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Beschränkte negative Effekte für Börsen


10.11.16 11:45
Fisch Asset Management

Zürich (www.anleihencheck.de) - Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten wird bis auf Weiteres für erhöhte Unsicherheit an den Finanzmärkten, bei den Unternehmen und Handelspartnern sorgen, da sein Wahlprogramm in wesentlichen Punkten nicht genau fassbar ist (im Gegensatz zu Hillary Clinton mit hoher Kontinuität und Transparenz), so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich.

Unsicherheit wirke tendenziell kursdämpfend und volatilitätssteigernd. Da es sich aber um eine politische Unsicherheit handele, dürften die negativen Effekte an den Börsen beschränkt sein, gemäß dem Motto "Politische Börsen haben kurze Beine".

Geldpolitisch sei Trump ein "Hardliner": Weniger Gelddrucken und restriktivere Geldpolitik. Diese führe zu höheren Zinsen, allerdings nur solange die expansive Konjunkturpolitik nicht abgewürgt werde. Da die US-Notenbank unabhängig sei, könne sie auch nicht von einer Trump-Regierung beeinflusst werden. Das heiße: Der moderate Kurs der US-Notenbank werde mit Sicherheit weitergeführt.

Die Zinsanhebung im Dezember sei weiter geplant und werde nur bei starken Marktunruhen verschoben werden. Generell sei die Ausgangslage mittelfristig insgesamt wirtschafts- und börsenfreundlich und leicht zinstreibend. Allerdings nur, wenn die protektionistischen Tendenzen nicht umgesetzt würden. Falls doch, drohe ein unabsehbarer globaler Schaden für Wachstum und politische Stabilität. Hier werde man aber frühzeitig Signale bekommen und sollte sich erst dann umpositionieren.

Ganz langfristig signalisiere die Wahl von Donald Trump - wie auch der "Brexit" - ein erhebliches Gefahrenpotenzial für regionale Konflikte. Viele Fehlentwicklungen würden von der heutigen Politik nicht mehr richtig adressiert. Die Ausgangslage heute sei im Vergleich zum Start des großen Aufschwungs seit 1982 gerade umgekehrt: Damals seien die Zinsen und die Regulierung hoch gewesen und hätten gesenkt werden können (mit riesigem Wachstumspotenzial für die Finanzmärkte). Heute drohe gerade die entgegengesetzte Entwicklung.

Die Experten würden in allen ihren Strategien leicht defensiv bis neutral positioniert bleiben. Asymmetrische Instrumente wie Wandelanleihen würden eine sinnvolle Möglichkeit bieten, Unsicherheit zu timen, ebenso Trendfolge-Strategien. Und Bondinvestments in den Bereichen High Yield und Emerging Markets würden bei der aktuellen Ausgangslage weiterhin ein angemessenes Renditepotenzial bieten. (10.11.2016/alc/a/a)