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Anleihen: Notenbanken stärken Bund-Future
08.08.16 09:34
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die quasi prophylaktisch angekündigten geldpolitischen Maßnahmen der britischen Notenbank am Donnerstag beflügelten sowohl britische Staatsanleihen als auch hiesige Bonds, so die Deutsche Börse AG.
Nach Bekanntgabe der Entscheidungen sei die Rendite zehnjähriger Gilts laut Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank vorübergehend auf ein Rekordtief von 0,64 Prozent gesunken. Gleichzeitig habe das Britische Pfund gegenüber dem US-Dollar und dem Euro abgewertet. Auch die Erträge von Bundesanleihen hätten im Zuge der Halbierung der britischen Leitzinsen von 0,5 auf 0,25 Prozent nachgegeben. "Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zwischenzeitlich bei minus 0,09 Prozent." Nach 167,69 notiere das hiesige Rentenbarometer mittlerweile wieder etwas schwächer.
"Im Rahmen der Aufstockung des Anleihen-Kaufprogramms um 60 auf 435 Milliarden Pfund stehen erstmals auch Unternehmensanleihen auf der Liste", ergänze die Händlerin. "Zudem soll die Kreditvergabe gefördert werden." Die Zentralbank des Königsreichs stemme sich mit dem Konjunkturpaket gegen einen möglichen Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität aufgrund des EU-Austrittsvotums. Nach einem Konjunkturplus von 2 Prozent würden die britischen Währungshüter für das kommende Jahr nur noch mit 0,8 Prozent gefolgt von 1,8 Prozent für 2018 rechnen.
Ob und in welchem Umfang die zusätzliche Öffnung der Geldschleusen den gewünschten Effekt zeige, sei fraglich. Erst in der vergangenen Woche habe die japanische Notenbank mit einem Volumen von 28,1 Billionen Yen - das entspreche etwa 248 Milliarden Euro - das größte Konjunkturpaket seit der Finanzmarktkrise lanciert, wie Klaus Stopp von der Baader Bank erinnere. "Seit 1990 haben die Regierungen in Tokio 25 Konjunkturpakete ohne nachhaltigen Erfolg aufgelegt und somit sind Zweifel angebracht, ob wirklich das 26. die erhoffte Wende bringen wird", meine der Baader Bank-Analyst. Das Ausbleiben zusätzlicher Mittel für das japanische Anleihen-Kaufprogramm habe zudem Zweifel an der Schlagkraft der Bank of Japan geschürt. "Ob die japanische Notenbank wirklich an ihre geldpolitischen Grenzen gestoßen ist, werden die nächsten Monate zeigen."
Offiziell habe Japan keine spezifische Richtung für die künftige Geldpolitik im Köcher. "Die Mitglieder des geldpolitischen Rats sind uneins über die Zukunft des Wertpapier-Kaufprogramms." Das gehe aus dem jüngsten Sitzungsprotokoll hervor, das Spannungen zwischen den BoJ-Mitgliedern über die immer umfangreicheren geldpolitischen Lockerungen und deren nur geringe Wirkung lüfte. Auch der Internationale Währungsfonds zweifele an Japans Wachstumsaussichten und rechne für dieses Jahr mit einem Plus für das Bruttoinlandsprodukt von 0,3 Prozent und für 2017 mit 0,1 Prozent.
Dass es noch ein langer Weg hin zur geldpoltischen Normalisierung sei, demonstriere die abwartende Haltung der Federal Reserve. Nur noch wenige würden so bald mit einem weiteren Zinsschritt rechnen. Nach der Brexit-Entscheidung hätten die Währungshüter in den USA die Pläne für eine geldpolitische Straffung vorerst auf Eis gelegt. "Kaum eine Notenbank wird sich derzeit für eine gegenläufige Geldpolitik aussprechen", urteile Arthur Brunner von der ICF Bank.
Den Handel mit Unternehmensanleihen beschreibe Brunner als urlaubsbedingt ruhig. Einzelne Werte wie eine US-Dollar-Anleihe der Bank of America mit einem Kupon von 3,3 Prozent und einer Laufzeit bis Januar 2023 würden rege gehandelt. "Das Papier war sehr gesucht."
Nach dem starken Einbruch der Travel24-Anleihe (ISIN DE000A1PGRG2 / WKN A1PGRG) in den vergangenen Wochen hätten Anleger auf die jüngsten Entwicklungen mit Käufen reagiert. "Die Tochter des insolventen Unister hat beschlossen, die mit 7,5 Prozent verzinsten Bonds zum Marktpreis zurückzukaufen." Die Anleihe habe daraufhin deutlich zugelegt und sei aktuell für knapp 30 Prozent zu haben.
Einen großen Bogen würden Anleger Gregor Daniel zufolge um die Türkei machen. Größtenteils verkauft würden dem Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank zufolge beispielsweis auf türkische Lira lautende Anleihen. Anleger hätten sich beispielsweise von einem Anfang 2017 fälligen Bond der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit einem Kupon von 5,5 Prozent getrennt. Auch eine mit jährlich 9,25 Prozent verzinste und im Mai 2017 zur Rückzahlung anstehende Fremdwährungsanleihe (ISIN XS1023447409 / WKN A1X3DZ) würde abgestoßen. (Ausgabe vom 05.08.2016) (08.08.2016/alc/a/a)
Nach Bekanntgabe der Entscheidungen sei die Rendite zehnjähriger Gilts laut Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank vorübergehend auf ein Rekordtief von 0,64 Prozent gesunken. Gleichzeitig habe das Britische Pfund gegenüber dem US-Dollar und dem Euro abgewertet. Auch die Erträge von Bundesanleihen hätten im Zuge der Halbierung der britischen Leitzinsen von 0,5 auf 0,25 Prozent nachgegeben. "Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zwischenzeitlich bei minus 0,09 Prozent." Nach 167,69 notiere das hiesige Rentenbarometer mittlerweile wieder etwas schwächer.
"Im Rahmen der Aufstockung des Anleihen-Kaufprogramms um 60 auf 435 Milliarden Pfund stehen erstmals auch Unternehmensanleihen auf der Liste", ergänze die Händlerin. "Zudem soll die Kreditvergabe gefördert werden." Die Zentralbank des Königsreichs stemme sich mit dem Konjunkturpaket gegen einen möglichen Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität aufgrund des EU-Austrittsvotums. Nach einem Konjunkturplus von 2 Prozent würden die britischen Währungshüter für das kommende Jahr nur noch mit 0,8 Prozent gefolgt von 1,8 Prozent für 2018 rechnen.
Ob und in welchem Umfang die zusätzliche Öffnung der Geldschleusen den gewünschten Effekt zeige, sei fraglich. Erst in der vergangenen Woche habe die japanische Notenbank mit einem Volumen von 28,1 Billionen Yen - das entspreche etwa 248 Milliarden Euro - das größte Konjunkturpaket seit der Finanzmarktkrise lanciert, wie Klaus Stopp von der Baader Bank erinnere. "Seit 1990 haben die Regierungen in Tokio 25 Konjunkturpakete ohne nachhaltigen Erfolg aufgelegt und somit sind Zweifel angebracht, ob wirklich das 26. die erhoffte Wende bringen wird", meine der Baader Bank-Analyst. Das Ausbleiben zusätzlicher Mittel für das japanische Anleihen-Kaufprogramm habe zudem Zweifel an der Schlagkraft der Bank of Japan geschürt. "Ob die japanische Notenbank wirklich an ihre geldpolitischen Grenzen gestoßen ist, werden die nächsten Monate zeigen."
Dass es noch ein langer Weg hin zur geldpoltischen Normalisierung sei, demonstriere die abwartende Haltung der Federal Reserve. Nur noch wenige würden so bald mit einem weiteren Zinsschritt rechnen. Nach der Brexit-Entscheidung hätten die Währungshüter in den USA die Pläne für eine geldpolitische Straffung vorerst auf Eis gelegt. "Kaum eine Notenbank wird sich derzeit für eine gegenläufige Geldpolitik aussprechen", urteile Arthur Brunner von der ICF Bank.
Den Handel mit Unternehmensanleihen beschreibe Brunner als urlaubsbedingt ruhig. Einzelne Werte wie eine US-Dollar-Anleihe der Bank of America mit einem Kupon von 3,3 Prozent und einer Laufzeit bis Januar 2023 würden rege gehandelt. "Das Papier war sehr gesucht."
Nach dem starken Einbruch der Travel24-Anleihe (ISIN DE000A1PGRG2 / WKN A1PGRG) in den vergangenen Wochen hätten Anleger auf die jüngsten Entwicklungen mit Käufen reagiert. "Die Tochter des insolventen Unister hat beschlossen, die mit 7,5 Prozent verzinsten Bonds zum Marktpreis zurückzukaufen." Die Anleihe habe daraufhin deutlich zugelegt und sei aktuell für knapp 30 Prozent zu haben.
Einen großen Bogen würden Anleger Gregor Daniel zufolge um die Türkei machen. Größtenteils verkauft würden dem Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank zufolge beispielsweis auf türkische Lira lautende Anleihen. Anleger hätten sich beispielsweise von einem Anfang 2017 fälligen Bond der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit einem Kupon von 5,5 Prozent getrennt. Auch eine mit jährlich 9,25 Prozent verzinste und im Mai 2017 zur Rückzahlung anstehende Fremdwährungsanleihe (ISIN XS1023447409 / WKN A1X3DZ) würde abgestoßen. (Ausgabe vom 05.08.2016) (08.08.2016/alc/a/a)



