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Anleihen: "Es wird weiter fleißig gekauft"
03.06.24 11:22
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die am 31. Mai 2024 veröffentlichten Daten zu den Verbraucherpreisen in der Eurozone fielen überraschend aus, so die Deutsche Börse AG.
Mit 2,6 Prozent bzw. 2,9 Prozent in der Kernrate sei es mit den Preisen im Mai deutlicher nach oben als erwartet gegangen. Damit entferne sich die Teuerungsrate wieder etwas stärker von dem Zielbereich der EZB. Als problematisch könnten sich perspektivisch vor allem die im ersten Quartal um 4,7 Prozent gestiegenen Tariflöhne erweisen. Eine Leitzinssenkung um 25 Basispunkte auf 3,75 Prozent am kommenden Donnerstag gelte dennoch als ausgemacht Sache.
Viel spannender sei nach Einschätzung der DWS die Frage, wie es danach weitergehen werde. Während einige Zentralbanker weitere schnelle Zinssenkungen im Sinn hätten, würden andere eher bremsen und eine langsamere Gangart bevorzugen. DWS-Volkswirtin Ulrike Kastens gehe davon aus, dass sich "gerade vor dem Hintergrund der unsicheren Inflationsentwicklung die Falken durchsetzen und weiter auf Datenabhängigkeit und Entscheidung von Sitzung zu Sitzung drängen werden". Ihrer Ansicht nach werde EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine Vorfestlegung auf eine weitere Zinssenkung im Juli vermeiden. Die DWS rechne bis Ende März 2025 mit insgesamt drei weiteren Zinssenkungen.
Für viele Anleger*innen scheine die Zinspolitik der Notenbanken aber ohnehin keine große Rolle bei ihren Investitionsentscheidungen zu spielen. "Die Kunden lassen sich nicht großartig davon leiten", sage Daniel. Wer "ein paar Tausend Euro" anlegen wolle, gucke vielmehr darauf, wie lange er das Geld anlegen könne, wie viel Risiko er eingehen möchte und welche Rendite er dann erzielen könne. Veränderungen des Zinsniveaus würden sich zudem nur während der Laufzeit auf die Kurse der Anleihen auswirken. "Privatanleger halten die Papiere in der Regel aber bis zur Endfälligkeit", erkläre der Händler. Und in solchen Fällen stehe die im Normalfall zu erwartende Rendite beim Kauf fest und verändere sich durch steigende oder sinkende Zinsen bis zum Ende auch nicht mehr.
Klar bevorzugt würden weiterhin Laufzeiten im kurz- bis mittelfristigen Bereich. Auf der Kaufliste stehe laut Daniel z. B. eine bis Oktober 2026 laufende Anleihe (ISIN XS1893631769 / WKN A2LQ6C) von Volkswagen, die eine Rendite von 3,4 Prozent abwerfe. Ebenfalls gesucht sei die Anleihe (ISIN NO0013168005 / WKN A3825C) der Karlsberg Brauerei, die seit April an der Börse gehandelt werde und seitdem bereits von 100 Prozent auf 105 Prozent gestiegen sei. Trotzdem lasse sich innerhalb von fünf Jahren noch eine Rendite von 4,9 Prozent erzielen.
Auf eine vergleichbar gute Entwicklung weise Arthur Brunner von der ICF Bank bei der ebenfalls im vergangenen Monat emittierten Anleihe (ISIN DE000A3829F5 / WKN A3829F) von ABO Wind hin. Das in nur fünf Wochen von 100 Prozent auf 105,50 Prozent gekletterte Papier werde rege gehandelt und werfe bis 2029 noch gut 6 Prozent Rendite ab. Gute Nachfrage herrsche auch für den ohne eine feste Laufzeit ausgestatteten Bond (ISIN XS0222524372 / WKN A0E6FU) von Südzucker, der eine variable Verzinsung beinhalte. Die errechne sich nach der Formel "3-Monats-Euribor zzgl. 3,10 Prozent p.a.". Für den Zeitraum bis Ende Juni ergebe sich hier aktuell ein Wert von 7,0 Prozent.
Generell zeige sich der Rentenmarkt "sehr aufnahmefähig", wie Brunner mit Blick auf die rege Emissionstätigkeit der vergangenen Wochen feststelle. Im laufenden Jahr betrage das Volumen neuer Anleihen seinen Berechnungen nach bereits über 1 Billionen Euro. "Das ist mehr als im Rekordjahr 2020". Gekauft werde aktuell "querbeet" über den Markt verteilt, wobei vermehrt US-Dollar-Anleihen gesucht würden. "Hier sind die Renditen noch deutlich höher als im Euroraum", erkläre der Händler. Gekauft werde z. B. ein bis 2032 laufender Bond (ISIN US345370DA55 / WKN A3KYV0) von Ford Motor mit einem Kupon von 3,25 Prozent. Weil das Papier aktuell nur bei 82 Prozent notiere, betrage die Rendite 6,3 Prozent.
Die Kundschaft der Steubing AG setze ebenfalls auf den Dollar-Raum. Oechsner melde viele Käufe für eine 2030 fällige Anleihe (ISIN US24422EWZ86 / WKN A3LJP1) von John Deere Capital mit einer Rendite von 5,0 Prozent sowie einen US Treasury Inflation Indexed Bond (ISIN US912810SV17 / WKN A3KL5E) mit Laufzeit bis 2051. Bei den einheimischen Emittenten stünden vor allem E.ON (ISIN XS2747600109 / WKN A3826U), Grenke und Volkswagen im Fokus. Hier lägen die Renditechancen zwischen 4,0 und 5,7 Prozent.
Rainer Petz von Oddo BHF berichte von "ganz ordentlichen Umsätzen" bei einer zu Wochenbeginn neu emittierten Anleihe (ISIN DE000A383EL9 / WKN A383EL) von HOCHTIEF, die knapp unter pari notiere und bei einer Laufzeit von sechs Jahren eine Rendite von 4,2 Prozent abwerfe. (Ausgabe vom 31.05.2024) (03.06.2024/alc/a/a)
Mit 2,6 Prozent bzw. 2,9 Prozent in der Kernrate sei es mit den Preisen im Mai deutlicher nach oben als erwartet gegangen. Damit entferne sich die Teuerungsrate wieder etwas stärker von dem Zielbereich der EZB. Als problematisch könnten sich perspektivisch vor allem die im ersten Quartal um 4,7 Prozent gestiegenen Tariflöhne erweisen. Eine Leitzinssenkung um 25 Basispunkte auf 3,75 Prozent am kommenden Donnerstag gelte dennoch als ausgemacht Sache.
Viel spannender sei nach Einschätzung der DWS die Frage, wie es danach weitergehen werde. Während einige Zentralbanker weitere schnelle Zinssenkungen im Sinn hätten, würden andere eher bremsen und eine langsamere Gangart bevorzugen. DWS-Volkswirtin Ulrike Kastens gehe davon aus, dass sich "gerade vor dem Hintergrund der unsicheren Inflationsentwicklung die Falken durchsetzen und weiter auf Datenabhängigkeit und Entscheidung von Sitzung zu Sitzung drängen werden". Ihrer Ansicht nach werde EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine Vorfestlegung auf eine weitere Zinssenkung im Juli vermeiden. Die DWS rechne bis Ende März 2025 mit insgesamt drei weiteren Zinssenkungen.
Für viele Anleger*innen scheine die Zinspolitik der Notenbanken aber ohnehin keine große Rolle bei ihren Investitionsentscheidungen zu spielen. "Die Kunden lassen sich nicht großartig davon leiten", sage Daniel. Wer "ein paar Tausend Euro" anlegen wolle, gucke vielmehr darauf, wie lange er das Geld anlegen könne, wie viel Risiko er eingehen möchte und welche Rendite er dann erzielen könne. Veränderungen des Zinsniveaus würden sich zudem nur während der Laufzeit auf die Kurse der Anleihen auswirken. "Privatanleger halten die Papiere in der Regel aber bis zur Endfälligkeit", erkläre der Händler. Und in solchen Fällen stehe die im Normalfall zu erwartende Rendite beim Kauf fest und verändere sich durch steigende oder sinkende Zinsen bis zum Ende auch nicht mehr.
Auf eine vergleichbar gute Entwicklung weise Arthur Brunner von der ICF Bank bei der ebenfalls im vergangenen Monat emittierten Anleihe (ISIN DE000A3829F5 / WKN A3829F) von ABO Wind hin. Das in nur fünf Wochen von 100 Prozent auf 105,50 Prozent gekletterte Papier werde rege gehandelt und werfe bis 2029 noch gut 6 Prozent Rendite ab. Gute Nachfrage herrsche auch für den ohne eine feste Laufzeit ausgestatteten Bond (ISIN XS0222524372 / WKN A0E6FU) von Südzucker, der eine variable Verzinsung beinhalte. Die errechne sich nach der Formel "3-Monats-Euribor zzgl. 3,10 Prozent p.a.". Für den Zeitraum bis Ende Juni ergebe sich hier aktuell ein Wert von 7,0 Prozent.
Generell zeige sich der Rentenmarkt "sehr aufnahmefähig", wie Brunner mit Blick auf die rege Emissionstätigkeit der vergangenen Wochen feststelle. Im laufenden Jahr betrage das Volumen neuer Anleihen seinen Berechnungen nach bereits über 1 Billionen Euro. "Das ist mehr als im Rekordjahr 2020". Gekauft werde aktuell "querbeet" über den Markt verteilt, wobei vermehrt US-Dollar-Anleihen gesucht würden. "Hier sind die Renditen noch deutlich höher als im Euroraum", erkläre der Händler. Gekauft werde z. B. ein bis 2032 laufender Bond (ISIN US345370DA55 / WKN A3KYV0) von Ford Motor mit einem Kupon von 3,25 Prozent. Weil das Papier aktuell nur bei 82 Prozent notiere, betrage die Rendite 6,3 Prozent.
Die Kundschaft der Steubing AG setze ebenfalls auf den Dollar-Raum. Oechsner melde viele Käufe für eine 2030 fällige Anleihe (ISIN US24422EWZ86 / WKN A3LJP1) von John Deere Capital mit einer Rendite von 5,0 Prozent sowie einen US Treasury Inflation Indexed Bond (ISIN US912810SV17 / WKN A3KL5E) mit Laufzeit bis 2051. Bei den einheimischen Emittenten stünden vor allem E.ON (ISIN XS2747600109 / WKN A3826U), Grenke und Volkswagen im Fokus. Hier lägen die Renditechancen zwischen 4,0 und 5,7 Prozent.
Rainer Petz von Oddo BHF berichte von "ganz ordentlichen Umsätzen" bei einer zu Wochenbeginn neu emittierten Anleihe (ISIN DE000A383EL9 / WKN A383EL) von HOCHTIEF, die knapp unter pari notiere und bei einer Laufzeit von sechs Jahren eine Rendite von 4,2 Prozent abwerfe. (Ausgabe vom 31.05.2024) (03.06.2024/alc/a/a)
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