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Anleihen: Zinsplateau statt Zinsgipfel
06.10.23 13:30
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Zinsanstieg diese Woche war schon außergewöhnlich: Renditen von 3 Prozent für zehnjährige Bundesanleihen, das gab es zuletzt 2011, so die Deutsche Börse AG.
"Es war eine wilde Woche", berichte Arthur Brunner, der für die ICF Bank Anleihen handele. Hohe Nachfrage habe er speziell von Privaten gesehen, Institutionelle hätten eher verkauft. Am Freitagmorgen liege die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen immer noch bei 2,90 Prozent, die für gleichlang laufenden US-Staatsanleihen bei 4,74 Prozent, in der Spitze seien es 4,88 Prozent gewesen.
"Hohe Zinsen erhöhen zwar die Attraktivität von Anleihen im Vergleich zu Aktien, aber seit einigen Handelstagen ist doch ein deutlicher Umsatzrückgang zu beobachten", berichte unterdessen Tim Oechsner von der Steubing AG. "Die Unsicherheit wegen der eventuell noch weiter steigenden Zinsen ist zu groß. Abwarten ist angesagt." Gewartet werde am heutigen Freitag auf die am Nachmittag anstehenden US-Arbeitsmarktzahlen. Von denen werde Auskunft über die weitere Gangart der US-Notenbank erhofft.
Auch wie es in der Eurozone weitergehe, sei unklar. EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau habe gerade geäußert, dass es derzeit keine Gründe für eine weitere Anhebung der Leitzinsen gebe. Seit der letzten Anhebung gebe es "gute Inflationszahlen" bei stark steigenden langfristigen Zinssätzen. "Deshalb glaube ich, dass es derzeit keine Rechtfertigung für eine weitere Anhebung der EZB-Zinsen gibt", habe Villeroy gegenüber dem Handelsblatt erklärt.
Im Bereich der Staatsanleihen werde laut Brunner nun auf langlaufende Bonds von Italien oder Österreich gesetzt. "Privatanleger nutzen die Schwäche am Anleihemarkt." Etwa biete eine noch bis 2045 laufende italienische Staatsanleihe (ISIN IT0005438004 / WKN A3KM2D) aktuell 5,18 Prozent. Gefragt seien aber auch US-Treasuries.
Auch Unternehmensanleihen würden weiter viel Zuspruch finden: Gut an komme beispielsweise die neue Anleihe (ISIN XS2695009998 / WKN A3LNVU) von Grenke Finance mit Fälligkeit 2027, wie Rainer Petz von Oddo BHF berichte. "Da sehen wir weiter ordentliche Umsätze." Bei einem Kurs von 101,1 Prozent ergebe sich aktuell eine Rendite von 7,5 Prozent. Brunner melde Käufe für die 2031 fällige Fresenius-Anleihe, rege nachgefragt werde außerdem die Neuemission (ISIN DE000A3510K1 / WKN A3510K) der Deutschen Rohstoff AG mit 7,5 Prozent bis 2028.
Immer gesucht sei laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank zudem der im kommenden Februar fällige Sixt-Bond mit aktueller Rendite von 4,64 Prozent. Kleinere Käufe melde er für eine 2029 fällige RWE-Anleihe mit 4,06 Prozent-Rendite.
Umsätze auf beiden Seiten beobachte Daniel darüber hinaus in der 2025 fälligen Grenke-Anleihe mit Rendite beim letzten Umsatz von 7,01 Prozent. Unter Abgabedruck geraten seien hingegen Schalke-Anleihen, wie Brunner erkläre: "Angesichts der Tabellensituation ist das auch kein Wunder." Schalke stehe aktuell auf Platz 16 der zweiten Bundesliga.
Oechsner melde gleich drei Neuemissionen: Vom Baustoffkonzern Wienerberger mit Kupon von 4,875 Prozent und Fälligkeit 2028, vom Gesundheitskonzern Fresenius mit 5,125 Prozent bis 2030 (ISIN XS2698713695 / WKN A3515F) und von Volkswagen Leasing mit 4,625 Prozent bis 2029 (ISIN XS2694872594 / WKN A3514U). Die Mindestanlagesumme liege jeweils bei 1.000 Euro. "Alle sind gesucht", erkläre Oechsner.
Auch Petz berichte von einer neuen Anleihe (ISIN XS2698773913 / WKN A3LPBM), und zwar von BMW mit Laufzeit bis 2033 und Kupon von 4,125 Prozent. Die Wienerberger-Anleihe sei der erste Sustainability-Linked Bond, der jemals im Retail-Segment am österreichischen Kapitalmarkt vertrieben worden sei. Die Bonds würden sich dadurch auszeichnen, dass ihre Performance eng mit Erreichen wichtiger Wienerberger ESG-Ziele verbunden sei.
Noch bis zum 20. Oktober in der Zeichnung sei eine Anleihe (ISIN DE000A3LL7M4 / WKN A3LL7M) des baltischen Finanzdienstleisters Eleving Group, ehemals Mogo Finance. Der Kupon liege bei 13 Prozent bei Fälligkeit 2028. Noch bis zum 13. Oktober könne die unbesicherte Mogo AS-Anleihe (ISIN V0000802452/ WKN A3KL7T) in die neuen Anleihe umgetauscht werden. (06.10.2023/alc/a/a)
"Es war eine wilde Woche", berichte Arthur Brunner, der für die ICF Bank Anleihen handele. Hohe Nachfrage habe er speziell von Privaten gesehen, Institutionelle hätten eher verkauft. Am Freitagmorgen liege die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen immer noch bei 2,90 Prozent, die für gleichlang laufenden US-Staatsanleihen bei 4,74 Prozent, in der Spitze seien es 4,88 Prozent gewesen.
"Hohe Zinsen erhöhen zwar die Attraktivität von Anleihen im Vergleich zu Aktien, aber seit einigen Handelstagen ist doch ein deutlicher Umsatzrückgang zu beobachten", berichte unterdessen Tim Oechsner von der Steubing AG. "Die Unsicherheit wegen der eventuell noch weiter steigenden Zinsen ist zu groß. Abwarten ist angesagt." Gewartet werde am heutigen Freitag auf die am Nachmittag anstehenden US-Arbeitsmarktzahlen. Von denen werde Auskunft über die weitere Gangart der US-Notenbank erhofft.
Auch wie es in der Eurozone weitergehe, sei unklar. EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau habe gerade geäußert, dass es derzeit keine Gründe für eine weitere Anhebung der Leitzinsen gebe. Seit der letzten Anhebung gebe es "gute Inflationszahlen" bei stark steigenden langfristigen Zinssätzen. "Deshalb glaube ich, dass es derzeit keine Rechtfertigung für eine weitere Anhebung der EZB-Zinsen gibt", habe Villeroy gegenüber dem Handelsblatt erklärt.
Im Bereich der Staatsanleihen werde laut Brunner nun auf langlaufende Bonds von Italien oder Österreich gesetzt. "Privatanleger nutzen die Schwäche am Anleihemarkt." Etwa biete eine noch bis 2045 laufende italienische Staatsanleihe (ISIN IT0005438004 / WKN A3KM2D) aktuell 5,18 Prozent. Gefragt seien aber auch US-Treasuries.
Immer gesucht sei laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank zudem der im kommenden Februar fällige Sixt-Bond mit aktueller Rendite von 4,64 Prozent. Kleinere Käufe melde er für eine 2029 fällige RWE-Anleihe mit 4,06 Prozent-Rendite.
Umsätze auf beiden Seiten beobachte Daniel darüber hinaus in der 2025 fälligen Grenke-Anleihe mit Rendite beim letzten Umsatz von 7,01 Prozent. Unter Abgabedruck geraten seien hingegen Schalke-Anleihen, wie Brunner erkläre: "Angesichts der Tabellensituation ist das auch kein Wunder." Schalke stehe aktuell auf Platz 16 der zweiten Bundesliga.
Oechsner melde gleich drei Neuemissionen: Vom Baustoffkonzern Wienerberger mit Kupon von 4,875 Prozent und Fälligkeit 2028, vom Gesundheitskonzern Fresenius mit 5,125 Prozent bis 2030 (ISIN XS2698713695 / WKN A3515F) und von Volkswagen Leasing mit 4,625 Prozent bis 2029 (ISIN XS2694872594 / WKN A3514U). Die Mindestanlagesumme liege jeweils bei 1.000 Euro. "Alle sind gesucht", erkläre Oechsner.
Auch Petz berichte von einer neuen Anleihe (ISIN XS2698773913 / WKN A3LPBM), und zwar von BMW mit Laufzeit bis 2033 und Kupon von 4,125 Prozent. Die Wienerberger-Anleihe sei der erste Sustainability-Linked Bond, der jemals im Retail-Segment am österreichischen Kapitalmarkt vertrieben worden sei. Die Bonds würden sich dadurch auszeichnen, dass ihre Performance eng mit Erreichen wichtiger Wienerberger ESG-Ziele verbunden sei.
Noch bis zum 20. Oktober in der Zeichnung sei eine Anleihe (ISIN DE000A3LL7M4 / WKN A3LL7M) des baltischen Finanzdienstleisters Eleving Group, ehemals Mogo Finance. Der Kupon liege bei 13 Prozent bei Fälligkeit 2028. Noch bis zum 13. Oktober könne die unbesicherte Mogo AS-Anleihe (ISIN V0000802452/ WKN A3KL7T) in die neuen Anleihe umgetauscht werden. (06.10.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 64,64 € | 63,74 € | 0,90 € | +1,41% | 17.04./17:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| IT0005438004 | A3KM2D | 68,05 € | 61,52 € | |
Werte im Artikel



