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Bank of England alleine gegen den Trend


28.06.19 10:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Bank of England (BoE) bildet unter den größeren Zentralbanken derzeit mit ihrem Festhalten an einer möglichen Leitzinsanhebung die Ausnahme, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

FED und EZB hätten bereits Lockerungsmaßnahmen signalisiert, die Bank of Japan könnte den beiden bald folgen. Das Festhalten der BoE erscheine gewagt, leide das Land doch neben der weltweit nachlassenden Konjunktur auch unter den anhaltenden politischen Unsicherheiten bezüglich des Brexits. Letzterer scheine insbesondere die Investitionen im Königreich zu hemmen und darum den flexibleren Faktor Arbeit derzeit zu begünstigen. Daher beruhe die Argumentation der Zentralbank auch auf einer weiterhin robusten Entwicklung am Arbeitsmarkt. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent gehe die Bank davon aus, dass über steigende Löhne die Inflation mittelfristig über das Zwei-Prozent-Ziel gehoben werden könnte und so der Boden für Leitzinssteigerungen geebnet sei.

Die Arbeitslosenquote liege bereits unter der geschätzten Zahl von circa 4,5 Prozent, bei der keinerlei Preisdruck seitens des Arbeitsmarktes erwartet werde. Sollte es zu einem geregelten Brexit kommen, könnte die BoE somit die Zinsen nächstes Jahr anheben. Für die Kursentwicklung des Pfunds zum Euro könnte dieses Zinsszenario mittelfristiges Aufwertungspotenzial liefern. (28.06.2019/alc/a/a)