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Bank of England im Zinsdilemma
23.06.23 09:21
M&G Investments
London (www.anleihencheck.de) - Die britische Notenbank hat den Leitzins heute überraschend stark um 50 Basispunkte angehoben - Ökonomen hatten im Schnitt nur die Hälfte erwartet, so Jim Leaviss, CIO Public Fixed Income bei M&G Investments.
Dennoch sei die Reaktion des Marktes bisher recht verhalten ausgefallen. Kurzlaufende britische Staatsanleihen würden etwas stärker abverkauft, und die Rendite langlaufender Anleihen sei gesunken. Das Pfund Sterling notiere im Tagesverlauf unverändert bis geringfügig höher.
Für die Inhaber von Immobilienkrediten in Großbritannien sei die Zinserhöhung eine schlechte Nachricht. Das gelte insbesondere für diejenigen, deren Finanzierung variabel verzinst werde oder die 2024 eine Refinanzierung vornehmen müssten. Tatsächlich sei kaum vorstellbar, wie Großbritannien einen Abschwung vermeiden könne, wenn die monatlichen Hypothekenzahlungen erheblich steigen würden und Verbraucher deshalb weniger konsumieren könnten.
Die Bank of England habe nun 14 Monate in Folge die Zinsen erhöht. Aber dennoch sei die Kerninflation nach wie vor nicht nur hoch, sondern steige sogar weiter. Es sei daher nachvollziehbar, dass die Notenbank glaube, die Zinserhöhungen noch einmal beschleunigen zu müssen, um die Inflation zu bekämpfen. Aber der Versuch, eine Rezession herbeizuführen, bringe sie gleichzeitig in ein schlimmes Dilemma. Denn wenn die Zinsen wie angenommen über etwa drei Jahre bei durchschnittlich 5,5% liegen würden, würden die Hypothekenzinsen schmerzhaft und hartnäckig ansteigen. Die Märkte würden zwar davon ausgehen, dass die Zinsen im Dezember einen Höchststand von 6% erreichen würden. Sobald sich die Konjunktur abschwäche, werde wohl auch die Inflation sinken, so dass es 2024 wieder Zinssenkungen geben könnte. Das Problem: Viele Immobilienbesitzer würden ihre Hypothek zum Höhepunkt des Zinszyklus fest abschließen (müssen) und könnten daher nicht in vollem Umfang von Zinssenkungen profitieren.
Die Inflationserwartungen in Großbritannien über die nächsten fünf Jahre seien heute nur geringfügig gesunken. Mit anderen Worten: Die Märkte würden nicht glauben, dass die Bank of England ihr Inflationsziel in diesem Zeitraum erreichen werde. (Ausgabe 22.06.2023) (23.06.2023/alc/a/a)
Dennoch sei die Reaktion des Marktes bisher recht verhalten ausgefallen. Kurzlaufende britische Staatsanleihen würden etwas stärker abverkauft, und die Rendite langlaufender Anleihen sei gesunken. Das Pfund Sterling notiere im Tagesverlauf unverändert bis geringfügig höher.
Die Bank of England habe nun 14 Monate in Folge die Zinsen erhöht. Aber dennoch sei die Kerninflation nach wie vor nicht nur hoch, sondern steige sogar weiter. Es sei daher nachvollziehbar, dass die Notenbank glaube, die Zinserhöhungen noch einmal beschleunigen zu müssen, um die Inflation zu bekämpfen. Aber der Versuch, eine Rezession herbeizuführen, bringe sie gleichzeitig in ein schlimmes Dilemma. Denn wenn die Zinsen wie angenommen über etwa drei Jahre bei durchschnittlich 5,5% liegen würden, würden die Hypothekenzinsen schmerzhaft und hartnäckig ansteigen. Die Märkte würden zwar davon ausgehen, dass die Zinsen im Dezember einen Höchststand von 6% erreichen würden. Sobald sich die Konjunktur abschwäche, werde wohl auch die Inflation sinken, so dass es 2024 wieder Zinssenkungen geben könnte. Das Problem: Viele Immobilienbesitzer würden ihre Hypothek zum Höhepunkt des Zinszyklus fest abschließen (müssen) und könnten daher nicht in vollem Umfang von Zinssenkungen profitieren.
Die Inflationserwartungen in Großbritannien über die nächsten fünf Jahre seien heute nur geringfügig gesunken. Mit anderen Worten: Die Märkte würden nicht glauben, dass die Bank of England ihr Inflationsziel in diesem Zeitraum erreichen werde. (Ausgabe 22.06.2023) (23.06.2023/alc/a/a)


