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BoJ will die Renditen japanischer Staatsanleihen mit Hilfe des Anleihekaufprogramms steuern
01.03.17 09:00
M&G Investments
London (www.anleihencheck.de) - Jim Leaviss, Leiter des Retail Fixed Interest Teams bei M&G Investments, äußert sich zur gestrigen Ankündigung der japanischen Notenbank, die Renditen japanischer Staatsanleihen mit Hilfe des Anleihekaufprogramms zu steuern:
Der Rentenmarkt habe seit einiger Zeit das Bestreben der Bank of Japan, die Zinskurve zu kontrollieren, auf die Probe gestellt. Denn die Notenbank wolle die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen auf dem Niveau von 0% halten. Seit November letzten Jahres hätten diese Titel bereits über der Zielmarke rentiert. Im Februar hätten sie zunächst 0,1% erreicht, seien dann kurzzeitig bei 0,15% gehandelt worden und hätten schließlich Anleihekäufe durch die Bank of Japan ausgelöst.
Mit der gestrigen Ankündigung lege sich die Bank of Japan auf ein quantitatives Ziel fest: Sie werde monatlich Anleihen im Wert von bis zu 2,175 Billionen Yen kaufen, um das gewünschte Renditeniveau zu halten. Dadurch sei der Markt nun stärker davon überzeugt, dass die Behörden es ernst meinen würden und habe deutlich zugelegt. Die zehnjährigen Staatstitel würden jetzt bei 0,06% rentieren: Immer noch über 0%, aber etwa auf Höhe der bisherigen Tiefstände des Jahres.
Der längerfristige Ausblick der japanischen Geldpolitik werde natürlich von den dortigen Wachstums- und Inflationsentwicklungen abhängen. Die Verbraucherpreise seien im Dezember wieder leicht auf +0,3% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, nachdem sie 2016 fast durchweg im negativen Bereich stagniert hätten. Noch gebe es jedoch keine Anzeichen dafür, dass die Inflation "abhebt". In diesem Fall wäre die Kopplung an eine Anleiherendite von 0% immer schwieriger zu verteidigen. Bis dahin werde sie sich vermutlich in einer engen Spanne bewegen - möglicherweise noch über Monate. (Ausgabe vom 28.02.2017) (01.03.2017/alc/a/a)
Der Rentenmarkt habe seit einiger Zeit das Bestreben der Bank of Japan, die Zinskurve zu kontrollieren, auf die Probe gestellt. Denn die Notenbank wolle die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen auf dem Niveau von 0% halten. Seit November letzten Jahres hätten diese Titel bereits über der Zielmarke rentiert. Im Februar hätten sie zunächst 0,1% erreicht, seien dann kurzzeitig bei 0,15% gehandelt worden und hätten schließlich Anleihekäufe durch die Bank of Japan ausgelöst.
Mit der gestrigen Ankündigung lege sich die Bank of Japan auf ein quantitatives Ziel fest: Sie werde monatlich Anleihen im Wert von bis zu 2,175 Billionen Yen kaufen, um das gewünschte Renditeniveau zu halten. Dadurch sei der Markt nun stärker davon überzeugt, dass die Behörden es ernst meinen würden und habe deutlich zugelegt. Die zehnjährigen Staatstitel würden jetzt bei 0,06% rentieren: Immer noch über 0%, aber etwa auf Höhe der bisherigen Tiefstände des Jahres.
Der längerfristige Ausblick der japanischen Geldpolitik werde natürlich von den dortigen Wachstums- und Inflationsentwicklungen abhängen. Die Verbraucherpreise seien im Dezember wieder leicht auf +0,3% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, nachdem sie 2016 fast durchweg im negativen Bereich stagniert hätten. Noch gebe es jedoch keine Anzeichen dafür, dass die Inflation "abhebt". In diesem Fall wäre die Kopplung an eine Anleiherendite von 0% immer schwieriger zu verteidigen. Bis dahin werde sie sich vermutlich in einer engen Spanne bewegen - möglicherweise noch über Monate. (Ausgabe vom 28.02.2017) (01.03.2017/alc/a/a)


