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Der Ausverkauf am Anleihemarkt war ein echtes Warnsignal
14.04.25 09:00
Candriam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Der Handelskrieg ist nicht vorbei: Was US-Präsident Donald Trump getan hat, war lediglich ein taktischer Rückzug, so Nicolas Forest, Chief Investment Officer bei Candriam.
Wir seien kurz vor einem ‚Liz Truss‘-Szenario gestanden. Deshalb habe die Trump-Regierung ihren Kurs geändert. Der Ausverkauf am Anleihemarkt sei ein echtes Warnsignal gewesen, das den Stress der Hedgefonds und die erheblichen Verkäufe asiatischer Anleger offenbart habe. Man dürfe nicht vergessen, dass die USA massive Schulden refinanzieren müssten.
Die gleichzeitigen Verluste bei Risikoanlagen und Staatsanleihen seien ungewöhnlich. Vor allem zwei Gründe schienen dafür verantwortlich zu sein: die Auflösung von ‚Basis Trades‘ und die gestiegene Nachfrage nach Cash. Ein weiterer Aspekt, der von einigen Beobachtern angeführt werde - und der überprüft werden müsse, sobald Daten zu den Kapitalströmen vorlägen -, sei eine möglicher Rückzug ausländischer Anleger von den US-Anleihemärkten im Rahmen der geografischen Diversifizierung.
Der Rückgang des US-Dollars erhöhe den Druck auf diese Anlagen noch weiter: Gegen das Währungsrisiko abgesicherte US-Staatsanleihen würden 0,5 Prozentpunkte bis 1 Prozentpunkt niedriger als vergleichbare europäische Staatspapiere rentieren.
Die USA seien jedoch nach wie vor die größte Volkswirtschaft der Welt und würden über den weltweit liquidesten Anleihemarkt verfügen: Dass der Status von US-Treasuries als sicherer Hafen infrage gestellt werde, sei eine entfernte Möglichkeit. Sie würde sich aus anhaltenden Veränderungen der Kapitalströme ergeben, die durch das Risiko eines ‚Liz Truss‘-Szenarios angeheizt würden - einem Vertrauensverlust in die Fähigkeit der US-Regierung, ihre Schulden zurückzuzahlen, der einen Zusammenbruch der Anleihemärkte auslösen würde.
Der US Credit-Default-Swap, die Versicherung gegen das Ausfallrisiko von US-Schulden, sei damit seit dem Amtsantritt von Donald Trump um 10 Basispunkte gestiegen. (14.04.2025/alc/a/a)
Wir seien kurz vor einem ‚Liz Truss‘-Szenario gestanden. Deshalb habe die Trump-Regierung ihren Kurs geändert. Der Ausverkauf am Anleihemarkt sei ein echtes Warnsignal gewesen, das den Stress der Hedgefonds und die erheblichen Verkäufe asiatischer Anleger offenbart habe. Man dürfe nicht vergessen, dass die USA massive Schulden refinanzieren müssten.
Der Rückgang des US-Dollars erhöhe den Druck auf diese Anlagen noch weiter: Gegen das Währungsrisiko abgesicherte US-Staatsanleihen würden 0,5 Prozentpunkte bis 1 Prozentpunkt niedriger als vergleichbare europäische Staatspapiere rentieren.
Die USA seien jedoch nach wie vor die größte Volkswirtschaft der Welt und würden über den weltweit liquidesten Anleihemarkt verfügen: Dass der Status von US-Treasuries als sicherer Hafen infrage gestellt werde, sei eine entfernte Möglichkeit. Sie würde sich aus anhaltenden Veränderungen der Kapitalströme ergeben, die durch das Risiko eines ‚Liz Truss‘-Szenarios angeheizt würden - einem Vertrauensverlust in die Fähigkeit der US-Regierung, ihre Schulden zurückzuzahlen, der einen Zusammenbruch der Anleihemärkte auslösen würde.
Der US Credit-Default-Swap, die Versicherung gegen das Ausfallrisiko von US-Schulden, sei damit seit dem Amtsantritt von Donald Trump um 10 Basispunkte gestiegen. (14.04.2025/alc/a/a)


