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Anleihen: EZB noch ohne Zinssenkungspläne
18.12.23 09:50
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die "Woche der Notenbanken" hat so manches Erwartete, aber auch so manches Unerwartete gebracht, so die Deutsche Börse AG.
Tim Oechsner von der Steubing AG spreche von einer "Richtungssuche nach den Notenbankensitzungen von FED und EZB". Unter dem Strich sei aber deutlich geworden: Die Zeit der Zinserhöhungen sei vorbei. Die Renditen seien dementsprechend abermals zurückgegangen.
Die EZB habe am Donnerstag (14.12.), wie prognostiziert, den Leitzins bei 4,5 Prozent und den Einlagenzins bei 4 Prozent belassen. Aussagen über künftige Zinssenkungen seien komplett ausgeblieben. "Wir haben überhaupt nicht über Zinssenkungen gesprochen", habe EZB-Chefin Christine Largarde erklärt. Gleichzeitig rechne die EZB nun mit niedrigeren Inflationsraten im Euroraum, konkret mit 5,4 Prozent in diesem Jahr (zuvor 5,6 Prozent) und 2,7 Prozent 2024 (3,2 Prozent).
Auch die Schweizerische Nationalbank und die Bank von England hätten vergangene Woche die Zinsen unverändert gelassen, ebenso die US-Notenbank am Mittwoch. Den aktualisierten Projektionen zufolge erwarte die US-Notenbank nächstes Jahr allerdings nun drei statt zwei Zinssenkungen. "Die Zinssenkungserwartungen sind im Anschluss an die FED-Sitzung massiv gestiegen, korrigierten aber im Zuge der europäischen Notenbankentscheidungen etwas", berichte Ralf Umlauf von der Helaba.
Im Wochenvergleich sei die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zurückgegangen: Am Freitagmorgen habe sie nur noch bei 2,12 nach 2,19 Prozent vor einer Woche gelegen. Am Donnerstag (14.12.) seien es sogar nur rund 2 Prozent gewesen - der tiefste Stand seit März. In den USA sei der Rückgang noch kräftiger ausgefallen: Zehnjährige US-Staatsanleihen hätten am 15. Dezember 2023 nur noch mit 3,91 Prozent nach 4,21 Prozent vergangenen Freitag rentiert.
Die Entscheidung der EZB über das Abschmelzen des PEPP-Anleiheportfolios sei am Rentenmarkt positiv aufgenommen worden. "Offensichtlich hatte man ein stärkeres Abschmelzen befürchtet, denn die Peripherie-Spreads sind gesunken", stelle Umlauf fest.
Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde Käufe einer bis 2030 laufenden Polen- und Abgaben einer bis 2029 laufenden Spanien-Anleihe. Oechsner sehe gute Umsätze in Papieren (ISIN EU000A1U9944 / WKN A1U994) des ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus), die 2026 fällig seien.
Für den Handel mit Unternehmensanleihen würden Gregor Daniel und auch Rainer Petz von Oddo BHF keine Auffälligkeiten melden. Gekauft würden Oechsner zufolge weiter Anleihen bekannter Adressen mit Laufzeiten von zwei bis fünf Jahren: "Die Bonität muss gut, die Geschäftsmodelle müssen intakt sein." Als Beispiele nenne er Papiere von SAP, Siemens, LANXESS, E.ON, Deutsche Telekom, VW, BMW, Mercedes, Fraport, RWE, Conti und Porsche mit Renditen von 3 bis 4,5 Prozent. Gut nachgefragt seien zudem Bonds der Deutschen Bank, Fresenius und der Deutschen Bahn. Weiter gesucht: US-Dollar-Bonds von John Deere.
Die einige Wochen vom Handel ausgesetzte, Ende des Jahres fällige Metalcorp-Anleihe sei nun wieder handelbar, mit neuer Wertpapierkennnummer und ISIN (ISIN DE000A3LQF45 / WKN A3LQF4), wie Daniel berichte. Ein Viertel des Kupons von 9 Prozent, den das kriselnde Unternehmen nicht habe zahlen können, werde nun auf den Nominalbetrag aufgeschlagen. Der liege nun bei 1.022,50 Euro statt 1.000 Euro. Die 2026 fällige Anleihe (ISIN DE000A3KRAP3 / WKN A3KRAP) des Dienstleisters in der Metall- und Mineralienindustrie werde aktuell zu 1,1 Prozent gehandelt. (Ausgabe vom 15.12.2023) (18.12.2023/alc/a/a)
Tim Oechsner von der Steubing AG spreche von einer "Richtungssuche nach den Notenbankensitzungen von FED und EZB". Unter dem Strich sei aber deutlich geworden: Die Zeit der Zinserhöhungen sei vorbei. Die Renditen seien dementsprechend abermals zurückgegangen.
Die EZB habe am Donnerstag (14.12.), wie prognostiziert, den Leitzins bei 4,5 Prozent und den Einlagenzins bei 4 Prozent belassen. Aussagen über künftige Zinssenkungen seien komplett ausgeblieben. "Wir haben überhaupt nicht über Zinssenkungen gesprochen", habe EZB-Chefin Christine Largarde erklärt. Gleichzeitig rechne die EZB nun mit niedrigeren Inflationsraten im Euroraum, konkret mit 5,4 Prozent in diesem Jahr (zuvor 5,6 Prozent) und 2,7 Prozent 2024 (3,2 Prozent).
Auch die Schweizerische Nationalbank und die Bank von England hätten vergangene Woche die Zinsen unverändert gelassen, ebenso die US-Notenbank am Mittwoch. Den aktualisierten Projektionen zufolge erwarte die US-Notenbank nächstes Jahr allerdings nun drei statt zwei Zinssenkungen. "Die Zinssenkungserwartungen sind im Anschluss an die FED-Sitzung massiv gestiegen, korrigierten aber im Zuge der europäischen Notenbankentscheidungen etwas", berichte Ralf Umlauf von der Helaba.
Die Entscheidung der EZB über das Abschmelzen des PEPP-Anleiheportfolios sei am Rentenmarkt positiv aufgenommen worden. "Offensichtlich hatte man ein stärkeres Abschmelzen befürchtet, denn die Peripherie-Spreads sind gesunken", stelle Umlauf fest.
Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde Käufe einer bis 2030 laufenden Polen- und Abgaben einer bis 2029 laufenden Spanien-Anleihe. Oechsner sehe gute Umsätze in Papieren (ISIN EU000A1U9944 / WKN A1U994) des ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus), die 2026 fällig seien.
Für den Handel mit Unternehmensanleihen würden Gregor Daniel und auch Rainer Petz von Oddo BHF keine Auffälligkeiten melden. Gekauft würden Oechsner zufolge weiter Anleihen bekannter Adressen mit Laufzeiten von zwei bis fünf Jahren: "Die Bonität muss gut, die Geschäftsmodelle müssen intakt sein." Als Beispiele nenne er Papiere von SAP, Siemens, LANXESS, E.ON, Deutsche Telekom, VW, BMW, Mercedes, Fraport, RWE, Conti und Porsche mit Renditen von 3 bis 4,5 Prozent. Gut nachgefragt seien zudem Bonds der Deutschen Bank, Fresenius und der Deutschen Bahn. Weiter gesucht: US-Dollar-Bonds von John Deere.
Die einige Wochen vom Handel ausgesetzte, Ende des Jahres fällige Metalcorp-Anleihe sei nun wieder handelbar, mit neuer Wertpapierkennnummer und ISIN (ISIN DE000A3LQF45 / WKN A3LQF4), wie Daniel berichte. Ein Viertel des Kupons von 9 Prozent, den das kriselnde Unternehmen nicht habe zahlen können, werde nun auf den Nominalbetrag aufgeschlagen. Der liege nun bei 1.022,50 Euro statt 1.000 Euro. Die 2026 fällige Anleihe (ISIN DE000A3KRAP3 / WKN A3KRAP) des Dienstleisters in der Metall- und Mineralienindustrie werde aktuell zu 1,1 Prozent gehandelt. (Ausgabe vom 15.12.2023) (18.12.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 102,13 € | 102,081 € | - € | 0,00% | 16.04./20:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS2726911931 | A3LRPY | 104,61 € | 100,55 € | |
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