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Anleihen bieten wieder interessante Möglichkeiten
27.11.23 10:21
ODDO BHF
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Für Anleger nimmt die Entscheidungsfreiheit wieder zu, so Prof. Dr. Jan Viebig, Chief Investment Officer der ODDO BHF SE.
Jahrelang habe es zu Aktien so gut wie keine Alternative gegeben. Doch nun bekämen auch Anleihen wieder einen Platz in den Portfolios. Dafür spreche Viebig zufolge, dass die Renditen nach Abzug der Inflation wieder positiv seien und Zinstitel ein Portfolio vor den Unwägbarkeiten, die die wirtschaftliche Entwicklung den Anlegern noch bringen könne, stabilisieren könne:
Die Renditen an den Anleihemärkten hätten im Verlauf der Jahre 2022 und 2023 kräftig angezogen. Ende 2021 habe die Verzinsung von Bundesanleihen mit minus 0,18 Prozent im negativen Bereich gelegen. Heute würden sie 2,58 Prozent abwerfen. Damit sei die Rendite deutscher Staatsanleihen so hoch wie in den vergangenen zehn Jahren nicht. Noch stärker sei der Renditeanstieg in den USA gewesen, wo die Verzinsung zehnjähriger Staatsanleihen von 1,5 Prozent am Jahresende 2021 auf aktuell rund 4,4 Prozent gestiegen sei. Parallel dazu hätten auch die Anleiherenditen kräftig angezogen, sodass Bundesanleihen selbst nach Abzug der Inflation eine positive Rendite von aktuell 0,4 Prozent bringen würden.
Das im langfristigen Vergleich hohe Renditeniveau sei ein gutes Argument für den Kauf von Anleihen. Hinzu komme, dass derzeit die FED und die EZB ihren Zinserhöhungszyklus weitgehend abgeschlossen zu haben scheinen. Seit dem Sommer habe sich der Rhythmus der Anhebungen bereits verlangsamt. Das sei möglich gewesen, nachdem die Inflationsraten in den USA und im Euroraum stark gesunken seien. Im Euroraum habe sie im Oktober 2022 bei 10,6 Prozent gelegen. Bis zum Oktober 2023 sei sie auf 2,9 Prozent gefallen. Das sei eine positive Entwicklung, rechtfertige aber noch keine Entwarnung, denn die Kerninflation, in der die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel ausgeklammert würden, habe sich als hartnäckig erwiesen. Im Oktober 2023 habe die Kerninflation ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak im Euroraum bei 4,2 Prozent gelegen.
Die Inflation scheine gezähmt, aber sie sei nicht besiegt. Unter den Marktteilnehmern werde lebhaft darüber diskutiert, wann die Notenbanken zu den ersten Zinssenkungen übergehen könnten. Habe man im Oktober noch die Sorge gehabt, dass die US-FED weiter erhöhen könnte, könne es nun mit den Zinssenkungen nicht schnell genug gehen: Die Terminkontrakte auf den US-Tagesgeldsatz würden derzeit bis Mitte des Jahres 2024 ein bis zwei Schritte nach unten einpreisen. Entsprechend seien zuletzt auch die Anleiherenditen gegenüber ihren Höchstständen etwas zurückgefallen. Diese Schwankungsbreite spiegele den hohen Grad der Unsicherheit unter den Anlegern. Wahrscheinlich liege die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Grundsätzlich spreche aber vieles dafür, dass man in diesem Zinszyklus am Höhepunkt stehe.
Allerdings müsse die Frage, wann die Leitzinsen zu sinken beginnen würden, die Anleihekäufer derzeit nicht über Gebühr beschäftigen. Sollten die Notenbanken tatsächlich Zinssenkungen einleiten, könnten die Anleger vermutlich von den steigenden Kursen der Anleihen in ihrem Portfolio profitieren. Sollten sich die Zentralbanken Zeit lassen, so könnten sich Anleger immerhin über eine attraktive Rendite freuen. Eine solche Situation habe es seit vielen Jahren nicht mehr gegeben und biete eine gute Ausgangsbasis für Engagements am Anleihemarkt. (27.11.2023/alc/a/a)
Jahrelang habe es zu Aktien so gut wie keine Alternative gegeben. Doch nun bekämen auch Anleihen wieder einen Platz in den Portfolios. Dafür spreche Viebig zufolge, dass die Renditen nach Abzug der Inflation wieder positiv seien und Zinstitel ein Portfolio vor den Unwägbarkeiten, die die wirtschaftliche Entwicklung den Anlegern noch bringen könne, stabilisieren könne:
Das im langfristigen Vergleich hohe Renditeniveau sei ein gutes Argument für den Kauf von Anleihen. Hinzu komme, dass derzeit die FED und die EZB ihren Zinserhöhungszyklus weitgehend abgeschlossen zu haben scheinen. Seit dem Sommer habe sich der Rhythmus der Anhebungen bereits verlangsamt. Das sei möglich gewesen, nachdem die Inflationsraten in den USA und im Euroraum stark gesunken seien. Im Euroraum habe sie im Oktober 2022 bei 10,6 Prozent gelegen. Bis zum Oktober 2023 sei sie auf 2,9 Prozent gefallen. Das sei eine positive Entwicklung, rechtfertige aber noch keine Entwarnung, denn die Kerninflation, in der die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel ausgeklammert würden, habe sich als hartnäckig erwiesen. Im Oktober 2023 habe die Kerninflation ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak im Euroraum bei 4,2 Prozent gelegen.
Die Inflation scheine gezähmt, aber sie sei nicht besiegt. Unter den Marktteilnehmern werde lebhaft darüber diskutiert, wann die Notenbanken zu den ersten Zinssenkungen übergehen könnten. Habe man im Oktober noch die Sorge gehabt, dass die US-FED weiter erhöhen könnte, könne es nun mit den Zinssenkungen nicht schnell genug gehen: Die Terminkontrakte auf den US-Tagesgeldsatz würden derzeit bis Mitte des Jahres 2024 ein bis zwei Schritte nach unten einpreisen. Entsprechend seien zuletzt auch die Anleiherenditen gegenüber ihren Höchstständen etwas zurückgefallen. Diese Schwankungsbreite spiegele den hohen Grad der Unsicherheit unter den Anlegern. Wahrscheinlich liege die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Grundsätzlich spreche aber vieles dafür, dass man in diesem Zinszyklus am Höhepunkt stehe.
Allerdings müsse die Frage, wann die Leitzinsen zu sinken beginnen würden, die Anleihekäufer derzeit nicht über Gebühr beschäftigen. Sollten die Notenbanken tatsächlich Zinssenkungen einleiten, könnten die Anleger vermutlich von den steigenden Kursen der Anleihen in ihrem Portfolio profitieren. Sollten sich die Zentralbanken Zeit lassen, so könnten sich Anleger immerhin über eine attraktive Rendite freuen. Eine solche Situation habe es seit vielen Jahren nicht mehr gegeben und biete eine gute Ausgangsbasis für Engagements am Anleihemarkt. (27.11.2023/alc/a/a)


