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Die Bank of Japan normalisiert endlich ihre Geldpolitik


21.12.22 09:00
M&G Investments

London (www.anleihencheck.de) - Die Bank of Japan hat am 20. Dezember 2022 endlich eine Änderung ihrer Politik zur Steuerung der Zinskurve angekündigt, so Carl Vine, Fondsmanager des M&G (Lux) Japan Fund und des M&G (Lux) Japan Smaller Companies Fund bei M&G Investments.

An und für sich sei der Schritt bescheiden gewesen; in symbolischer Hinsicht jedoch weitaus bedeutsamer. Nach der Ankündigung sei der Yen gegenüber dem US-Dollar um rund 3% gestiegen. Der Nikkei-Aktienindex sei um 2,5% gefallen und die Renditen 10-jähriger japanischer Staatsanleihen seien auf 0,46% und damit auf den höchsten Stand seit 2015 gestiegen.

Die japanische Wirtschaft scheine eine der wenigen weltweit zu sein, die 2023 einen signifikanten Anstieg des BIP erleben würden. Was den japanischen Aktienmarkt betreffe, so sei der relativ positive und widerstandsfähige Trend in diesem Jahr durch einen schwachen Yen begünstigt worden. Man könne erwarten, dass der Markt zumindest eine teilweise Umkehrung dieser Entwicklung einpreise. In den kommenden Wochen sei mit sektoralen Schwankungen zu rechnen.

Die konstruktiveren Aussichten für Preise und Löhne würden den langfristigen Optimismus der Expertenverstärken. Da der Yen im Spätsommer deutlich in den "billigen" Bereich vorgestoßen sei, habe Japan nach Meinung der Experten plötzlich günstige Aktien in einer günstigen Währung geboten.

Die Ankündigung vom 20. Dezember 2022 sei nach Erachten der Experten ein erster Schritt in Richtung einer Normalisierung der Politik. Die Normalisierung sei Ausdruck gesünderer wirtschaftlicher Fundamentaldaten und sollte deshalb gefeiert werden. (Ausgabe vom 20.12.2022) (21.12.2022/alc/a/a)