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Anleihe-Investoren müssen 2013 Erwartungen zurückschrauben
28.01.13 14:45
MFS Investment Management
Boston (www.anleihencheck.de) - Für das neue Jahr erwarten die Experten von MFS Investment Management ein eher moderates Weltwirtschaftswachstum, geringe Inflation, niedrige Zinsen und eine expansive Geldpolitik - aber auch latente Unsicherheit.
Nach vier Jahren hoher Gewinne an den Rentenmärkten würden sich aus dem unklaren Makroumfeld drei Herausforderungen für Anleiheinvestoren ergeben. Sie müssten ihre Ertragserwartungen senken, akzeptieren, dass Anleihen nicht günstig bewertet seien und sich auf der Suche nach attraktiven Anlagemöglichkeiten mit Credits befassen würden.
Die wichtigste Ertragsquelle seien im Jahr 2012 Kursgewinne aufgrund engerer Spreads gewesen. In diesem Jahr würden die Experten hier sehr viel weniger Potenzial sehen, weil die Notenbanken ihre Geldpolitik angesichts des wieder höheren Weltwirtschaftswachstums wohl nicht noch einmal so stark lockern würden. Die entscheidende Ertragskomponente werde deshalb die laufende Rendite sein. Die Gesamterträge von Credits würden im unteren bis mittleren einstelligen Bereich liegen. Bei amerikanischen Staatsanleihen seien sogar Verluste denkbar.
Solange die Investoren mit schwachem Wachstum, einer geringen Inflation und anhaltend niedrigen Leitzinsen rechnen würden, würden sie jedoch weiter Anleihen kaufen. Auch das niedrige Nettoemissionsvolumen dürfte zu fallenden Kursen führen. Das Angebot bleibe knapp und viele Anleger hätten keine Alternative.
In den meisten Segmenten des Credit-Marktes seien die Spreads im Vergangenheitsvergleich noch immer recht weit. Das könnte durchaus für einen weiteren maßvollen Rückgang sprechen. Andererseits dürften die abnehmenden gesamtwirtschaftlichen Extremrisiken zu einem Rückzug in die als sichere Häfen geltenden US-Staatsanleihen führen, sodass die Treasury-Renditen steigen würden. Allerdings werde die anhaltend expansive Geldpolitik den Renditeanstieg wahrscheinlich begrenzen.
Die negativen Realrenditen - Stichwort Finanzrepression - und die künstlich niedrigen US-Staatsanleiherenditen hätten den Zusammenhang zwischen Zins und Risiko stark aufgeweicht. Zwar seien die Spreads vieler Marktsegmente immer noch angemessen. Doch wegen des niedrigen Zinsniveaus seien die Gesamtrenditen so niedrig wie selten - nominal wie auch real betrachtet.
Die Experten würden glauben, dass die meisten Anleger weiterhin Anleihen kaufen würden - auch wenn diese nicht mehr günstig bewertet seien. Denn Diversifikation sei immer gefragt. Wer laufende Erträge erzielen möchte, finde bei Anleihen noch immer mehr Sicherheit als bei vielen anderen Anlageformen. Dennoch könnte es sinnvoll sein, eher auf Aktien als auf Anleihen zu setzen und den Bedarf an laufenden Erträgen mit unterschiedlichen Assetklassen zu decken.
Am attraktivsten würden die Experten zurzeit US-Unternehmensanleihen mit mittlerer Kreditqualität, Commercial Mortgage-Backed Securities (CMBS) sowie Schwellenländeranleihen finden. Um Erfolg zu haben, müssten Investoren aber wählerisch bleiben. Aufgrund der kleinen Gesamtrenditen dürften sie sich bei der Einzelwertauswahl nur wenige Fehler leisten. Bei der Einschätzung von Risiken und Erträgen würden die Experten deshalb konservativ bleiben und Papiere mit einem zu hohen Beta meiden.
Nach wie vor würden die Experten eher auf Kreditrisiken als auf Durationsrisiken setzen. Die Kombination aus kurzer Duration und moderaten Kreditrisiken könnte sich zumindest so lange als interessant erweisen, wie die niedrige Federal Funds Rate für geringe kurzfristige US-Staatsanleiherenditen sorge. Die längerfristigen Renditen seien traditionell schwierig zu prognostizieren. In ihrem Basisszenario mit abnehmenden Extremrisiken würden die Experten aber von steigenden Langfristrenditen und damit von einer für Investoren nachteiligen Versteilung der Zinsstrukturkurve ausgehen. In diesem Szenario dürften die Spreads die Gesamterträge bis zu einem gewissen Grad stützen. Höhere laufende Erträge würden einen Puffer bieten, wenn die Kurse aufgrund steigender Zinsen fallen würden. (28.01.2013/alc/a/a)
Nach vier Jahren hoher Gewinne an den Rentenmärkten würden sich aus dem unklaren Makroumfeld drei Herausforderungen für Anleiheinvestoren ergeben. Sie müssten ihre Ertragserwartungen senken, akzeptieren, dass Anleihen nicht günstig bewertet seien und sich auf der Suche nach attraktiven Anlagemöglichkeiten mit Credits befassen würden.
Die wichtigste Ertragsquelle seien im Jahr 2012 Kursgewinne aufgrund engerer Spreads gewesen. In diesem Jahr würden die Experten hier sehr viel weniger Potenzial sehen, weil die Notenbanken ihre Geldpolitik angesichts des wieder höheren Weltwirtschaftswachstums wohl nicht noch einmal so stark lockern würden. Die entscheidende Ertragskomponente werde deshalb die laufende Rendite sein. Die Gesamterträge von Credits würden im unteren bis mittleren einstelligen Bereich liegen. Bei amerikanischen Staatsanleihen seien sogar Verluste denkbar.
Solange die Investoren mit schwachem Wachstum, einer geringen Inflation und anhaltend niedrigen Leitzinsen rechnen würden, würden sie jedoch weiter Anleihen kaufen. Auch das niedrige Nettoemissionsvolumen dürfte zu fallenden Kursen führen. Das Angebot bleibe knapp und viele Anleger hätten keine Alternative.
Die negativen Realrenditen - Stichwort Finanzrepression - und die künstlich niedrigen US-Staatsanleiherenditen hätten den Zusammenhang zwischen Zins und Risiko stark aufgeweicht. Zwar seien die Spreads vieler Marktsegmente immer noch angemessen. Doch wegen des niedrigen Zinsniveaus seien die Gesamtrenditen so niedrig wie selten - nominal wie auch real betrachtet.
Die Experten würden glauben, dass die meisten Anleger weiterhin Anleihen kaufen würden - auch wenn diese nicht mehr günstig bewertet seien. Denn Diversifikation sei immer gefragt. Wer laufende Erträge erzielen möchte, finde bei Anleihen noch immer mehr Sicherheit als bei vielen anderen Anlageformen. Dennoch könnte es sinnvoll sein, eher auf Aktien als auf Anleihen zu setzen und den Bedarf an laufenden Erträgen mit unterschiedlichen Assetklassen zu decken.
Am attraktivsten würden die Experten zurzeit US-Unternehmensanleihen mit mittlerer Kreditqualität, Commercial Mortgage-Backed Securities (CMBS) sowie Schwellenländeranleihen finden. Um Erfolg zu haben, müssten Investoren aber wählerisch bleiben. Aufgrund der kleinen Gesamtrenditen dürften sie sich bei der Einzelwertauswahl nur wenige Fehler leisten. Bei der Einschätzung von Risiken und Erträgen würden die Experten deshalb konservativ bleiben und Papiere mit einem zu hohen Beta meiden.
Nach wie vor würden die Experten eher auf Kreditrisiken als auf Durationsrisiken setzen. Die Kombination aus kurzer Duration und moderaten Kreditrisiken könnte sich zumindest so lange als interessant erweisen, wie die niedrige Federal Funds Rate für geringe kurzfristige US-Staatsanleiherenditen sorge. Die längerfristigen Renditen seien traditionell schwierig zu prognostizieren. In ihrem Basisszenario mit abnehmenden Extremrisiken würden die Experten aber von steigenden Langfristrenditen und damit von einer für Investoren nachteiligen Versteilung der Zinsstrukturkurve ausgehen. In diesem Szenario dürften die Spreads die Gesamterträge bis zu einem gewissen Grad stützen. Höhere laufende Erträge würden einen Puffer bieten, wenn die Kurse aufgrund steigender Zinsen fallen würden. (28.01.2013/alc/a/a)


