Bereiten die US-Notenbanker einen Leitzinsschritt im März vor?


21.02.17 08:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Während die Politik die Ergebnisse des Eurogruppentreffens zum Thema Griechenland als Erfolg zu verkaufen versucht, hat sich bei nüchterner Betrachtung kaum etwas an der Situation geändert, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Vertreter der Geldgeber würden ihre Arbeit in Griechenland wieder aufnehmen. Diese Vereinbarung mit der griechischen Seite sei kein Erfolg, sondern conditio sine quo non für eine Auszahlung der nächsten Tranche aus dem Stützungspaket. Die Prüfer müssten ihre Arbeit sowieso erst einmal abschließen, bevor über weitere Auszahlungen befunden werden könne. Die griechische Seite habe zusätzliche Reformen zugesagt. Worum es sich bei diesen Reformen handeln solle, sei jedoch unklar geblieben, zumal griechische Regierungskreise erneut betont hätten, dass es keine zusätzlichen Sparmaßnahmen geben werde. Quadratur des Kreises?

Und auch hinsichtlich einer Beteiligung des IWF an den finanziellen Lasten aus dem Stützungspaket sei man wohl keinen Schritt weiter gekommen. Der Währungsfonds halte die Schuldentragfähigkeit des Landes immer noch nicht für gegeben. Dass es kurzfristig keine Fortschritte geben werde, sei indirekt den Aussagen des Eurogruppenchefs zu entnehmen, der keinen unmittelbaren Finanzbedarf Griechenlands in den kommenden Monaten erkennen könne. Daraus könne man durchaus schließen, dass er von keiner Freigabe neuer Mittel in den kommenden Monaten ausgehe. Daher würden die Probleme in Griechenland in den kommenden Monaten weiterhin vor sich hin köcheln und wahrscheinlich in dem einen oder anderen Land zum Wahlkampfthema werden.

Immerhin habe es erfreuliche Nachrichten aus Portugal gegeben. Das Land habe eine weitere Tranche an IWF-Krediten aus dem Stützungspaket vorzeitig zurückgezahlt. Wahrscheinlich könne das Land dadurch seinen Zinsaufwand etwas reduzieren, da es sich über die Kapitalmärkte zurzeit günstiger refinanzieren könne.

Der heutige Vormittag sollte im Zeichen der vorläufigen Werte der Markit-Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende und das Dienstleistungsgewerbe für verschiedene Euroländer stehen. Die Werte dürften sich leicht eingetrübt haben. Die unklare Handelspolitik der US-Administration sowie die Konkretisierung eines "Hard Brexit" dürften die Stimmung der Unternehmer verschlechtert haben. Nichtsdestotrotz sollte der Aufschwung im Euroraum Bestand haben. Am Nachmittag und Abend seien die Aussagen der US-Notenbanker von Interesse. Es gehe vor allem um Hinweise, ob sie sich eine Leitzinsanhebung bereits im März vorstellen könnten. Schließlich seien zuletzt nicht wenige FED-Vertreter auf diesen Kurs eingeschwenkt.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte wenig verändert in den Tag starten. Die politischen Probleme im Euroraum, die u. a. für massiven Abgabedruck auf französische OATs sorg(t)en, sollten Bunds tendenziell unterstützen, so die Analysten der National-Bank AG. Nichtsdestoweniger bleibe das Risiko von Gewinnmitnahmen bestehen. Schließlich hätten Bunds in den letzten Tagen teils deutlich zulegen können. Der Bund-Future dürfte sich zwischen 163,95 und 165,05 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,37 und 2,51% schwanken. (21.02.2017/alc/a/a)





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