Bank of England stimmt auf restriktivere Geldpolitik ein


17.03.17 08:54
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Während am Vormittag die Erleichterung über den Wahlausgang in den Niederlanden für Freude in allen Bereichen der Kapitalmärkte sorgte, trübte sich die Stimmung an den Rentenmärkten doch schnell wieder ein, so die Analysten der National-Bank AG.

Das sei eine der Nachwirkungen der Entscheidung der FED, die Leitzinsen anzuheben. Bei genauerer Betrachtung der Aussagen von Janet Yellen auf der Pressekonferenz sei den Anlegern dann doch klar geworden, dass die Notenbanker einen restriktiveren Kurs einlegen könnten, als es der Dot Plot aktuell zeige. Auch die Aussagen aus dem Protokoll der Tagung des MPC der Bank of England dürften ihren Anteil an der Entwicklung der Rentenkurse gehabt haben. Es sehe ganz danach aus, als ob die britischen Notenbanker nun eher in Richtung einer Leitzinsanhebung schielen würden. In Anbetracht dessen, was mit dem Austritt UKs aus der EU noch vor ihnen liege, bestehe jedoch kein unmittelbares Risiko für eine restriktivere Geldpolitik auf der Insel. Dazu würden sich die "echten" Folgen des Austritts noch schwer abschätzen lassen.

Am Abend hätten vermutlich die Aussagen von dem österreichischen Notenbankchef zusätzlich für schlechte Stimmung gesorgt. Er habe klargemacht, dass es noch keine Entscheidung bei der EZB gebe, ob erst das QE-Programm abgeschlossen werde und es danach erste Leitzinsanhebungen geben werde oder ob Leitzinsanhebungen trotz Fortsetzung des QE-Programms möglich seien. Die Investoren würden bisher von ersterem ausgehen. Eine erste Leitzinsanhebung während des laufenden QE-Programms hätten sie bislang ausgeschlossen.

Datenseitig seien heute, ähnlich wie am gestrigen Handelstag, die US-Daten von Interesse. Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung sollten demnach leicht zugelegt haben. Die Stimmung der Konsumenten solle sich gemäß vorläufigem Wert des Indikators der Uni Michigan etwas eingetrübt haben, wobei der Wert immer noch auf einem hohen Niveau liege. So allmählich sollte die US-Administration außer Schlagzeilen aber einmal anfangen, etwas zu liefern. Vielleicht passiere das ja am Abend, wenn der US-Präsident und die deutsch Kanzlerin aufeinander treffen würden. Themen hätten beide Länder ja zur Genüge. Teile davon dürften auch auf dem G20-Treffen der Finanzminister zur Sprache kommen. Ob es eine gemeinsame Erklärung der Finanzminister zum freien Welthandel geben werde, gelte gemeinhin als unwahrscheinlich.

Außerdem tage am Montag ECOFin. Eines der zentralen Themen auf der Sitzung werde wohl einmal mehr Griechenland sein. Vor nicht allzu langer Zeit habe insbesondere die griechische Seite den üblichen (Zweck-) Optimismus zum Ausdruck gebracht, dass man am 20. März die Freigabe der nächsten Tranche aus dem Hilfspaket erhalte. Davon sei man nach Aussagen aus den Gesprächen derzeit weit entfern. Auch der von griechischer Seite ins Spiel gebrachte Einigungstermin 7. April erscheine wenig realistisch. Die Gespräche dürften sich solange hinziehen, bis man entscheiden müsse, entweder den Stecker zu ziehen oder sich doch noch zähneknirschend zu einigen. Daher dürfte sich das Tauziehen wahrscheinlich bis in die Sommermonate hinziehen.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte den Handel mit Kursverlusten beginnen. Entscheide Impulse werde er weder von den Konjunkturdaten, noch dem Treffen der Kanzlerin mit Donald Trump oder dem G20-Treffen der Finanzminister erhalten. Er dürfte im Tagesverlauf zwischen 158,70 und 160,00 dümpeln. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,46 und 2,59% schwanken. (17.03.2017/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
125,4998 € 125,717 € -0,2172 € -0,17% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 131,95 € 124,26 €