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Anleihemärkte unter Druck


05.12.16 10:15
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Der Druck auf die Anleihemärkte hat sich nach den US-Wahlen deutlich erhöht, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate".

Nachdem festgestanden habe, dass Donald Trump wohl der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werde, sei es zu einer Flucht aus langlaufenden US-Staatsanleihen gekommen.

Ein wesentlicher Grund für die starken Verschiebungen an den Bondmärkten seien die Erwartungen einer lockeren Fiskalpolitik durch die neu gebildete US-Regierung um Neupräsident Donald Trump. Der Republikaner habe bereits in seinem Wahlkampf massive Steuersenkungen und Investitionen in die US-Infrastruktur angekündigt. Am Markt werde nun erwartet, dass er seinen Worten nach dem Amtsantritt auch Taten folgen lasse und große Konjunkturprogramme auflege. Insbesondere die Investitionen in die Infrastruktur - es sei die Rede von 600 bis 1.000 Milliarden US-Dollar - könnten die US-Wirtschaft, die sich bereits der Vollbeschäftigung nähere, kurzfristig überhitzen. Marktbeobachter würden daher mit einem kräftigen Anziehen der Inflation rechnen.

Die US-Notenbank könnte sich also gezwungen sehen, ihre Geldpolitik deutlich schneller zu straffen als bisher erwartet. Eine Zinserhöhung im Dezember gelte bereits fast als sicher - ein Zinsschritt von 25 Basispunkten werde an den Märkten mittlerweile mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 Prozent eingepreist.

Vor allem die langlaufenden Anleihen hätten sehr sensibel auf die sich ändernden Zinserwartungen reagiert. Der T-Bond-Future für 30-jährige US-Staatsanleihen sei innerhalb weniger Tage um mehr als 5 Prozent in den Keller gerauscht. Dementsprechend hätten die Anleiherenditen kräftig angezogen. So sei beispielsweise die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen um rund 50 Basispunkte auf 2,3 Prozent geklettert. Dies sei der höchste Stand in diesem Jahr gewesen. Doch der starke Anstieg der Anleiherenditen habe sich nicht nur auf die USA beschränkt. Auch in Europa und Asien seien die Renditen deutlich in die Höhe geschossen. (Ausgabe Dezember 2016) (05.12.2016/alc/a/a)