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Anleihemarkt und Wirtschaft setzen Trump Grenzen
06.05.25 11:05
UBS Asset Management
Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Der April war ein Monat der Extreme. Aber gerade solche Extremszenarien lehren, welche Grenzen dem US-Präsidenten Donald Trump gesetzt sind bei seinem Versuch, die USA innenpolitisch und in ihren Beziehungen zum Rest der Welt umzugestalten, so die Experten von UBS Asset Management.
"Wir sind der Meinung, dass diese Beschränkungen dem Markt Gewissheit geben, dass extrem negative Entwicklungen ausbleiben, auch wenn sich die wirtschaftlichen Aussichten in den kommenden Monaten verschlechtern werden", sage Evan Brown, Head of Multi-Asset Strategy bei UBS Asset Management.
Eine maßgebliche Beschränkung für Trump liefere der Anleihemarkt. Er bewerte direkt und unvoreingenommen seine politischen Pläne. Ein schneller Anstieg der Renditen für langfristige Anleihen sorge für Unruhe, da er die Refinanzierungskosten des Staates in die Höhe treibe, zu höheren Kreditzinsen für US-Haushalte und Unternehmen führe und das Vertrauen der Anleger in die traditionellen Absicherungseigenschaften von US-Anleihen erschüttere. Im April habe Trump gleich zweimal auf starke Renditeanstiege mit einem U-Turn bei seinen Entscheidungen reagiert. Zuerst habe er seine Zollankündigungen um 90 Tage verschoben, und knapp zwei Wochen später hat er klargestellt, dass er nicht beabsichtige, den Fed-Chef Jerome Powell zu feuern.
Eine weitere Beschränkung für Trump sei die Wirkung seiner Politik auf die Wirtschaft. Unternehmer hätten sowohl zu Beginn seiner ersten als auch seiner zweiten Amtszeit große Hoffnungen auf Trump gesetzt. Im Gegensatz zu damals sei ihr Optimismus bereits jetzt gesunken, wie ein deutlicher Rückgang im NFIB Small Business Optimism Index zeige. Ein Grund hierfür dürfte sein, dass viele kleine Unternehmen besonders unter den US-Zöllen auf chinesische Importe leiden würden.
Zudem würden Enttäuschungen bei den für viele Wähler so wichtigen Themen Lebenshaltungskosten und eine gesunde Wirtschaft drohen. Wenn Trumps Zölle aufrechterhalten würden, würden die UBS-Ökonomen damit rechnen, dass die monatliche Kerninflation in den Spätsommermonaten auf Jahresbasis auf über 7 Prozent steigen werde. "Da China es offensichtlich nicht eilig hat zu verhandeln, wird Präsident Trump wahrscheinlich ein sehr unangenehmes wirtschaftliches und vermutlich auch politisches Umfeld vorfinden, wenn er die Zölle nicht deutlich zurückfährt. Wir glauben, dass er das tun wird", sage Brown.
Aber selbst, wenn Trump die Zölle senke, werde sich die US-Wirtschaft deutlich verlangsamen. Die verschlechtere Stimmung in den Unternehmen dürfte die Investitionen bremsen, sinkende Realeinkommen belasten den Konsum und weiterhin hohe Hypothekenzinsen den Wohnungsmarkt. "Wir glauben jedoch, dass die erwartete Änderung der Politik ausreichen wird, um ein Worst-Case-Szenario zu vermeiden", prognostiziere Brown und rechne mit weiter starken Schwankungen bei Risikoanlagen. "Wir bevorzugen daher Relative-Value-Positionen gegenüber starken direktionalen Wetten, insbesondere in einem Umfeld, in dem die Märkte durch einen Tweet auf den Kopf gestellt werden können", so Brown.
In einem Konjunkturabschwung stehe Qualität bei Aktien und Anleihen im Fokus. "Im Währungsbereich sehen wir Raum für einen weiterhin schwachen US-Dollar im Laufe des Jahres, da die stark auf die USA ausgerichteten Engagements in globalen Portfolios sinken dürften", sage Brown. Trotz des deutlich gestiegenen Preises bleibe Gold ein hilfreicher Diversifikator für stagflationäre Wirtschaftsentwicklungen und allgemeinere politische Unsicherheiten. (06.05.2025/alc/a/a)
"Wir sind der Meinung, dass diese Beschränkungen dem Markt Gewissheit geben, dass extrem negative Entwicklungen ausbleiben, auch wenn sich die wirtschaftlichen Aussichten in den kommenden Monaten verschlechtern werden", sage Evan Brown, Head of Multi-Asset Strategy bei UBS Asset Management.
Eine maßgebliche Beschränkung für Trump liefere der Anleihemarkt. Er bewerte direkt und unvoreingenommen seine politischen Pläne. Ein schneller Anstieg der Renditen für langfristige Anleihen sorge für Unruhe, da er die Refinanzierungskosten des Staates in die Höhe treibe, zu höheren Kreditzinsen für US-Haushalte und Unternehmen führe und das Vertrauen der Anleger in die traditionellen Absicherungseigenschaften von US-Anleihen erschüttere. Im April habe Trump gleich zweimal auf starke Renditeanstiege mit einem U-Turn bei seinen Entscheidungen reagiert. Zuerst habe er seine Zollankündigungen um 90 Tage verschoben, und knapp zwei Wochen später hat er klargestellt, dass er nicht beabsichtige, den Fed-Chef Jerome Powell zu feuern.
Zudem würden Enttäuschungen bei den für viele Wähler so wichtigen Themen Lebenshaltungskosten und eine gesunde Wirtschaft drohen. Wenn Trumps Zölle aufrechterhalten würden, würden die UBS-Ökonomen damit rechnen, dass die monatliche Kerninflation in den Spätsommermonaten auf Jahresbasis auf über 7 Prozent steigen werde. "Da China es offensichtlich nicht eilig hat zu verhandeln, wird Präsident Trump wahrscheinlich ein sehr unangenehmes wirtschaftliches und vermutlich auch politisches Umfeld vorfinden, wenn er die Zölle nicht deutlich zurückfährt. Wir glauben, dass er das tun wird", sage Brown.
Aber selbst, wenn Trump die Zölle senke, werde sich die US-Wirtschaft deutlich verlangsamen. Die verschlechtere Stimmung in den Unternehmen dürfte die Investitionen bremsen, sinkende Realeinkommen belasten den Konsum und weiterhin hohe Hypothekenzinsen den Wohnungsmarkt. "Wir glauben jedoch, dass die erwartete Änderung der Politik ausreichen wird, um ein Worst-Case-Szenario zu vermeiden", prognostiziere Brown und rechne mit weiter starken Schwankungen bei Risikoanlagen. "Wir bevorzugen daher Relative-Value-Positionen gegenüber starken direktionalen Wetten, insbesondere in einem Umfeld, in dem die Märkte durch einen Tweet auf den Kopf gestellt werden können", so Brown.
In einem Konjunkturabschwung stehe Qualität bei Aktien und Anleihen im Fokus. "Im Währungsbereich sehen wir Raum für einen weiterhin schwachen US-Dollar im Laufe des Jahres, da die stark auf die USA ausgerichteten Engagements in globalen Portfolios sinken dürften", sage Brown. Trotz des deutlich gestiegenen Preises bleibe Gold ein hilfreicher Diversifikator für stagflationäre Wirtschaftsentwicklungen und allgemeinere politische Unsicherheiten. (06.05.2025/alc/a/a)


