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Auswirkungen der Ukraine-Krise auf Investment-Entscheidungen


23.02.22 11:45
Neuberger Berman

New York (www.anleihencheck.de) - Russland hat die selbsternannten Regime in Donezk und Luhansk als unabhängig anerkannt und angekündigt, russische Truppen in die von diesen Regimen kontrollierten Gebiete zu entsenden, so das Emerging Markets Debt Team des unabhängigen US-amerikanischen Vermögensverwalter Neuberger Berman.

Die Experten würden nicht mit einer militärischen Reaktion der Ukraine auf diesen Schritt rechnen, da dies eine umfassendere und härtere russische Reaktion auslösen könnte. Sie würden Szenarien, die entweder eine diplomatische Lösung mit einer vollständigen Deeskalation Russlands oder eine vollständige Invasion der Ukraine mit einem Regime-Wechsel in der Ukraine vorsehen würden, jeweils geringe Wahrscheinlichkeiten einräumen. Auch würden die Experten Sanktionen, die den Zugang russischer Unternehmen zu SWIFT oder dem Öl- und Gashandel einschränken würden, für unwahrscheinlich halten, solange es nicht zu einer vollständigen Invasion komme.

Auswirkungen auf Investment-Entscheidungen:

Bei den Unternehmensanleihen seien für die Experten aufgrund der hohen Ölpreise vor allem die großen Öl- und Gaskonzerne interessant, deren Exporte angesichts der starken Abhängigkeit Europas von russischem Öl und insbesondere Gas wahrscheinlich nicht allzu stark beeinträchtigt würden. Die Experten würden daran festhalten, ukrainische Hartwährungsanleihen stärker zu gewichten, da sie davon ausgehen würden, dass (1) eine weitere Eskalation durch Russland keinen Regime-Wechsel nach sich ziehen werde, (2) sich die politische und makroökonomische Situation im Vergleich zu 2014 deutlich verbessert habe und (3) die finanzielle Unterstützung durch den Westen wahrscheinlich weiter anhalte. (23.02.2022/alc/a/a)