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Anleihen: Spaniens Herabstufung überrascht nicht
12.10.12 16:14
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Während sich die Aktienmärkte seit gut einem Monat seitwärts bewegen, signalisieren die Rentenmärkte leicht steigende Risikoaversion, so die Deutsche Börse AG.
Wie die Helaba melde, habe es in dieser Woche Impulse aus unterschiedlichen Richtungen gegeben: Auf der einen Seite sei der dauerhafte Rettungsschirms ESM an den Start gegangen, daneben hätten Produktionszahlen aus der Eurozone teilweise deutlich positiv überrascht, etwa aus Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland. "Das sind Entwicklungen, die hoffen lassen." Auf der anderen Seite habe die Ratingagentur S&P Spanien am Mittwoch fast auf Ramschniveau herabgestuft.
Seien von anderen Ratingagenturen weitere Herabstufungen gefolgt, könne dies mit einem Ausscheiden aus wichtigen Rentenindices verbunden sein, bemerke Arthur Brunner von ICF Kursmakler. "Das würde zwangsweise Verkäufe mit sich bringen." Diesmal seien die Kurse aber nur kurzfristig gedrückt worden, im Verlauf der vergangenen beiden Tage hätten sie sogar deutlich zugelegt. "Anleger spekulieren wohl darauf, dass nun bald ein Hilfsantrag gestellt wird, wodurch Anleihekäufe ausgelöst werden, die zu weiter steigenden Kursen führen sollten."
"Die Herabstufung Spaniens war in der Marktbewegung nur kurz zu spüren", berichte auch Dietmar Blum von der Hellwig Wertpapierhandelsbank, die Herabstufung Zyperns durch Moody's sei sogar nur eine Randnotiz gewesen. "Beides war ja auch keine echte Überraschung." Daneben habe sich Italien genötigt gesehen, für zwölfmonatige Papiere mehr als im Vormonat zu zahlen. "Das ist ein Hinweis darauf, dass die EZB-Ankündigung über den Ankauf von Staatsanleihen in der Wirkung langsam nachlässt."
In Sachen Griechenland sei immer noch Abwarten angesagt. "Obwohl der Finanzierungsbedarf des Landes größer als erwartet ist und die versprochenen Reformen noch nicht vollständig umgesetzt wurden, wird die dringend benötigte nächste Tranche von 30 Milliarden Euro wohl demnächst freigegeben werden", vermute Brunner. Einige Anleger hätten sich mutig gezeigt und Griechenland-Anleihen, etwa das bis 2035 laufende Papier (ISIN GR0138007738 / WKN A1G1UN) gekauft, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft beobachtet habe.
Nach dem Kursrutsch Ende vergangener Woche habe sich der Euro-Bund-Future in den vergangenen Tagen wieder etwas fester präsentiert und notiere am heutigen Freitag bei 141,42 Punkten. Zehnjährige Bundesanleihen würden aktuell eine Rendite von 1,49 Prozent abwerfen.
Rasant nach unten sei es im Bereich der Unternehmensanleihen (ISIN AT0000A0JDG2 / WKN A1AYFX; ISIN AT0000A0PJJ0 / WKN A1GR69; ISIN AT0000A0V834 / WKN A1G4NY) in dieser Woche für Papiere des österreichischen Baukonzerns Alpine-Holding gegangen. Die Anleihen hätten stark an Wert eingebüßt, nachdem Meldungen über Liquiditätsprobleme und kurzfristigen Kapitalbedarf publik geworden seien, erläutere Blum. "Der Kurs der bis 2015 laufenden Anleihe ist von 102 auf 40 Prozent gefallen, am heutigen Freitag sind es aber schon wieder rund 60 Prozent", konkretisiere Daniel. "Der Vorstand hat jetzt beteuert, dass das Unternehmen nicht vor dem Konkurs steht und es heute Gespräche mit Banken geben wird."
Air Berlin-Anleihen hätten Daniel zufolge von der Ankündigung einer umfassenden Kooperation von Deutschlands zweitgrößter Fluglinie und deren Großaktionär Etihad mit Air France/KLM profitieren können. "Wir hatten einen klaren Käuferüberhang." Der Kurs der bis 2014 laufenden Anleihe (ISIN DE000AB100C2 / WKN AB100C) sei von 101,5 Prozent vergangenen Freitag auf 106 Prozent geklettert, auch die beiden anderen Papiere (ISIN DE000AB100A6 / WKN AB100A; ISIN DE000AB100B4 / WKN AB100B) von Air Berlin hätten zugelegt.
Größere Umsätze gab es Brunner zufolge auch in der Anleihe (ISIN DE000A1REXA4 / WKN A1REXA) des Hemdenherstellers Eterna. "Allerdings konnten keine Kursgewinne verbucht werden, die Anleihe hält sich stabil um die Marke von 102." Die Karlsberg-Anleihe stehe dagegen deutlich höher in der Gunst der Anleger. "Der Kurs lag zeitweilig sogar über der Marke von 107 und notiert aktuell bei 106,75 Prozent." Einen Kurssprung nach oben habe auch eine Anleihe (ISIN XS0466300257 / WKN A1APWW) der griechischen Tochter von Coca-Cola gemacht. "Das spiegelt die Erwartungen auf einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone wider."
Gute Nachfrage habe Daniel nach Anleihen (ISIN XS0237509293 / WKN A0JCC9) der GFW Capital registriert, ebenso wie nach Papieren (ISIN XS0216072230 / WKN A0EKD5) von Fürstenberg.
Neu im Handel sei eine Emission des Pharmagroßhändlers Celesio mit Laufzeit bis zum 18. Oktober 2016, wie Blum wisse. "Ausgestattet mit einem vierprozentigen Kupon notiert das Papier aktuell bei 101,35 Prozent." Nachfrage sei vor allem aus dem Kleinanlegerlager zu spüren, gerade aufgrund der 1.000er-Stückelung. Celesio-Anleihen (ISIN XS0503554627 / WKN A1AWC7) älteren Datums seien laut Daniel unterdessen etwas unter Druck geraten.
Wer Interesse an der Neuemission des Spirituosenherstellers Berentzen (ISIN DE000A1RE1V3 / WKN A1RE1V) gehabt habe, habe sich sputen müssen oder sei leer ausgegangen: Wegen mehrfacher Überzeichnung sei das Angebot bereits nach wenigen Stunden am ersten Tag der Zeichnungsfrist, am Montag, beendet worden. Die Unternehmensanleihe werde zu 6,50 Prozent verzinst und laufe fünf Jahre. Der Handel sei am Dienstag aufgenommen worden. "Der erste Kurs lag bei 103 Prozent, heute sind es sogar 104,80 Prozent, das ergibt eine Rendite von 5,38 Prozent", erkläre Rainer Petz von Close Brothers Seydler. "Die Anleihe wurde sehr gut aufgenommen, die Umsätze im Börsenhandel sind hoch."
Etwas unter Pari notiere hingegen die neue Anleihe (ISIN DE000A1PGQL4 / WKN A1PGQL) von BDT Media Automation, einem Entwickler und Hersteller von Systemen zur Datenspeicherautomation. Die Anleihe, die bis Ende vergangener Woche habe gezeichnet werden können, laufe bis 2017 und hat einen Kupon von 8,125 Prozent. (12.10.2012/alc/a/a)
Wie die Helaba melde, habe es in dieser Woche Impulse aus unterschiedlichen Richtungen gegeben: Auf der einen Seite sei der dauerhafte Rettungsschirms ESM an den Start gegangen, daneben hätten Produktionszahlen aus der Eurozone teilweise deutlich positiv überrascht, etwa aus Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland. "Das sind Entwicklungen, die hoffen lassen." Auf der anderen Seite habe die Ratingagentur S&P Spanien am Mittwoch fast auf Ramschniveau herabgestuft.
Seien von anderen Ratingagenturen weitere Herabstufungen gefolgt, könne dies mit einem Ausscheiden aus wichtigen Rentenindices verbunden sein, bemerke Arthur Brunner von ICF Kursmakler. "Das würde zwangsweise Verkäufe mit sich bringen." Diesmal seien die Kurse aber nur kurzfristig gedrückt worden, im Verlauf der vergangenen beiden Tage hätten sie sogar deutlich zugelegt. "Anleger spekulieren wohl darauf, dass nun bald ein Hilfsantrag gestellt wird, wodurch Anleihekäufe ausgelöst werden, die zu weiter steigenden Kursen führen sollten."
"Die Herabstufung Spaniens war in der Marktbewegung nur kurz zu spüren", berichte auch Dietmar Blum von der Hellwig Wertpapierhandelsbank, die Herabstufung Zyperns durch Moody's sei sogar nur eine Randnotiz gewesen. "Beides war ja auch keine echte Überraschung." Daneben habe sich Italien genötigt gesehen, für zwölfmonatige Papiere mehr als im Vormonat zu zahlen. "Das ist ein Hinweis darauf, dass die EZB-Ankündigung über den Ankauf von Staatsanleihen in der Wirkung langsam nachlässt."
In Sachen Griechenland sei immer noch Abwarten angesagt. "Obwohl der Finanzierungsbedarf des Landes größer als erwartet ist und die versprochenen Reformen noch nicht vollständig umgesetzt wurden, wird die dringend benötigte nächste Tranche von 30 Milliarden Euro wohl demnächst freigegeben werden", vermute Brunner. Einige Anleger hätten sich mutig gezeigt und Griechenland-Anleihen, etwa das bis 2035 laufende Papier (ISIN GR0138007738 / WKN A1G1UN) gekauft, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft beobachtet habe.
Nach dem Kursrutsch Ende vergangener Woche habe sich der Euro-Bund-Future in den vergangenen Tagen wieder etwas fester präsentiert und notiere am heutigen Freitag bei 141,42 Punkten. Zehnjährige Bundesanleihen würden aktuell eine Rendite von 1,49 Prozent abwerfen.
Air Berlin-Anleihen hätten Daniel zufolge von der Ankündigung einer umfassenden Kooperation von Deutschlands zweitgrößter Fluglinie und deren Großaktionär Etihad mit Air France/KLM profitieren können. "Wir hatten einen klaren Käuferüberhang." Der Kurs der bis 2014 laufenden Anleihe (ISIN DE000AB100C2 / WKN AB100C) sei von 101,5 Prozent vergangenen Freitag auf 106 Prozent geklettert, auch die beiden anderen Papiere (ISIN DE000AB100A6 / WKN AB100A; ISIN DE000AB100B4 / WKN AB100B) von Air Berlin hätten zugelegt.
Größere Umsätze gab es Brunner zufolge auch in der Anleihe (ISIN DE000A1REXA4 / WKN A1REXA) des Hemdenherstellers Eterna. "Allerdings konnten keine Kursgewinne verbucht werden, die Anleihe hält sich stabil um die Marke von 102." Die Karlsberg-Anleihe stehe dagegen deutlich höher in der Gunst der Anleger. "Der Kurs lag zeitweilig sogar über der Marke von 107 und notiert aktuell bei 106,75 Prozent." Einen Kurssprung nach oben habe auch eine Anleihe (ISIN XS0466300257 / WKN A1APWW) der griechischen Tochter von Coca-Cola gemacht. "Das spiegelt die Erwartungen auf einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone wider."
Gute Nachfrage habe Daniel nach Anleihen (ISIN XS0237509293 / WKN A0JCC9) der GFW Capital registriert, ebenso wie nach Papieren (ISIN XS0216072230 / WKN A0EKD5) von Fürstenberg.
Neu im Handel sei eine Emission des Pharmagroßhändlers Celesio mit Laufzeit bis zum 18. Oktober 2016, wie Blum wisse. "Ausgestattet mit einem vierprozentigen Kupon notiert das Papier aktuell bei 101,35 Prozent." Nachfrage sei vor allem aus dem Kleinanlegerlager zu spüren, gerade aufgrund der 1.000er-Stückelung. Celesio-Anleihen (ISIN XS0503554627 / WKN A1AWC7) älteren Datums seien laut Daniel unterdessen etwas unter Druck geraten.
Wer Interesse an der Neuemission des Spirituosenherstellers Berentzen (ISIN DE000A1RE1V3 / WKN A1RE1V) gehabt habe, habe sich sputen müssen oder sei leer ausgegangen: Wegen mehrfacher Überzeichnung sei das Angebot bereits nach wenigen Stunden am ersten Tag der Zeichnungsfrist, am Montag, beendet worden. Die Unternehmensanleihe werde zu 6,50 Prozent verzinst und laufe fünf Jahre. Der Handel sei am Dienstag aufgenommen worden. "Der erste Kurs lag bei 103 Prozent, heute sind es sogar 104,80 Prozent, das ergibt eine Rendite von 5,38 Prozent", erkläre Rainer Petz von Close Brothers Seydler. "Die Anleihe wurde sehr gut aufgenommen, die Umsätze im Börsenhandel sind hoch."
Etwas unter Pari notiere hingegen die neue Anleihe (ISIN DE000A1PGQL4 / WKN A1PGQL) von BDT Media Automation, einem Entwickler und Hersteller von Systemen zur Datenspeicherautomation. Die Anleihe, die bis Ende vergangener Woche habe gezeichnet werden können, laufe bis 2017 und hat einen Kupon von 8,125 Prozent. (12.10.2012/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 100,683 € | 100,776 € | -0,093 € | -0,09% | 17.04./08:47 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| GR0138007738 | A1G1UN | 106,30 € | 95,85 € | |
Werte im Artikel




