze Fälligkeiten hätten sich kaum von der Stelle bewegt.
US-Bonds hätten angesichts nachgebender Aktiennotierungen und wachsendem Sicherheitsbedürfnis ebenfalls freundlich tendiert. Gute Konjunkturdaten hätten der Kaufneigung bei Investoren nichts anhaben können. Neben dem Anstieg des Philly- FED-Index von -12,5 auf +2 Punkte zeige auch der Immobilienmarkt mit 4,98 Mio. verkauften Eigenheimen eine stabile Verfassung. Der Index der Frühindikatoren des Conference Board gebe zudem mit einem Plus von 0,5% im Februar einen moderaten Wachstumstrend vor.
Der Bund-Kontrakt (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) (144,58) habe 45 Stellen zugelegt, Bobl (ISIN DE0009652651 / WKN 965265) (126,40) und Schatz (110,745) seien 15 bzw. 2 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sei auf 1,35% gefallen, der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Bundesanleihen habe sich auf 134 BP ermäßigt. Zehnjährige US-Treasuries würden 6 BP niedriger bei 1,90% rentieren, der JGB-Future(145,72) lege 15 Stellen zu. Der Euro verbillige sich auf 1,2890 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 92,50 US-Dollar.
Zum Wochenschluss stehe mit dem ifo-Geschäftsklima (107,8 nach 107,4) das Datenhighlight auf der Agenda. Nach dem unerwartet positiven ZEW-Umfrage aber schwachen Vorgaben der Einkaufsmanager sei eine Prognose zur Beurteilung der aktuellen Lage (110,5 nach 110,2) und den Geschäftserwartungen (105 nach 104,6) recht schwierig. In Frankreich werde das Wirtschaftsvertrauen im März (91 nach 90) veröffentlicht.
Am Primärmarkt seien heute keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant. Am Montag versteigere Italien BTPei Linker im Volumen von 1 bis 1,5 und CTZ über 3 bis 3,5 Mrd. Euro. Belgien sei mit OLOs am Start. Am Dienstag würden die Niederlande fünfjährige DSL um 2 bis 3 Mrd. Euro aufstocken. Italien sei dann am Mittwoch nochmals mit BTPs im Volumen von 5 bis 7 Mrd. Euro an der Reihe. (22.03.2013/alc/a/a)
Die Zinssätze, die das Land für zwei-, fünf- und zehnjährige Anleihen habe zahlen müssen, hätten unter den Renditen der letzten Auktionen gelegen. Den größten Anteil hätten mit gut 2,3 Mrd. Euro Langläufer ausgemacht, die bei 4,90% (nach 4,92%) den Besitzer gewechselt hätten.
Unterdessen würden sich die Einkaufsmanager in Frankreich und Deutschland nicht ganz so entspannt wie die Akteure an den Märkten zeigen. Während die Stimmungsindikatoren bei unseren Nachbarn erneut enttäuscht hätten, laufe auch hierzulande die Wahrnehmung von Finanzanalysten und in der Realwirtschaft auseinander.
Die immer noch ungeklärte Situation um Zypern halte Nervosität und Volatilität an den internationalen Finanzmärkten hoch. Immer noch würden die Abgeordneten im zypriotischen Parlament um eine Lösung ringen, die für gestern geplante Abstimmung sei auf heute Morgen verschoben worden. Diskutiert werde jetzt ein Solidaritätsfonds, der aus Geldern der Rentenkasse und Kirche gespeist werden solle, Zwangsanleihen, Kapitalverkehrskontrollen, die Abwicklung der zweitgrößten Bank des Landes (Laiki Bank) und die Gründung einer "Bad-Bank" nach dem Vorbild der WestLB.
Die Durchsetzbarkeit dieses Alternativplans dürfe jedoch angezweifelt werden. Wie aus Regierungskreisen verlautet habe, sei keine Neufassung der Zwangsabgabe auf Spareinlagen geplant. Der Plan solle der Troika zur Prüfung vorgelegt werden. Während zudem die Verhandlungen mit Russland über Finanzhilfen und die Verlängerung eines Kredites über 2,5 Mrd. Euro weitergehen würden, drohe die EZB, den Banken ab Dienstag die Liquidität zu entziehen. Die Banken in Zypern würden bis dahin erst einmal geschlossen bleiben.
Die Kurse deutscher Bundesanleihen hätten mit zunehmender Risikoaversion und nach schwachen Stimmungsindikatoren wieder zugelegt. Angeführt worden sei der Zuwachs von langen Laufzeiten, kurze Fälligkeiten hätten sich kaum von der Stelle bewegt.
US-Bonds hätten angesichts nachgebender Aktiennotierungen und wachsendem Sicherheitsbedürfnis ebenfalls freundlich tendiert. Gute Konjunkturdaten hätten der Kaufneigung bei Investoren nichts anhaben können. Neben dem Anstieg des Philly- FED-Index von -12,5 auf +2 Punkte zeige auch der Immobilienmarkt mit 4,98 Mio. verkauften Eigenheimen eine stabile Verfassung. Der Index der Frühindikatoren des Conference Board gebe zudem mit einem Plus von 0,5% im Februar einen moderaten Wachstumstrend vor.
Der Bund-Kontrakt (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) (144,58) habe 45 Stellen zugelegt, Bobl (ISIN DE0009652651 / WKN 965265) (126,40) und Schatz (110,745) seien 15 bzw. 2 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sei auf 1,35% gefallen, der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Bundesanleihen habe sich auf 134 BP ermäßigt. Zehnjährige US-Treasuries würden 6 BP niedriger bei 1,90% rentieren, der JGB-Future(145,72) lege 15 Stellen zu. Der Euro verbillige sich auf 1,2890 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 92,50 US-Dollar.
Zum Wochenschluss stehe mit dem ifo-Geschäftsklima (107,8 nach 107,4) das Datenhighlight auf der Agenda. Nach dem unerwartet positiven ZEW-Umfrage aber schwachen Vorgaben der Einkaufsmanager sei eine Prognose zur Beurteilung der aktuellen Lage (110,5 nach 110,2) und den Geschäftserwartungen (105 nach 104,6) recht schwierig. In Frankreich werde das Wirtschaftsvertrauen im März (91 nach 90) veröffentlicht.
Am Primärmarkt seien heute keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant. Am Montag versteigere Italien BTPei Linker im Volumen von 1 bis 1,5 und CTZ über 3 bis 3,5 Mrd. Euro. Belgien sei mit OLOs am Start. Am Dienstag würden die Niederlande fünfjährige DSL um 2 bis 3 Mrd. Euro aufstocken. Italien sei dann am Mittwoch nochmals mit BTPs im Volumen von 5 bis 7 Mrd. Euro an der Reihe. (22.03.2013/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,717 € | 125,3577 € | 0,3593 € | +0,29% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel



