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Anleihemärkte mit schwachem Handelsvolumen
27.12.21 08:30
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Typischerweise geht die Handelsaktivität an den Rentenmärkten in den Tagen vor Weihnachten deutlich zurück, so die Experten von Union Investment.
Es komme kaum noch zu Neuemissionen am Primärmarkt und auch am Sekundärmarkt sinke die Liquidität. Das Jahr 2021 mache von diesem Muster keine Ausnahmen. Die vorweihnachtliche Handelswoche sei bei Anleihen relativ ruhig ausgefallen, zumal es nur noch wenige Impulse in Form volkswirtschaftlicher Daten oder Zentralbankentscheidungen gegeben habe. In Prag habe beispielsweise die Tschechische Nationalbank den Leitzins um 100 Basispunkte auf 3,75 Prozent erhöht und damit die Reihe geldpolitischer Straffungen in Ostmitteleuropa fortgesetzt. Die Region sehe sich aktuell vergleichsweise hohen Inflationsraten gegenüber.
Auch in China sei es zu einer Zinsentscheidung gekommen, allerdings mit umgedrehtem Vorzeichen: Im Kampf gegen die wirtschaftliche Abschwächung im Reich der Mitte habe die People s Bank of China (PBoC) den Zins für einjährige Ausleihungen der Geschäftsbanken um 5 Basispunkte auf 3,8 Prozent reduziert. Der Einfluss auf das Marktgeschehen sei jedoch gering gewesen. Zwar sei der Schritt überraschend gekommen, sei aber von vielen Anlegern als zu gering eingeschätzt worden.
Achterbahnfahrt der Türkischen Lira
Derweil habe die Türkische Lira in der vorweihnachtlichen Handelswoche an den internationalen Devisenmärkten deutlich an Boden gewonnen und die Talfahrt der vergangenen Monate zunächst gestoppt. Zur Erinnerung: Habe man zu Dezemberbeginn noch rund 14 Lira für einen US−Dollar zahlen müssen, so seien es am vergangenen Montag schon fast 19 Lira gewesen. Hintergrund für die deutliche Abwertung sei die hohe Inflation von zuletzt über 21 Prozent gewesen. Die türkische Zentralbank habe aufgrund politischen Drucks zuletzt kaum etwas gegen die Inflation unternommen und damit den Verfall des Wechselkurses begünstigt. In der abgelaufenen Handelswoche habe nun die Regierung in Ankara umfängliche Maßnahmen zur Stützung der Lira verkündet. Unter anderem sollten Einlagen gegen Wechselkursschwankungen abgesichert werden. Innerhalb kurzer Zeit habe die türkische Währung um rund 25 Prozent gegenüber US−Dollar und Euro aufgewertet. Zum Wochenausklang seien für den Erwerb eines US−Dollars noch 11 Lira notwendig gewesen.
Sichere Häfen in ruhiger See
Deutlich weniger dynamisch sei die Handelswoche bei den "sicheren Häfen", also den Staatspapieren bonitätsstarker Schuldner, verlaufen. In relativ dünnem Handel sei die Rendite für deutsche Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit von -0,385 Prozent auf -0,266 Prozent am Donnerstagmittag gestiegen.
Laufzeitengleiche US-Staatsanleihen hätten einen Renditeanstieg um 6 Basispunkte verzeichnet. Hintergrund sei die allgemein verbesserte Risikostimmung durch die positiven Impfstoffnachrichten sowie unterstützende Konjunkturdaten gewesen.
Italienische Staatsanleihen hätten in den vergangenen Monaten von der erhöhten politischen Stabilität, der vergleichsweise guten Pandemielage und verbesserten Wirtschaftszahlen profitieren können. In der abgelaufenen Woche sei nun eine leichte Gegenbewegung zu beobachten gewesen. Zehnjährige italienische Anleihen, sog. BTPs, hätten einen Renditeanstieg um knapp 14 Basispunkte verzeichnet. Hintergrund seien verschiedene Stimmen aus der Europäischen Zentralbank (EZB) gewesen, wonach die Anleihekäufe möglicherweise schneller als geplant gekürzt werden könnten, sollte sich die Inflation nicht wie erwartet beruhigen. Angesichts des hohen Schuldenstand der Regierung in Rom könnten, so die Vermutung der Marktteilnehmer, BTPs davon überproportional stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Euro habe vor diesem Hintergrund in der abgelaufenen Woche etwas zugelegt. Die Gemeinschaftswährung habe sich gegenüber dem Greenback leicht von 1,124 auf zuletzt 1,133 US−Dollar verteuert. (Marktrückblick und -ausblick KW51) (27.12.2021/alc/a/a)
Es komme kaum noch zu Neuemissionen am Primärmarkt und auch am Sekundärmarkt sinke die Liquidität. Das Jahr 2021 mache von diesem Muster keine Ausnahmen. Die vorweihnachtliche Handelswoche sei bei Anleihen relativ ruhig ausgefallen, zumal es nur noch wenige Impulse in Form volkswirtschaftlicher Daten oder Zentralbankentscheidungen gegeben habe. In Prag habe beispielsweise die Tschechische Nationalbank den Leitzins um 100 Basispunkte auf 3,75 Prozent erhöht und damit die Reihe geldpolitischer Straffungen in Ostmitteleuropa fortgesetzt. Die Region sehe sich aktuell vergleichsweise hohen Inflationsraten gegenüber.
Auch in China sei es zu einer Zinsentscheidung gekommen, allerdings mit umgedrehtem Vorzeichen: Im Kampf gegen die wirtschaftliche Abschwächung im Reich der Mitte habe die People s Bank of China (PBoC) den Zins für einjährige Ausleihungen der Geschäftsbanken um 5 Basispunkte auf 3,8 Prozent reduziert. Der Einfluss auf das Marktgeschehen sei jedoch gering gewesen. Zwar sei der Schritt überraschend gekommen, sei aber von vielen Anlegern als zu gering eingeschätzt worden.
Achterbahnfahrt der Türkischen Lira
Sichere Häfen in ruhiger See
Deutlich weniger dynamisch sei die Handelswoche bei den "sicheren Häfen", also den Staatspapieren bonitätsstarker Schuldner, verlaufen. In relativ dünnem Handel sei die Rendite für deutsche Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit von -0,385 Prozent auf -0,266 Prozent am Donnerstagmittag gestiegen.
Laufzeitengleiche US-Staatsanleihen hätten einen Renditeanstieg um 6 Basispunkte verzeichnet. Hintergrund sei die allgemein verbesserte Risikostimmung durch die positiven Impfstoffnachrichten sowie unterstützende Konjunkturdaten gewesen.
Italienische Staatsanleihen hätten in den vergangenen Monaten von der erhöhten politischen Stabilität, der vergleichsweise guten Pandemielage und verbesserten Wirtschaftszahlen profitieren können. In der abgelaufenen Woche sei nun eine leichte Gegenbewegung zu beobachten gewesen. Zehnjährige italienische Anleihen, sog. BTPs, hätten einen Renditeanstieg um knapp 14 Basispunkte verzeichnet. Hintergrund seien verschiedene Stimmen aus der Europäischen Zentralbank (EZB) gewesen, wonach die Anleihekäufe möglicherweise schneller als geplant gekürzt werden könnten, sollte sich die Inflation nicht wie erwartet beruhigen. Angesichts des hohen Schuldenstand der Regierung in Rom könnten, so die Vermutung der Marktteilnehmer, BTPs davon überproportional stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Euro habe vor diesem Hintergrund in der abgelaufenen Woche etwas zugelegt. Die Gemeinschaftswährung habe sich gegenüber dem Greenback leicht von 1,124 auf zuletzt 1,133 US−Dollar verteuert. (Marktrückblick und -ausblick KW51) (27.12.2021/alc/a/a)


