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Bevorstehende geldpolitische Kursänderung in Japan?
02.10.25 08:45
Janus Henderson Investors
London (www.anleihencheck.de) - In den letzten Jahren haben Meinungsverschiedenheiten innerhalb der geldpolitischen Sitzungen (MPMs) der Bank of Japan (BoJ) sich zu einem starken Signal für Veränderungen entwickelt, so Junichi Inoue, Head of Japanese Equities und Portfoliomanager, Janus Henderson Investors.
In der Vergangenheit habe die BoJ weitgehend konsensorientiert gearbeitet, doch wenn zwei oder mehr Vorstandsmitglieder unterschiedliche Ansichten verträten, markiere dies oft einen Wendepunkt in der Geldpolitik.
Anzeichen dafür habe es bereits bei der letzten Sitzung im September gegeben. Naoki Tamura und Hajime Takata hätten hier für eine sofortige Zinserhöhung auf 0,75 % gestimmt, während die Mehrheit sich für eine Beibehaltung des Leitzinses bei 0,5 % ausgesprochen habe. Obwohl es zu keiner Zinserhöhung gekommen sei, sei die Entscheidung mit einer überraschenden Ankündigung der BoJ einhergegangen, mit dem Verkauf von börsengehandelten Fonds (ETFs) und japanischen Immobilieninvestmentfonds (J-REITs) zu beginnen. Die unmittelbare Marktreaktion auf diese Nachricht sei negativ gewesen. Doch angesichts des moderaten Tempos des neuen Verkaufsprogramms – vergleichbar mit früheren Programmen – konzentriere sich die BoJ darauf, die Marktauswirkungen so gering wie möglich zu halten. Noch wichtiger sei jedoch, dass diese ETF- und J-REIT-Verkäufe ein breites Signal an die Märkte sendeten, dass die BoJ eine weitgehende Normalisierung der Geldpolitik anstrebe.
Auch die jüngsten Inflationszahlen sprächen für eine Zinserhöhung. Die Inflation in Japan sei nicht mehr nur ein vorübergehendes Phänomen, sondern werde zunehmend durch strukturelles Lohnwachstum gestützt. Japan erlebe einen lang erwarteten positiven Kreislauf aus steigenden Löhnen und Preisen, getragen durch einen angespannten Arbeitsmarkt, die Unternehmensprofitabilität und eine starke Binnennachfrage. Dies begünstige einen längerfristigen und nachhaltigeren Inflationspfad.
Die jährliche "Shunto"-Lohnverhandlungen in Japan, eine jährliche Diskussion zwischen den großen Gewerkschaften und Arbeitgebern, verdeutliche die zunehmende Bereitschaft der Unternehmen zu Lohnerhöhungen. Die BoJ nutze diese Informationen auch, um zu beurteilen, ob die Inflation nachfrageorientiert sei und Zinserhöhungen gerechtfertigt seien.
Diese lohnbedingte Inflation sei eine Abkehr von Japans deflationärer Vergangenheit und gebe der BoJ ein stärkeres Argument, die Zinsen weiter anzuheben. Angesichts der niedrigen Arbeitslosigkeit und der signifikanten Lohnerhöhungen müsse die Zentralbank entschlossen sein zu handeln, um eine Überhitzung zu verhindern.
Abgesehen von der internen Dynamik addiere sich der externe Druck, insbesondere aus den USA. US-Finanzminister Scott Bessent habe die Geldpolitik der BoJ offen kritisiert. Er habe erklärt, dass Japan bezüglich der Inflation "hinterherhinke" und wahrscheinlich bald die Zinsen anheben müsse. In jüngsten Interviews habe Bessent betont, dass Japans Inflationsproblem real und anhaltend sei. Er argumentiere, dass eine straffere Geldpolitik nicht nur zur Eindämmung des Preisdrucks unerlässlich sei, sondern auch zur Stützung des schwächelnden Yen, dessen übermäßige Abwertung die BoJ unbedingt verhindern möchte.
Die Experten von Janus Henderson Investors glauben, dass die japanische Volkswirtschaft einen Punkt erreichte, an dem weitere geldpolitische Straffungen notwendig sind. Da es der Wirtschaft gelungen sei, durch eine moderate Inflation ihre Margen zu verbessern, sei es sowohl für die Unternehmensgewinne als auch für den Kapitalmarkt entscheidend, dass diese Entwicklung durch eine angemessene Geldpolitik aufrechterhalten werde. Eine Verzögerung berge das Risiko einer Blasenbildung und könnte in der Konsequenz zum Platzen führen.
Das Muster sei klar: Wenn zwei oder mehr Mitglieder der BoJ eine abweichende Meinung verträten, gehe dies oft einer geldpolitischen Kursänderung voraus. Durch die Kombination aus strukturellen inflationären Kräften und internationalem Druck scheine Japan in eine neue Phase der Geldpolitik einzutreten – eine Phase, in der Zinserhöhungen nicht nur wahrscheinlich, sondern notwendig seien.
Aus Sicht der Anleger seien japanische Finanzinstitute gut positioniert, um von einer Straffung der Geldpolitik zu profitieren. Besonders Banken dürften steigende Renditen nutzen können, um ihre Profitabilität über höhere Nettozinsmargen (Zinserträge aus Krediten im Vergleich zu Einlagen) sowie verbesserte Erträge aus Barreserven und Anleihebeständen zu steigern. (02.10.2025/alc/a/a)
In der Vergangenheit habe die BoJ weitgehend konsensorientiert gearbeitet, doch wenn zwei oder mehr Vorstandsmitglieder unterschiedliche Ansichten verträten, markiere dies oft einen Wendepunkt in der Geldpolitik.
Anzeichen dafür habe es bereits bei der letzten Sitzung im September gegeben. Naoki Tamura und Hajime Takata hätten hier für eine sofortige Zinserhöhung auf 0,75 % gestimmt, während die Mehrheit sich für eine Beibehaltung des Leitzinses bei 0,5 % ausgesprochen habe. Obwohl es zu keiner Zinserhöhung gekommen sei, sei die Entscheidung mit einer überraschenden Ankündigung der BoJ einhergegangen, mit dem Verkauf von börsengehandelten Fonds (ETFs) und japanischen Immobilieninvestmentfonds (J-REITs) zu beginnen. Die unmittelbare Marktreaktion auf diese Nachricht sei negativ gewesen. Doch angesichts des moderaten Tempos des neuen Verkaufsprogramms – vergleichbar mit früheren Programmen – konzentriere sich die BoJ darauf, die Marktauswirkungen so gering wie möglich zu halten. Noch wichtiger sei jedoch, dass diese ETF- und J-REIT-Verkäufe ein breites Signal an die Märkte sendeten, dass die BoJ eine weitgehende Normalisierung der Geldpolitik anstrebe.
Auch die jüngsten Inflationszahlen sprächen für eine Zinserhöhung. Die Inflation in Japan sei nicht mehr nur ein vorübergehendes Phänomen, sondern werde zunehmend durch strukturelles Lohnwachstum gestützt. Japan erlebe einen lang erwarteten positiven Kreislauf aus steigenden Löhnen und Preisen, getragen durch einen angespannten Arbeitsmarkt, die Unternehmensprofitabilität und eine starke Binnennachfrage. Dies begünstige einen längerfristigen und nachhaltigeren Inflationspfad.
Diese lohnbedingte Inflation sei eine Abkehr von Japans deflationärer Vergangenheit und gebe der BoJ ein stärkeres Argument, die Zinsen weiter anzuheben. Angesichts der niedrigen Arbeitslosigkeit und der signifikanten Lohnerhöhungen müsse die Zentralbank entschlossen sein zu handeln, um eine Überhitzung zu verhindern.
Abgesehen von der internen Dynamik addiere sich der externe Druck, insbesondere aus den USA. US-Finanzminister Scott Bessent habe die Geldpolitik der BoJ offen kritisiert. Er habe erklärt, dass Japan bezüglich der Inflation "hinterherhinke" und wahrscheinlich bald die Zinsen anheben müsse. In jüngsten Interviews habe Bessent betont, dass Japans Inflationsproblem real und anhaltend sei. Er argumentiere, dass eine straffere Geldpolitik nicht nur zur Eindämmung des Preisdrucks unerlässlich sei, sondern auch zur Stützung des schwächelnden Yen, dessen übermäßige Abwertung die BoJ unbedingt verhindern möchte.
Die Experten von Janus Henderson Investors glauben, dass die japanische Volkswirtschaft einen Punkt erreichte, an dem weitere geldpolitische Straffungen notwendig sind. Da es der Wirtschaft gelungen sei, durch eine moderate Inflation ihre Margen zu verbessern, sei es sowohl für die Unternehmensgewinne als auch für den Kapitalmarkt entscheidend, dass diese Entwicklung durch eine angemessene Geldpolitik aufrechterhalten werde. Eine Verzögerung berge das Risiko einer Blasenbildung und könnte in der Konsequenz zum Platzen führen.
Das Muster sei klar: Wenn zwei oder mehr Mitglieder der BoJ eine abweichende Meinung verträten, gehe dies oft einer geldpolitischen Kursänderung voraus. Durch die Kombination aus strukturellen inflationären Kräften und internationalem Druck scheine Japan in eine neue Phase der Geldpolitik einzutreten – eine Phase, in der Zinserhöhungen nicht nur wahrscheinlich, sondern notwendig seien.
Aus Sicht der Anleger seien japanische Finanzinstitute gut positioniert, um von einer Straffung der Geldpolitik zu profitieren. Besonders Banken dürften steigende Renditen nutzen können, um ihre Profitabilität über höhere Nettozinsmargen (Zinserträge aus Krediten im Vergleich zu Einlagen) sowie verbesserte Erträge aus Barreserven und Anleihebeständen zu steigern. (02.10.2025/alc/a/a)


