Anleihen-Handel: FED dürfte im September aktiv werden - Langlaufende Unternehmensanleihen gesucht


12.07.24 15:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen in den USA hat die Anleihekurse in dieser Woche beflügelt, so die Deutsche Börse AG.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen notiere aktuell bei 4,21 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit Ende März. Zu Beginn des laufenden Monats hätten die Papiere noch bei knapp 4,50 Prozent rentiert.

Forciert worden sei der Abwärtstrend der Renditen in dieser Woche von der stärker als erwartet gesunkenen Inflation in den USA. "Da der disinflationäre Trend intakt zu sein scheint und die Zahlen positiv überrascht haben, sind die Hoffnungen auf Zinssenkungen größer geworden", würden die Analysten der Helaba erklären. Die FED Funds Futures würden mit 100 Prozent Wahrscheinlichkeit einen ersten Zinsschritt der FED für den 18. September einpreisen. Bis zum Jahresende solle es noch ein bis zwei weitere Leitzinssenkungen um 25 Basispunkte geben.

"Eine erste Zinssenkung der US-Notenbank ist nur noch eine Frage der Zeit", denke auch Tim Oechsner von der Steubing AG. Etwas gedämpft worden seien die Signale seiner Meinung nach durch die robusten Daten vom Arbeitsmarkt, wo die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stärker gesunken seien als erwartet. "Ein starker Arbeitsmarkt stützt tendenziell die Lohnentwicklung und damit auch die Inflation", gebe der Händler zu Bedenken. Die Analysten der LBBW seien allerdings der Meinung, "dass es hinter der noch immer glänzenden Fassade des US-Arbeitsmarkts zunehmend zu bröckeln scheint". Sie sähen daher ebenfalls eine "steigende Wahrscheinlichkeit", dass die US-Währungshüter auf der Sitzung im September die Leitzinswende einleiten würden.

Am europäischen Rentenmarkt seien die Renditen ebenfalls zurückgekommen. Bei Bundesanleihen mit 10-jähriger Laufzeit sei es im Tief um zehn Basispunkte auf 2,46 Prozent zurückgegangen, bevor die Hälfte dieses Rückgangs am Freitagmorgen wieder zurück gehandelt worden sei. Zweijährige Anleihen seien vom Wochenhoch bei 2,91 auf aktuell 2,82 Prozent zurückgefallen. An den Terminmärkten werde eine weitere Zinssenkung der EZB bis September mit 83 Prozent Wahrscheinlichkeit eingepreist. In der kommenden Woche dürfte noch nichts passieren.

Klaus Stopp von der Baader Bank sei entgegen der jüngsten Tendenz von zukünftig weiter sinkenden Anleiherenditen hierzulande noch nicht überzeugt. Gerade mit Blick auf die aktuelle politische Lage halte er das vergleichsweise niedrige Refinanzierungsniveau der Bundesrepublik für fragwürdig. Bei der zehnjährigen Bundesanleihe, die nicht so stark von der EZB-Politik beeinflusst werde, könne er sich einen Anstieg in Richtung 2,80/2,90 Prozent vorstellen. "Auch das wäre ja immer noch ein relativ niedriges Niveau", ordne der Händler ein.

Im Handel an der Börse Frankfurt würden sich die Spezialisten "schon ein bisschen auf das Sommerloch vorbereiten ", wie Stopp mit Blick auf das Handelsvolumen erkläre. Gekauft würden vor allem deutsche Unternehmensanleihen mit längeren Laufzeiten (2030 bis 2034) von der Lufthansa, Heidelberg Materials (ISIN XS2842061421 / WKN A383EX), Bayer und Fraport. Die Papiere würden alle um die vier Prozent Rendite abwerfen.

Rund sechs Prozent bringe eine bis 2028 laufende Anleihe (ISIN DE000A3514Q0 / WKN A3514Q) von Jung, DMS & Cie. Pool, die von der Kundschaft der Steubing AG geordert werde. Oechsner melde zudem gute Nachfrage nach einer Anleihe (ISIN XS2689049059 / WKN A351ZK) der Deutsche Bahn Finance. Aus den Reihen der ICF Bank würden Händler ebenfalls von weiterhin guten Umsätzen in dem o.a. Lufthansa-Bond berichten. Gesucht werde zudem eine 4-jährige Anleihe (ISIN NO0013259747 / WKN A3LZ65) der Multitude Capital Oyj mit zweistelligen Kupons bei Kursen um die 98 Prozent und Fälligkeit 2028. (12.07.2024/alc/a/a)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000A3514Q0 A3514Q 106,54 € 102,25 €
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