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Bank of England zeigt sich zurückhaltend


12.07.24 15:00
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Pünktlich zum Einzug der britischen Elite-Kicker ins Finale der Fußball-Europameisterschaft steuert das Pfund Sterling auf das im Juni erreichte 2-Jahres-Hoch gegenüber dem Euro zu, so die Experten der BNP Paribas in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Die Insel-Währung habe jedoch weniger auf die Leistung der Mannschaft reagiert, eher auf die am Donnerstag gemeldeten Wirtschaftsdaten. Das Bruttoinlandsprodukt sei im Mai mit einem Anstieg von 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat doppelt so stark gewachsen wie von Volkswirten erwartet. Auch im Jahresvergleich habe das Plus mit 1,4 Prozent um 0,2 Prozentpunkte über den Konsensschätzungen gelegen.

Bank of England zeige sich zurückhaltend

Mit Blick auf die Geldpolitik hinke die Bank of England (BoE) der Europäischen Zentralbank (EZB) aber hinterher. Während die EZB die Zinswende im Juni vollzogen habe, habe die BoE den Leitzins mit 5,25 Prozent auf dem höchsten Niveau seit 16 Jahren gehalten. Die Währungshüter hätten aber die Tür für eine Zinssenkung im August offen gelassen. Gute Vorgaben dafür seien zuletzt von der Inflation gekommen, die im Vereinigten Königreich im Mai nach einem langen Höhenflug auf die BoE-Zielmarke gefallen sei. Die Verbraucherpreise hätten sich gegenüber dem Vorjahresmonat nur noch um 2,0 Prozent erhöht, nach 2,3 Prozent im April. Die Crux: Der Rückgang sei vor allem auf eine Senkung der Energierechnungen für Privathaushalte im April zurückzuführen gewesen. Die BoE schließe eine wieder anziehende Teuerung daher nicht aus und könnte sich somit auch mit der Zinswende womöglich noch ein wenig Zeit lassen. (12.07.2024/alc/a/a)