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Anleihenrenditen werden wieder attraktiv


28.08.13 15:45
Bankhaus Ellwanger & Geiger

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Eigentlich schade - da steigt der ifo-Geschäftsklimaindex unerwartet stark an und signalisiert eine Fortführung der positiven Konjunktur im dritten Quartal, flankiert von in der Summe positiven Wirtschaftsdaten aus Europa, den USA und sogar auch wieder China, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Und die Aktienmärkte würden von geopolitischen Entwicklungen, insbesondere dem drohenden Militärschlag gegen Syrien in die Knie gezwungen. Zusätzlich verunsichere viele Investoren der ungewisse Zeitpunkt des "Tapering" der FED, d.h. des Beginns der Reduzierung der Anleihenkäufe der US-amerikanischen Notenbank.

Die Rede sei allerdings nur von einer schrittweisen Reduzierung von derzeit 85 Milliarden USD pro Monat auf 75 Milliarden USD. Im Zuge der robusten Konjunktur könnte man erwarten, dass die USA eigentlich weniger Staatsanleihen begeben müssten, sodass sich dieser Effekt gar nicht besonders auswirken müsste.

Leider hätten sich in den vergangenen Monaten so viele ausländische Investoren von ihren Treasuries wie seit Jahren nicht mehr getrennt. Dies habe zu bereits markant gestiegenen langfristigen Zinsen geführt, die schon beginnen würden, den US-Häusermarkt negativ zu beeinflussen, weil die Hypothekenfinanzierungen wieder teurer würden. Hier stelle sich wie immer die Frage, wie stark langfristige Zinsen ansteigen dürften, bevor sie negativen Einfluss auf die Aktienmärkte gewinnen würden, weil Anleihenrenditen wieder attraktiv genug würden, um Investoren von Aktienkäufen abzuhalten.

Aufgrund des extrem niedrigen Zinsniveaus der vergangenen Jahre scheine hier noch Spielraum für leicht steigende Zinsen zu sein, ohne dass es zu nennenswerten Kursrückgängen an den Aktienmärkten komme. Bei stark steigenden Zinsen, die mit Ausverkaufsszenarien an den Staatsanleihenmärkten einhergehen würden, könnte das anders aussehen.

Anleihen würden mit zu den am heftigsten überbewerteten Asset-Klassen zählen, die in den letzten Jahren im Zuge der "Vermögenspreisinflation" astronomische Kurs/Gewinn-Verhältnisse erreicht hätten. Korrekturen dieser in mehreren Jahren aufgrund der exzessiven Geldmengenversorgung der Zentralbanken aufgebauten Fehlbewertungen seien im Grunde wünschenswert. Hoffentlich würden sie aber nur sukzessive und allmählich vor sich gehen. (28.08.2013/alc/a/a)