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Anleihemarkt Zins-Wahnsinn
25.11.11 08:38
Der Aktionär
Kulmbach (anleihencheck.de) - Die Experten des Anlegermagazins "Der Aktionär" haben in ihrer aktuellen Ausgabe den Anleihenmarkt näher betrachtet und solide Anlagealternativen aufgezeigt.
In normalen Zeiten seien Anleihemärkte eher langweilig. Doch in Zeiten der Eurokrise mit drohendem Zerfall der Gemeinschaftswährung sei Schluss mit "normal". Mit täglich neuen Horrornachrichten würden sich am Anleihenmarkt wahre Krimis abspielen. Das sei für Normalanleger, die bisher mit Anleihen wenig zu tun gehabt habe, schwer nachvollziehbar.
Dabei hätten Renditen für griechische Staatsanleihen von über 250% nichts mit Wucherzinsen von Kredithaien oder gierigen Banken zu tun. Ob Unternehmensanleihe oder Staatsanleihe, sie würden wie Aktien an der Börse gehandelt - nur nicht in EUR sondern in Prozent notiert. Ändere sich das Zinsniveau z.B. aufgrund geänderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, würden auch die Anleihekurse reagieren. Die Rentenpapiere der europäischen Schuldenstaaten würden im Kurs fallen, da bei den Anlegern die Befürchtung bestehe, dass die Staaten es aufgrund ihrer hohen Verschuldung nicht schaffen würden, ihrer Rückzahlungspflicht nachzukommen.
Natürlich bräuchten alle Länder der EU Zeit, um mit Reformen ihre Verschuldung in den Griff zu bekommen. Da aber die Nachfrage nach Staatspapieren fehle, springe hier entgegen ihrer originären Aufgabe die EZB ein und kaufe Staatsanleihen angeschlagener Staaten, um deren kurzfristige Finanzierung zu ermöglichen. Nach Auffassung der Experten gelte dieses massive Vorgehen der EZB als letzte Chance für den Euro. Die prekäre Lage spiegle sich auch in der Flucht in deutsche oder Schweizer Staatspapiere wieder. Große Investoren würden hier trotz historisch niedriger Zinsen einen sicheren Hafen suchen. Kapitalerhalt stehe an oberster Stelle.
Nach Ansicht der Experten würden sich deutsche Anleihen wie bspw. die Bundesanleihe (ISIN DE0001134492 / WKN 113449) mit einer Laufzeit bis zum 20.09.2016 bestenfalls für Sicherheitsfanatiker eignen. Mit einem Kupon von 5,625% ausgestattet und bei einem Kurs von 121,84% springe hier eine magere Rendite von 0,97% heraus.
Investoren, die eine lukrative und relativ risikoarme Investitionsmöglichkeit suchten, böten sich australische Anleihen wie bspw. die Commonwealth of Australia-Anleihe bis 15.05.2021 an. Australien locke mit Rohstoffreichtum und soliden Staatsfinanzen. Die Anleihe biete bei einem Kupon von 5,75% und einem Kurs von 113,58% eine Rendite von 4,13%. Allerdings sei das Währungsrisiko ein Wermutstropfen, da der Titel auf Australische Dollar laute.
Gleiches gelte auch für norwegische Bonds wie bspw. die Anleihe des Königreichs Norwegen mit Fälligkeit 19.05.2017. Zusätzlich zum soliden Haushalt würden die Norweger allerdings noch über einen mehr als 400 Mrd. EUR schweren Staatsfonds verfügen. Die Norwegen-Anleihe biete bei einem Kupon von 4,25% und einem Kurs von 112,39% eine Rendite von 1,85%.
Für die Experten von "Der Aktionär" sind die drei vorgenannten Staatsanleihen von Deutschland, Australien und Norwegen sichere Häfen für Anleger. (Ausgabe 48) (25.11.2011/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
In normalen Zeiten seien Anleihemärkte eher langweilig. Doch in Zeiten der Eurokrise mit drohendem Zerfall der Gemeinschaftswährung sei Schluss mit "normal". Mit täglich neuen Horrornachrichten würden sich am Anleihenmarkt wahre Krimis abspielen. Das sei für Normalanleger, die bisher mit Anleihen wenig zu tun gehabt habe, schwer nachvollziehbar.
Dabei hätten Renditen für griechische Staatsanleihen von über 250% nichts mit Wucherzinsen von Kredithaien oder gierigen Banken zu tun. Ob Unternehmensanleihe oder Staatsanleihe, sie würden wie Aktien an der Börse gehandelt - nur nicht in EUR sondern in Prozent notiert. Ändere sich das Zinsniveau z.B. aufgrund geänderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, würden auch die Anleihekurse reagieren. Die Rentenpapiere der europäischen Schuldenstaaten würden im Kurs fallen, da bei den Anlegern die Befürchtung bestehe, dass die Staaten es aufgrund ihrer hohen Verschuldung nicht schaffen würden, ihrer Rückzahlungspflicht nachzukommen.
Natürlich bräuchten alle Länder der EU Zeit, um mit Reformen ihre Verschuldung in den Griff zu bekommen. Da aber die Nachfrage nach Staatspapieren fehle, springe hier entgegen ihrer originären Aufgabe die EZB ein und kaufe Staatsanleihen angeschlagener Staaten, um deren kurzfristige Finanzierung zu ermöglichen. Nach Auffassung der Experten gelte dieses massive Vorgehen der EZB als letzte Chance für den Euro. Die prekäre Lage spiegle sich auch in der Flucht in deutsche oder Schweizer Staatspapiere wieder. Große Investoren würden hier trotz historisch niedriger Zinsen einen sicheren Hafen suchen. Kapitalerhalt stehe an oberster Stelle.
Investoren, die eine lukrative und relativ risikoarme Investitionsmöglichkeit suchten, böten sich australische Anleihen wie bspw. die Commonwealth of Australia-Anleihe bis 15.05.2021 an. Australien locke mit Rohstoffreichtum und soliden Staatsfinanzen. Die Anleihe biete bei einem Kupon von 5,75% und einem Kurs von 113,58% eine Rendite von 4,13%. Allerdings sei das Währungsrisiko ein Wermutstropfen, da der Titel auf Australische Dollar laute.
Gleiches gelte auch für norwegische Bonds wie bspw. die Anleihe des Königreichs Norwegen mit Fälligkeit 19.05.2017. Zusätzlich zum soliden Haushalt würden die Norweger allerdings noch über einen mehr als 400 Mrd. EUR schweren Staatsfonds verfügen. Die Norwegen-Anleihe biete bei einem Kupon von 4,25% und einem Kurs von 112,39% eine Rendite von 1,85%.
Für die Experten von "Der Aktionär" sind die drei vorgenannten Staatsanleihen von Deutschland, Australien und Norwegen sichere Häfen für Anleger. (Ausgabe 48) (25.11.2011/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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