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Anleihen-Handel: "Notenbanker bremsen Optimismus aus"
13.02.23 09:28
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wiederholte Äußerungen von Notenbankern, am Zinserhöhungskurs festzuhalten, haben letzte Woche Anleihekurse fallen und Renditen wieder steigen lassen, so die Deutsche Börse AG.
"Die Anleger sind optimistisch und die Notenbanker bremsen den Optimismus wieder aus", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. Bundesbankpräsident Joachim Nagel und EZB-Vorstandsmitglied Isabel Schnabel hätten letzte Woche ihre Forderungen nach weiteren, großen Zinsschritten im Kampf gegen die Inflation bekräftigt. Auch der Niederländer Klaas Knot aus dem EZB-Rat habe einen weiteren Schritt von 50 Basispunkten im Mai nach 50 Basispunkten im März angemahnt.
Zehnjährige Bundesanleihen würden wieder mit 2,35 Prozent rentieren, vergangene Woche seien es im Tief 2,03 Prozent gewesen. "Insgesamt sind die Märkte nervös", schildere Rainer Petz von Oddo BHF die Lage im Rentenhandel.
Auch in den USA seien die Renditen wieder höher: US-Treasuries mit Laufzeit von zehn Jahren würden aktuell wieder 3,67 Prozent abwerfen nach 3,37 Prozent vor einer Woche (10.02.2023). "Die Marktteilnehmer haben die starken US-Arbeitsmarktzahlen und die anhaltenden Signale von FED-Vertretern in Richtung steigender Leitzinsen genutzt, um die Zinserwartungen sukzessive nach oben zu schieben", stelle Analyst Ulrich Wortberg von der Helaba fest. Erwartet werde nun ein Leitzins von 5,15 Prozent im Juli. Wortberg glaube allerdings nicht, dass die Leitzinsen danach sinken würden. "Vonseiten der FED wird immer wieder auf die Notwendigkeit einer längeren Phase restriktiver Politik hingewiesen."
Die am 9. Februar veröffentlichten Januar-Inflationsdaten für Deutschland seien unterschiedlich interpretiert worden. Unter anderem wegen der turnusmäßigen Neuzusammensetzung des Warenkorbs seien die Zahlen schwer zu vergleichen. Mit 8,7 Prozent liege der Anstieg etwas höher als im Dezember (8,6 Prozent), Analysten hätten aber 8,9 Prozent erwartet. "Die Januar-Inflation in Deutschland steigt und fällt zugleich", schreibe die Deutsche Bank. "Wie dem auch sei: Die Daten zeigen einen anhaltenden Preisdruck, der sowohl in Deutschland als auch in der Eurozone insgesamt nach wie vor deutlich über der von der EZB anvisierten Zwei-Prozent-Marke liegt."
Tim Oechsner von der Steubing AG berichte von anhaltendem Kaufinteresse für Anleihen des Europäischer Stabilitätsmechanismus ESM sowie von Norwegen.
Im Handel mit Unternehmensanleihen seien Papiere von adidas (XS2240505268) am 10. Februar unter Abgabedruck geraten, wie Oechsner feststelle. Der Konzern habe am Donnerstagabend rote Zahlen in Aussicht gestellt. Hintergrund sei das abrupte Ende der Partnerschaft mit Rapper Kanye West, der immer wieder mit verbalen Ausfällen für Negativschlagzeilen sorge.
Beliebt bleibe alles mit kurzen Laufzeiten und Renditen um 3 Prozent. Käufe sehe Oechser für Anleihen von Mercedes-Benz (ISIN DE000A2DADM7 / WKN A2DADM), LVMH, Deutsche Bahn und E.ON International Finance. Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde ebenfalls Käufe für E.ON SE-Anleihen. "E.ON hat Zahlen gebracht und mit einem Gewinn von 8 Milliarden Euro die eigene Prognose übertroffen." Käufe und Verkäufe gleichermaßen sehe Daniel für einen Langläufer (ISIN XS1064049767 / WKN A11QFG) der Württembergischen Lebensversicherung mit Fälligkeit 2044 und Kupon von 5,25 Prozent.
Die beliebte Katjesgreenfood-Anleihe mit Kupon von 8 Prozent und Fälligkeit 2027 sei um 5 auf jetzt 25 Millionen Euro aufgestockt worden, wie Brunner berichte. "Auswirkungen auf den Kurs hat das aber nicht. Die Anleihe wird weiter um 108 Prozent gehandelt." Gute Nachfrage sehe er auch für den im Dezember emittierten Bond (ISIN DE000A30VUP4 / WKN A30VUP) von Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig mit 7,75 Prozent bis 2027.
Die Kurse von SGL International (ISIN SE0013101219 / WKN A2R9NL) hätten unterdessen angezogen. "Das Unternehmen hat die vorzeitige Rückzahlung per Ende Februar zu einem Kurs von 102,7 Prozent angeboten", erkläre Brunner. Etwas zugelegt hätten Papiere (ISIN DE000A289PZ4 / WKN A289PZ) des insolventen Immobilienunternehmens EYEMAXX Real Estate. "Es gab positive Nachrichten bezüglich der Insolvenzverwaltung, Anleger sind aber offenbar noch misstrauisch."
Am Markt für Neuemissionen sei wieder mehr los gewesen, wie Oechsner berichte. "Wir haben zwei neue Polen-Anleihen mit Kupon von 3,875 Prozent und Laufzeit bis 2033 (ISIN XS2586944659 / WKN A3LD53) beziehungsweise 4,25 Prozent bis 2043 (ISIN XS2586944147 / WKN A3LD52)."
Zudem sei RWE mit zwei neuen Anleihen gekommen: Die eine (ISIN XS2584685031 / WKN A30V83) werde von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank gehandelt, sie laufe bis 2029 und biete einen Kupon von 3,625 Prozent im Jahr. "Wir sehen durchaus Interesse", erkläre Daniel. Für die zweite RWE-Anleihe - Kupon von 4,125 Prozent und Fälligkeit 2035 - sei die Baader Bank Spezialist. (Ausgabe vom 10.02.2023) (13.02.2023/alc/a/a)
"Die Anleger sind optimistisch und die Notenbanker bremsen den Optimismus wieder aus", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. Bundesbankpräsident Joachim Nagel und EZB-Vorstandsmitglied Isabel Schnabel hätten letzte Woche ihre Forderungen nach weiteren, großen Zinsschritten im Kampf gegen die Inflation bekräftigt. Auch der Niederländer Klaas Knot aus dem EZB-Rat habe einen weiteren Schritt von 50 Basispunkten im Mai nach 50 Basispunkten im März angemahnt.
Zehnjährige Bundesanleihen würden wieder mit 2,35 Prozent rentieren, vergangene Woche seien es im Tief 2,03 Prozent gewesen. "Insgesamt sind die Märkte nervös", schildere Rainer Petz von Oddo BHF die Lage im Rentenhandel.
Auch in den USA seien die Renditen wieder höher: US-Treasuries mit Laufzeit von zehn Jahren würden aktuell wieder 3,67 Prozent abwerfen nach 3,37 Prozent vor einer Woche (10.02.2023). "Die Marktteilnehmer haben die starken US-Arbeitsmarktzahlen und die anhaltenden Signale von FED-Vertretern in Richtung steigender Leitzinsen genutzt, um die Zinserwartungen sukzessive nach oben zu schieben", stelle Analyst Ulrich Wortberg von der Helaba fest. Erwartet werde nun ein Leitzins von 5,15 Prozent im Juli. Wortberg glaube allerdings nicht, dass die Leitzinsen danach sinken würden. "Vonseiten der FED wird immer wieder auf die Notwendigkeit einer längeren Phase restriktiver Politik hingewiesen."
Die am 9. Februar veröffentlichten Januar-Inflationsdaten für Deutschland seien unterschiedlich interpretiert worden. Unter anderem wegen der turnusmäßigen Neuzusammensetzung des Warenkorbs seien die Zahlen schwer zu vergleichen. Mit 8,7 Prozent liege der Anstieg etwas höher als im Dezember (8,6 Prozent), Analysten hätten aber 8,9 Prozent erwartet. "Die Januar-Inflation in Deutschland steigt und fällt zugleich", schreibe die Deutsche Bank. "Wie dem auch sei: Die Daten zeigen einen anhaltenden Preisdruck, der sowohl in Deutschland als auch in der Eurozone insgesamt nach wie vor deutlich über der von der EZB anvisierten Zwei-Prozent-Marke liegt."
Im Handel mit Unternehmensanleihen seien Papiere von adidas (XS2240505268) am 10. Februar unter Abgabedruck geraten, wie Oechsner feststelle. Der Konzern habe am Donnerstagabend rote Zahlen in Aussicht gestellt. Hintergrund sei das abrupte Ende der Partnerschaft mit Rapper Kanye West, der immer wieder mit verbalen Ausfällen für Negativschlagzeilen sorge.
Beliebt bleibe alles mit kurzen Laufzeiten und Renditen um 3 Prozent. Käufe sehe Oechser für Anleihen von Mercedes-Benz (ISIN DE000A2DADM7 / WKN A2DADM), LVMH, Deutsche Bahn und E.ON International Finance. Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde ebenfalls Käufe für E.ON SE-Anleihen. "E.ON hat Zahlen gebracht und mit einem Gewinn von 8 Milliarden Euro die eigene Prognose übertroffen." Käufe und Verkäufe gleichermaßen sehe Daniel für einen Langläufer (ISIN XS1064049767 / WKN A11QFG) der Württembergischen Lebensversicherung mit Fälligkeit 2044 und Kupon von 5,25 Prozent.
Die beliebte Katjesgreenfood-Anleihe mit Kupon von 8 Prozent und Fälligkeit 2027 sei um 5 auf jetzt 25 Millionen Euro aufgestockt worden, wie Brunner berichte. "Auswirkungen auf den Kurs hat das aber nicht. Die Anleihe wird weiter um 108 Prozent gehandelt." Gute Nachfrage sehe er auch für den im Dezember emittierten Bond (ISIN DE000A30VUP4 / WKN A30VUP) von Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig mit 7,75 Prozent bis 2027.
Die Kurse von SGL International (ISIN SE0013101219 / WKN A2R9NL) hätten unterdessen angezogen. "Das Unternehmen hat die vorzeitige Rückzahlung per Ende Februar zu einem Kurs von 102,7 Prozent angeboten", erkläre Brunner. Etwas zugelegt hätten Papiere (ISIN DE000A289PZ4 / WKN A289PZ) des insolventen Immobilienunternehmens EYEMAXX Real Estate. "Es gab positive Nachrichten bezüglich der Insolvenzverwaltung, Anleger sind aber offenbar noch misstrauisch."
Am Markt für Neuemissionen sei wieder mehr los gewesen, wie Oechsner berichte. "Wir haben zwei neue Polen-Anleihen mit Kupon von 3,875 Prozent und Laufzeit bis 2033 (ISIN XS2586944659 / WKN A3LD53) beziehungsweise 4,25 Prozent bis 2043 (ISIN XS2586944147 / WKN A3LD52)."
Zudem sei RWE mit zwei neuen Anleihen gekommen: Die eine (ISIN XS2584685031 / WKN A30V83) werde von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank gehandelt, sie laufe bis 2029 und biete einen Kupon von 3,625 Prozent im Jahr. "Wir sehen durchaus Interesse", erkläre Daniel. Für die zweite RWE-Anleihe - Kupon von 4,125 Prozent und Fälligkeit 2035 - sei die Baader Bank Spezialist. (Ausgabe vom 10.02.2023) (13.02.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
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| EU000A1U9944 | A1U994 | -100 M | 100 M | |
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