Australien: Inflation weiter auf dem Rückzug, Zinserhöhung dennoch möglich


28.12.23 12:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Gemäß den monatlichen Inflationsdaten des Melbourne Instituts verlangsamte sich die Inflation in Australien im November von 5,1 auf 4,4 Prozent, den niedrigsten Wert seit über einem Jahr, so die Analysten von Postbank Research.

Die Notenbank erwarte jedoch weiterhin erst für 2025 die Rückkehr der Inflation in das Zielband von zwei bis drei Prozent.

Der Arbeitsmarkt habe die Erwartungen im November spürbar übertroffen. Die Arbeitslosenquote sei zwar aufgrund einer um 0,2 Prozentpunkte höheren Partizipationsrate auf 3,9 Prozent gestiegen. Statt erwarteter 11 Tsd. neugeschaffener Stellen seien jedoch satte 62 Tsd. neue Arbeitsverträge geschlossen worden - davon bemerkenswerte 57 Tsd. im Vollzeitsektor.

Während der PMI der Industrie im Dezember leicht von 47,7 auf 47,8 Punkte angestiegen sei, habe sich der Service-PMI nach seinem deutlichen Absturz auf 46,0 Punkte im Vormonat auf 47,6 Punkte erholt. Beide Indices würden somit in der Schrumpfungszone verharren.

Der CoreLogic-Hauspreisindex sei im November im Monatsvergleich zum neunten Mal in Folge gestiegen - und zwar um 0,6 Prozent.

Der Geldmarkt habe nun eingepreist, dass die Notenbank den Zinsgipfel erreicht habe und erwarte eine erste Zinssenkung Mitte 2024. Die Notenbank habe jedoch eine weitere Anhebung im Januar nicht ausgeschlossen.

Der AUD habe zum EUR in den vergangenen Wochen spürbar auf EUR/AUD 1,622 aufgewertet. In den nächsten sechs Monaten dürfte eine Seitwärtsbewegung um EUR/AUD 1,63 herum wahrscheinlich sein. (Währungsbulletin Januar 2024) (28.12.2023/alc/a/a)