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Anleihen: Für die Eurozone werden weiter steigende Zinsen erwartet
19.06.23 08:30
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nachdem die amerikanische Notenbank zur Wochenmitte wie erwartet eine Pause in ihrem Zinserhöhungszyklus eingelegt hat, ging es mit den Leitzinsen in der Eurozone am Donnerstag weiter nach oben, so die Deutsche Börse AG.
Die Europäische Zentralbank habe den Einlagensatz wie erwartet um 25 Basispunkte auf jetzt 3,50 Prozent angehoben. Und ein Ende des Erhöhungszyklus sei noch nicht in Sicht. "Mindestens zwei weitere Anhebungen sind am Markt eingepreist. Und das muss noch nicht das Ende der Fahnenstange sein", erkläre Klaus Stopp, Head of Market Making Bonds bei der Baader Bank die aktuelle Lage.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe nach der Entscheidung betont, dass die Zinsen unverändert auf ein angemessenes Niveau gebracht werden müssten, um im Kampf gegen die Inflation erfolgreich zu sein. Die Teuerungsrate bleibe ein Problem, das sich hartnäckig halte.
"Die eigentliche Überraschung ist die Anhebung der eigenen Inflationsprojektionen für die Jahre 2024 und 2025, vor allem aufgrund des nach wie vor sehr robusten Arbeitsmarkts mit der Gefahr deutlich steigender Löhne", erkläre Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei Donner & Reuschel. Damit unterstreiche die EZB den anhaltend zu hohen Inflationsdruck und die Notwendigkeit, diesem mit restriktiver Geldpolitik zu begegnen. "Vonseiten der Geldpolitik sind damit für die Kapitalmärkte vorerst keine positiven Impulse zu erwarten", ergänze Mumm.
Die Rentenmärkte seien nach der EZB-Entscheidung etwas unter Druck gekommen. Der Bund-Future als Kursbarometer langlaufender Bundesanleihen liege am Freitagmittag bei 133,07 Punkten und nähere sich damit seinem Jahrestief bei rund 131 Punkten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei im Gegenzug auf 2,49 Prozent nach 2,42 Prozent in der Vorwoche gestiegen.
Noch deutlicher sei der Anstieg bei den kurzen Laufzeiten ausgefallen, wodurch sich die Inversion weiter verstärke. Die Rendite der zweijährigen Bundesanleihe sei auf Wochensicht von 2,95 Prozent auf aktuell 3,14 Prozent geklettert. In diesem Segment werde aktuell auch am meisten gehandelt.
"Wir sehen relativ viele Umsätze im kurzen Bereich der öffentlichen Anleihen", berichte Stopp. Als Beispiele nenne er die nur noch ein halbes Jahr laufende Bundesschatzanweisung(ISIN DE0001104867/ WKN 110486) mit einer jährlichen Rendite von 3,3 Prozent sowie die im Februar 2024 fällige Bundesanleihe (ISIN DE0001102333/ WKN 110233), die aktuell mit 3,2 Prozent rentiere.
Im Handel mit Unternehmensanleihen herrsche bei der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank unverändert reger Handel mit der neuen GRENKE-Anleihe (ISIN XS2630524986/ WKN A3LJCD), die bis 2026 jährlich einen Kupon von 6,75 Prozent verspreche. "Das Papier wird überwiegend gekauft", berichte Gregor Daniel.
Dasselbe gelte wie schon in der Vorwoche für die ebenfalls in vier Jahren fällige Nullkuponanleihe (ISIN XS2350621863/ WKN A3KSAA) von Nestlé, deren Rendite auf 3,3 Prozent gestiegen sei.
Käufe sehe der Rentenhändler zudem bei dem neu aufgelegten Bond (ISIN DE000A351WB9/ WKN A351WB) des Autovermieters SIXT mit einem Kupon von 5,125 Prozent und einer Laufzeit bis September 2027. Die Anleihe rentiere aktuell bei 4,4 Prozent. Bei der Baader Bank würden Anleihen auf Porsche (ISIN XS2615940215/ WKN A351ML) und Bayer (ISIN XS2630111982/ WKN A351UZ) verstärkt gehandelt.
Im Segment der Mittelstandsanleihen stehe aktuell eine Anleihe (ISIN DE000A255D05/ WKN A255D0) von ERWE Immobilien schwer unter Druck. Das Unternehmen habe am späten Sonntagabend eine "umfassende finanzielle Restrukturierung" angekündigt. Dabei gehe es unter anderem um die Stundung der eigentlich schon am 10. Juni fälligen Zinszahlung und eine Umwandlung der Anleihe in Eigenkapital.
"Das sind leider wieder schlechte Nachrichten aus dem Immobiliensektor", bedauere Rainer Petz von Oddo BHF, der zudem von einer "ganz schlechten Umtauschquote" für die Anleger*innen spreche. Der Kurs der Ende des Jahres fälligen Anleihe mit einem Volumen von 40 Mio. Euro notiere aktuell nur noch bei ca. 15 Prozent. Vor einer Woche seien es noch rund 50 Prozent gewesen. Petz beobachte hier vor allem Verkäufe. (Ausgabe vom 16.06.2023) (19.06.2023/alc/a/a)
Die Europäische Zentralbank habe den Einlagensatz wie erwartet um 25 Basispunkte auf jetzt 3,50 Prozent angehoben. Und ein Ende des Erhöhungszyklus sei noch nicht in Sicht. "Mindestens zwei weitere Anhebungen sind am Markt eingepreist. Und das muss noch nicht das Ende der Fahnenstange sein", erkläre Klaus Stopp, Head of Market Making Bonds bei der Baader Bank die aktuelle Lage.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe nach der Entscheidung betont, dass die Zinsen unverändert auf ein angemessenes Niveau gebracht werden müssten, um im Kampf gegen die Inflation erfolgreich zu sein. Die Teuerungsrate bleibe ein Problem, das sich hartnäckig halte.
"Die eigentliche Überraschung ist die Anhebung der eigenen Inflationsprojektionen für die Jahre 2024 und 2025, vor allem aufgrund des nach wie vor sehr robusten Arbeitsmarkts mit der Gefahr deutlich steigender Löhne", erkläre Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei Donner & Reuschel. Damit unterstreiche die EZB den anhaltend zu hohen Inflationsdruck und die Notwendigkeit, diesem mit restriktiver Geldpolitik zu begegnen. "Vonseiten der Geldpolitik sind damit für die Kapitalmärkte vorerst keine positiven Impulse zu erwarten", ergänze Mumm.
Die Rentenmärkte seien nach der EZB-Entscheidung etwas unter Druck gekommen. Der Bund-Future als Kursbarometer langlaufender Bundesanleihen liege am Freitagmittag bei 133,07 Punkten und nähere sich damit seinem Jahrestief bei rund 131 Punkten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei im Gegenzug auf 2,49 Prozent nach 2,42 Prozent in der Vorwoche gestiegen.
"Wir sehen relativ viele Umsätze im kurzen Bereich der öffentlichen Anleihen", berichte Stopp. Als Beispiele nenne er die nur noch ein halbes Jahr laufende Bundesschatzanweisung(ISIN DE0001104867/ WKN 110486) mit einer jährlichen Rendite von 3,3 Prozent sowie die im Februar 2024 fällige Bundesanleihe (ISIN DE0001102333/ WKN 110233), die aktuell mit 3,2 Prozent rentiere.
Im Handel mit Unternehmensanleihen herrsche bei der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank unverändert reger Handel mit der neuen GRENKE-Anleihe (ISIN XS2630524986/ WKN A3LJCD), die bis 2026 jährlich einen Kupon von 6,75 Prozent verspreche. "Das Papier wird überwiegend gekauft", berichte Gregor Daniel.
Dasselbe gelte wie schon in der Vorwoche für die ebenfalls in vier Jahren fällige Nullkuponanleihe (ISIN XS2350621863/ WKN A3KSAA) von Nestlé, deren Rendite auf 3,3 Prozent gestiegen sei.
Käufe sehe der Rentenhändler zudem bei dem neu aufgelegten Bond (ISIN DE000A351WB9/ WKN A351WB) des Autovermieters SIXT mit einem Kupon von 5,125 Prozent und einer Laufzeit bis September 2027. Die Anleihe rentiere aktuell bei 4,4 Prozent. Bei der Baader Bank würden Anleihen auf Porsche (ISIN XS2615940215/ WKN A351ML) und Bayer (ISIN XS2630111982/ WKN A351UZ) verstärkt gehandelt.
Im Segment der Mittelstandsanleihen stehe aktuell eine Anleihe (ISIN DE000A255D05/ WKN A255D0) von ERWE Immobilien schwer unter Druck. Das Unternehmen habe am späten Sonntagabend eine "umfassende finanzielle Restrukturierung" angekündigt. Dabei gehe es unter anderem um die Stundung der eigentlich schon am 10. Juni fälligen Zinszahlung und eine Umwandlung der Anleihe in Eigenkapital.
"Das sind leider wieder schlechte Nachrichten aus dem Immobiliensektor", bedauere Rainer Petz von Oddo BHF, der zudem von einer "ganz schlechten Umtauschquote" für die Anleger*innen spreche. Der Kurs der Ende des Jahres fälligen Anleihe mit einem Volumen von 40 Mio. Euro notiere aktuell nur noch bei ca. 15 Prozent. Vor einer Woche seien es noch rund 50 Prozent gewesen. Petz beobachte hier vor allem Verkäufe. (Ausgabe vom 16.06.2023) (19.06.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 99,397 € | 99,642 € | - € | 0,00% | 17.04./09:41 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS2350621863 | A3KSAA | 99,61 € | 97,27 € | |
Werte im Artikel




