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Asien-Freihandelsabkommen ist 'Game Changer' für die Anleihenallokation


04.12.20 10:45
Degroof Petercam

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Nach Ansicht von Peter De Coensel, Chef-Anleihenstratege bei Degroof Petercam Asset Management, führt der erwartete Gesamtertrag auf den EU- und US-Anleihenmärkten dazu, dass Anleger, die ihren Anlagespielraum nicht erweitern wollen, allmählich verzweifeln.

Die globalen Anleihenmärkte würden hier jedoch Lösungen bieten. Ausgehend von einem atlantik-zentrierten Fokus würden Anleger ermutigt, mehr in Schwellenländerpapiere (Staats- und Unternehmensanleihen) im Allgemeinen und in Asien im Speziellen zu investieren. So würden zum Beispiel Staatsanleihen in Landeswährung der Schwellenländer dank eines relativ geringen Ausfallrisikos einen ansehnlichen zu erwartenden Ertrag von aktuell über 4 Prozent bieten.

Angesichts der jüngsten Fokussierung auf die Schwierigkeiten bei den Wahlen in den USA sei am 19. November nur wenig über die Unterzeichnung des 'Regional Comprehensive Economic Partnership' (RCEP) durch 15 Staaten auf dem asiatischen Kontinent berichtet worden. Die 10 Länder der ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) und 5 Länder des asiatisch-pazifischen Raums (Japan, Südkorea, China, Australien und Neuseeland) hätten ein Freihandelsabkommen unterzeichnet, das sich auf 30% der Weltbevölkerung und auf insgesamt 30% des globalen BIP erstrecke.

Von der Bedeutung her stehe diese multilaterale Kooperationspartnerschaft neben die Gründung der Europäischen Union. Tatsache sei, dass die USA und Indien nicht Teil dieses historischen Abkommens seien. RCEP sei ein 'Game Changer'. Asset-Allokatoren, die Anlagen über die beiden Bereiche Anleihen und Aktien verteilen würden, würden Gelder in dieses Zentrum des gesteigerten Wirtschaftswachstums umlenken.

Die Geschichten über das Fehlen von Gelegenheiten bei Anleiheinvestitionen würden sich weiter verbreiten. Peter De Coensel zufolge seien diese bestenfalls unbegründet, schlimmstenfalls fehlgeleitet. An den internationalen Anleihenmärkten könnten nach wie vor angemessene Renditen realisiert werden. Um eine robuste und renditestarke Anleihenkomponente aufzubauen, seien Anleger jedoch gefordert, sich von den klassischen Allokationsschemata stärker zu lösen.

Anleger sollten die bunten, vielfältigen und sich entwickelnden Anleihenmärkte in ganz Asien nutzen. Innerhalb dieses Jahrzehnts werde China zum Anleihemarkt Nr. 2 nach den USA werden. Die Anleihen-Indices würden heute bereits davon beeinflusst. Aktive Manager sollten diesen Moment nutzen und entsprechend handeln. (04.12.2020/alc/a/a)