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Anleihenmärkte: Normalisierung statt Crash


20.05.15 15:15
Bankhaus Ellwanger & Geiger

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Ein Anstieg der 10-jährigen Bund-Rendite von 0,70% in nur zwei Wochen - das riecht nach Anleihen-Crash. Denn spiegelbildlich dazu bedeutet dies einen Kursrückgang dieser Referenz-Anleihe von nahezu 6%, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Auch das könnte man als Crash-Zeichen werten, wäre da nicht die vorangegangene Übertreibungsphase gewesen. Der Tiefpunkt der 10-jährigen Bundrendite habe vor kurzem die nicht für möglich gehaltene Marke von 0,049% erreicht. Viele Investoren hätten sogar befürchtet, dass das auch bei 10-jährigen Bundesanleihen eintrete, was kürzere Laufzeiten und die Schweizer 10-jährige Staatsanleihe bereits ereilt habe: Eine negative Verzinsung. Nun, es sei anders gekommen und die Frage laute nun: Sei das die Trendwende und damit die Abkehr von historischen Zinstiefstständen gewesen?

Wie immer in solchen Fällen sei auf die Europäische Zentralbank Verlass. Nach einer Rede eines EZB-Präsidiumsmitglieds in London hätten sich die Finanzmärkte wieder normalisiert. Grund sei die Ankündigung gewesen, dass die EZB Anleihenkäufe aus den umsatzschwächeren Sommermonaten vorziehen werde, um das geplante Ankaufsvolumen der nächsten Monate im Schnitt zu erreichen.

Die Märkte hätten die gewohnten Reaktionsmuster vollzogen: Euro schwächer, Renditen tiefer, Aktienmärkte höher. Insofern könne man davon ausgehen, dass die crashartigen Zustände an den Anleihenmärkten zunächst beendet seien. Sowohl die Aktienniveaus als auch die Renditen an den Anleihenmärkten dürften sich auf dem derzeitigen Niveau stabilisieren. (20.05.2015/alc/a/a)